Die Inschriften des Landkreises Bad Kreuznach

2. Kurzer historischer Überblick

Alt’sches Haus, Monzingen
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) | Alt’sches Haus, Monzingen, DI 34, Nr. 373.

Der Landkreis Bad Kreuznach5) verdankt seine Entstehung den im Jahr 1815 verabschiedeten Beschlüssen des Wiener Kongresses, durch die das Königreich Preußen unter anderem auch in den Besitz der Gebiete nördlich der Nahe gelangt war. Nach der Einrichtung von Landkreisen im Mai 1816 und einer ersten territorialen Erweiterung nach Südwesten (26 Gemeinden, darunter Hennweiler, Kirn, Monzingen, Simmern unter Dhaun/Simmertal und Winterburg) im folgenden Jahr blieb der etwa das Gebiet zwischen unterer Nahe und Hunsrück umfassende Kreis mit 56 Gemeinden und Kreuznach als Kreisstadt in dieser Form bis 1931/1932 bestehen. Damals wurde der südwestlich anschließende, aus einem hessen-homburgischen Oberamt hervorgegangene Kreis Meisenheim mit dem Kreis Kreuznach vereinigt - es entstand so ein Großkreis mit 107 Gemeinden, der den Süden der damaligen preußischen Rheinprovinz bildete. Eine weitere, entscheidende Gebietsveränderung [Druckseite XIV] erfolgte im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform in den Jahren 1969/ 1970, als das Kreisgebiet um 34 Gemeinden aus sechs Nachbarkreisen6) vergrößert wurde, gleichzeitig mußten jedoch sieben Gemeinden7) an Nachbarkreise abgegeben werden. Zwölf Gemeinden wurden aufgelöst und zu fünf neuen Gemeinden8) zusammengeschlossen, die Städte Bad Kreuznach und Kirn vergrößerten sich durch die Eingemeindung der genannten Vororte. Die vorerst letzten, militärisch bedingten Änderungen ergaben sich 1967 mit der Verlegung des Ortes Rehbach nach Osten und 1979 mit der vollständigen Auflösung der Gemeinden Pferdsfeld und Eckweiler und der Umsiedlung ihrer Bewohner nach Sobernheim. Das neue Kreisgebiet umfaßt gegenwärtig eine Fläche von 863 km2 mit 119 Gemeinden. Obwohl es weder eine enge naturräumliche noch historische Einheit darstellt, lassen sich dennoch einige verbindende Elemente erkennen. Das mittlere Naheland gehört in die weite, durch Nahe, Glan, Alsenz und ihre zugehörigen Seitenbäche abwechlungsreich gestaltete Flußlandschaft, die im Norden vom waldreichen Hunsrück (mit seinen Ausläufern) als Teil des Rheinischen Schiefergebirges und im Süden durch das Nordpfälzer Bergland begrenzt wird. Im Osten schließt das Mainzer Becken mit dem sanft gewellten, rheinhessischen Hügelland an, im Westen das Saar-Nahe- bzw. Glan-Alsenz-Bergland.

Historisch gesehen war der gesamte heutige Landkreis Bad Kreuznach Teil des bereits in der Römerzeit9) stark besiedelten, seit dem 8. Jahrhundert urkundlich genannten Worms- und Nahegaus. Als fränkisches Königsgut wurde dieses Gebiet seit etwa 960 durch Untergaugrafen verwaltet, etwa seit der Mitte des 11. Jahrhunderts von den Nahegaugrafen mit dem Leitnamen Emicho10), die in mehreren, für die Nahegegend bedeutsamen Geschlechtern11) weiterlebten. Es handelt sich um die sich seit Ende des 11. Jahrhunderts nach ihren verschiedenen Sitzen nennenden und seit etwa 1100 unter der Bezeichnung „comites silvestres” auftretenden, sich Mitte des 13. Jahrhunderts in verschiedenen Linien (zu Schmidtburg, zu Kyrburg, zu Dhaun) aufspaltenden Wildgrafen sowie ihre Seitenlinien Grafen von Veldenz und Raugrafen. Durch zwei Heiraten mit dem ursprünglich aus dem Rheingau stammenden, auf dem Rheingrafenstein bei Kreuznach sitzenden Geschlecht der Rheingrafen gelangte die gesamte Wildgrafschaft im Verlauf des 14. Jahrhunderts in die Hand der sich nun Wild- und Rheingrafen nennenden Familie. Durch weitere eheliche Verbindungen erwarben sie später reichen Besitz in Lothringen, an der Saar und in den Niederlanden und wurden 1623 als Fürsten zu Salm in den Fürstenstand erhoben. Trotz des zersplitterten Herrschaftgebietes und immer neuer Teilungen in verschiedene Haupt- und Nebenlinien blieben die Wild- und Rheingrafen für das Naheland bestimmend, da sie hier mit den Schlössern Dhaun und Kyrburg ihre Herrschaftszentren und mit den Stiftskirchen St. Johannisberg bei Dhaun bzw. St. Pankratius in Kirn bis in die Neuzeit ihre bedeutendsten Grablegen hatten.

