Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 5 Disibodenberg, Kreuzgang 1.H.12.Jh.?

Beschreibung

Fragment der Grabinschrift einer Irmentrudis (?). Vermutlich als Spolie in eine kleine, niedere Mauer eingelassen, die den Ostflügel des Kreuzgangs von seinem Südflügel trennt1). Bisher unbekannt, entdeckt bei Ausgrabungen im Sommer 1985. Die stark beschädigte Inschrift befindet sich auf der oberen Hälfte eines einmal längs und einmal quer gebrochenen Sandsteinquaders2) (Plan Nr. 52). Als Worttrenner dient ein kleiner, halbkugelig vertiefter Punkt.

Maße: H. 64, B. 26, Bu. 3,5 cm.

Schriftart(en): Romanische Majuskel.

DI 34, Nr.5 - Disibodenberg, Kreuzgang - 1.H.12.Jh.?

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/3]

  1. [...]a) IVL(II) · O(BIIT) I[...]NDRVTb)

Kommentar

Da die wenigen sicher erkennbaren Buchstaben noch keine Merkmale der sich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entwickelnden, breitflächigen gotischen Majuskel aufweisen, können sie – unter Beachtung des Formulars und der Baugeschichte des Klosters – in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts mit Tendenz zur Jahrhundertmitte datiert werden. Eine frühere Entstehung ist jedoch nicht auszuschließen. Vermutlich handelte es sich um eine einzeilige, in der Mitte einer Grabplatte3) verlaufende bzw. um eine kurze, zeilenweise strukturierte Grabinschrift ohne Jahreszahl. Die Ergänzung des Monatsnamens ist hypothetisch und setzt eine vorhergehende Zählung nach Iden oder Kalenden voraus.

Textkritischer Apparat

  1. Vermutlich Reste eines K mit einem Kürzungsstrich zu erkennen.
  2. Beschädigte Stelle mit Bruch knapp 20 cm, die sich mit der vorgeschlagenen Ergänzung des Namens vereinbaren läßt.

Anmerkungen

  1. Vgl. dazu Stanzl, Klosterruine 118 mit Abb. 95.
  2. Ein Gipsabguß befindet sich in der Arbeitsstelle der Mainzer Inschriften-Kommission.
  3. So würden sich die fehlenden Begrenzungslinien erklären; vgl. etwa A. Weisbecker, Frühe mittelalterliche Grabsteine im Dom zu Köln, in: Kölner Dombl. 74 (1982) S. 77 Nr. 11.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 5 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0000500.