Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 22 Disibodenberg, Kreuzgang 1318

Beschreibung

Grabplatte eines unbekannten Pfarrers. Im westlichen Teil des Südflügels in den Boden eingelassen (Plan Nr. 46), aufgefunden bei den Ausgrabungen im Sommer 1985. Große schmucklose Platte aus hellem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien. Die Grabplatte ist insgesamt stark zerstört, nahezu die gesamte obere Hälfte und das untere Viertel fehlen.

Maße: H. 196, B. 86, Bu. 8,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

DI 34, Nr.22 - Disibodenberg, Kreuzgang - 1318

 Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Heinz Straeter) [1/2]

  1. [ANNOa)] / D(OMI)NI M · CCo[Cb)]X · VIIIo · U · IDV[S... / ..... / ...]N · PLEBA[NVS ... / .....]

Kommentar

Selbst die wenigen erhaltenen Buchstaben zeigen den Formenreichtum der ausgereiften gotischen Majuskel: Wechsel von unzialem und kapitalem D, geschlossenes U und vor allem ein für den Disibodenberg charakteristisches E mit den nach innen gerollten Ziercauden als Ausläufer des nicht ganz durchgezogenen Mittelbalkens.

Bei dem Verstorbenen dürfte es sich um einen der in den Urkunden des 14. Jahrhunderts öfters erwähnten Plebane handeln, die sowohl die an die Außenmauer des Klosters anlehnende Laienkapelle1) als auch die zur Klosterkirche gepfarrten kleineren Kirchen und Kapellen der Umgebung versahen2).

Textkritischer Apparat

  1. Aufgrund der Textverteilung beginnt die Inschrift wohl in der Mitte der oberen Leiste.
  2. Unter Berücksichtigung eines sichtbaren Buchstabenrests, der Ausdehnung des C sowie des verfügbaren Raums, kann nur ein C ergänzt werden.

Anmerkungen

  1. Vgl. dazu Stanzl, Klosterruine 189ff.
  2. Vgl. dazu Schworm, Disibodenberg 27f. und Seibrich, Disibodenberg 67 Anm. 102.

Nachweise

  1. Nikitsch, Bemerkungen 23f. mit Abb. 5.
  2. Stanzl, Klosterruine 121 Abb. 98.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 22 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0002200.