Vermutlich seit der Zeit um 1000, urkundlich gesichert seit dem Jahr 1075, tritt mit den sich im Mittelalter stets „Spanheim” schreibenden Herren von Sponheim12), ein zweites, nicht nur für den Naheraum13) bedeutsames, hochadeliges Geschlecht auf. Seinen Sitz hatte es auf der namengebenden Burg14) westlich von Kreuznach, in deren Nähe der zwischen Mosel und Nahe begüterte Graf [Druckseite XV] Eberhard V. von Nellenburg bereits Mitte des 11. Jahrhunderts ein Kanonikerstift gegründet haben soll. Die Familie kam über die kurz nach 1100 anzusetzende Heirat Graf Meginhards von Sponheim mit Mechthild von Mörsberg in diesen Besitz. Seltsamerweise wählte die Grafenfamilie nicht das in Sichtweite ihres Stammsitzes gelegene, von ihnen nun als Benediktinerkloster neu gestiftete Kloster Sponheim, sondern das über die gleiche Mörsberg-Nellenburger Erbschaft erhaltene, von ihnen als Augustiner-Chorherrenstift eingerichtete Kloster Pfaffen-Schwabenheim zu ihrer Grablege. Mit der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts vorgenommenen Aufteilung ihres zwischen Mosel und Nahe gelegenen Herrschaftsgebietes in die Linien Starkenburg (Hintere Grafschaft Sponheim) und Kreuznach (Vordere Grafschaft Sponheim) verlegte die Kreuznacher Linie ihren Sitz auf die von ihnen oberhalb Kreuznachs erbaute Burg (seit 1438 als Kauzenburg bezeichnet) und bestimmte das Karmeliterkloster bzw. die von ihnen erbaute Stadtpfarrkirche zu ihren neuen Begräbnisstätten.

Mit dem Erlöschen der Kreuznacher Linie der Grafen von Sponheim im Jahr 1417 (Nr.110) bzw. der Starkenburger Linie im Jahr 1437 trat eine komplizierte Erbschaftsregelung in Kraft, die in der Folge die Grafen von Veldenz(-Geroldseck), die Markgrafen von Baden, die Herzöge von Pfalz-Simmern und die Kurfürsten von der Pfalz mit unterschiedlichen Anteilen zu Kondominatsherren15) bestimmte und letztlich bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts Bestand hatte.16) Nach dem Aussterben der Grafen von Veldenz(-Geroldseck) (Nr.120, 1439) wurden vor allem die sie beerbenden Herzöge von Pfalz-Zweibrücken mit ihrer Nebenresidenz in Meisenheim im Osten des Bearbeitungsgebietes territorial bestimmend. Die Schloßkirche in Meisenheim diente nicht nur ihnen, sondern auch den Linien Pfalz-Birkenfeld und Pfalz-Landsberg als Grablege.

Da keine der genannten Mächte ein größeres geschlossenes Territorium ausbilden konnte, begünstigten diese oft schwer zu durchschauenden Herrschaftsverhältnisse - unterstützt durch die uneinheitliche Landschaftsgliederung - im späten Mittelalter die für das Bearbeitungsgebiet typische Entstehung kleiner und kleinster reichsritterschaftlicher Herrschaften, die sich oft nur aus Teilrechten an einer Burg, einem Ort oder an gewissen Einkünften ableiteten. Für das Vorhandensein epigraphischer Zeugnisse ist diese Entwicklung insofern entscheidend, als sich die meist kleinen Adelsfamilien etwa ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Pfarrkirchen ihrer (Wohn-)Orte zu ihren Grablegen bestimmten. Aus diesem Grund finden wir (u.a.) die Cratz von Scharfenstein in Sobernheim begraben, die Herren von Sickingen in Ebernburg, die Marschall von Waldeck zu Iben in Fürfeld, eine Linie der Kämmerer von Worms gen. von Dalberg in Wallhausen, die Herren von Koppenstein in Mandel, die Vogt von Hunolstein in Merxheim, die Herren von Leyen in Spabrücken, die Herren von Kellenbach in Kellenbach, die Wolf von Sponheim in Dörrebach, die Herren von Schöneberg (vor dem Sane) in Waldböckelheim, die Herren von Sponheim gen. Bacharach in Staudernheim, die Beyer von Bellenhofen in Neu-Bamberg, die Herren von Ingelheim in Schweppenhausen und die Schenk von Schmidtburg in Weiler bei Monzingen. Daneben schätzten die Adeligen zu jeder Zeit die besondere Aura der Ordens- und Stiftskirchen, wie an den zahlreichen Sepulturen des Benediktiner-Klosters Sponheim, des Benediktiner- und spätere Zisterzienserklosters Disibodenberg, des Augustiner-Chorherrenstifts Pfaffen-Schwabenheim, des Karmeliter- und des Franziskanerklosters in Kreuznach, des Wilhelmitenklosters Marienpfort und der Johanniter-Kapelle in Sobernheim sowie der Stiftskirchen in Hennweiler, Kirn und St. Johannisberg zu sehen ist.

Klein war auch der geistliche Besitz: Das Erzbistum Trier besaß im Osten des Gebietes Rechte an einigen Burgen und Orten (Schmidtburg, Simmertal), das in der Frühzeit dominierende Erzbistum Mainz verlor in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit der Stadt Sobernheim und dem Amt Böckelheim seine wesentlichen Besitzungen an Kurpfalz und behielt mit Hergenfeld, Schöneberg, Dörrebach und Seibersbach nur noch die Lehenshoheit über einige abseits am Soonwald gelegene Dörfer.

Von der kirchlichen Organisation17) her gesehen gehörte das Gebiet des heutigen Landkreises zum Erzbistum Mainz, war zum großen Teil in die Landkapitel Glan, Kirn, Sobernheim und Münsterappel untergliedert und dem Archidiakonat des Mainzer Dompropstes zugeteilt. Abgesehen von der Wirksamkeit des hl. Disibod, eines iroschottischen Wandermönchs18), in der Umgebung [Druckseite XVI] des nach ihm benannten Disibodenbergs im 7. Jahrhundert, fand in der auf dem Areal des alten römischen Kastells in Kreuznach gelegenen „Mutterkirche des gesamten Raumes”19) St. Martin frühes christliches Leben statt. Weitere frühe Pfarrkirchen befanden sich wohl in Mandel, Norheim, Roxheim, Simmertal und Weinsheim, gefolgt von den unter dem Mainzer Erzbischof Willigis um das Jahr 1000 im Zusammenhang mit dem zur gleichen Zeit auf dem Disibodenberg ins Leben gerufenen Kanonikerstift neugegründeten Pfarrkirchen und Kapellen. Bis weit ins 15. Jahrhundert hinein läßt sich eine stetig wachsende Zahl20) an (Pfarr)Kirchen mit Begräbnisrecht nachweisen. Die Einführung der Reformation nach der Mitte des 16. Jahrhunderts21) betraf mit wenig Ausnahmen das gesamte Nahegebiet, sämtliche Klöster und Stifte wurden aufgehoben und anderer Verwendung zugeführt. Aufgrund einzelner Konfessionswechsel (Familie von Sickingen, Kämmerer von Worms gen. von Dalberg) und teilweise gelungener Restitutionsversuche einzelner Klöster im Verlauf des 30jährigen Krieges und später (Franziskaner in Bad Kreuznach, Benediktiner in Sponheim, Augustiner in Pfaffen-Schwabenheim) sowie der Einführung von Simultanverhältnissen Ende des 17. Jahrhunderts erhielt das Gebiet sein typisches Aussehen mit alten, protestantisch genutzten und neu erbauten katholischen Kirchen und Kapellen - ein Bild, das bis in unser Jahrhundert bestehen blieb.

2.1 Beschreibung und Geschichte der wichtigsten Standorte

Die folgenden kurzen Erläuterungen können und sollen keinesfalls die zum großen Teil noch ausstehenden Monographien über die einzelnen Standorte ersetzen, sie dienen lediglich als erster Überblick über die oft kompliziert verlaufene Bau- und Besitzgeschichte und gegebenenfalls ihren Zusammenhang mit den erhaltenen oder bereits verschwundenen Inschriftenträgern. Wichtige geschichtliche Aspekte hier nicht aufgeführter Standorte werden in der Regel im Kommentar der betreffenden Inschriften behandelt.

Klosterruine Disibodenberg
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) | Blick auf Umland und Klosterruine Disibodenberg.

Kloster Disibodenberg22)

Unter Berücksichtigung frühmittelalterlicher Erwähnungen in Kalendern und Martyrologien sowie unter Beachtung der um 1170 von der hl. Hildegard von Bingen verfaßten Vita des hl. Disibod kann wohl davon ausgegangen werden, daß auf der sich über dem Zusammenfluß von Nahe und Glan erhebenden Anhöhe Anfang des siebten Jahrhunderts ein iroschottischer Wandermönch namens Disibod sich mit seinen Gefährten als heiligmäßig lebender Einsiedler niedergelassen hatte. Der nach ihm benannte Ort scheint sich in der Folgezeit (mit Unterbrechungen) zu einem religiösen Zentrum entwickelt zu haben, das von dem Mainzer Erzbischof Willigis um 1000 durch die Gründung eines der Seelsorge dienenden Stiftes mit zwölf Kanonikern zu neuem Leben erweckt wurde. Aus dieser Zeit haben sich jedoch weder architektonische noch epigraphische Zeugnisse erhalten. Dies änderte sich mit der Besiedelung des Ortes durch Benediktiner aus St. Jakob vor Mainz, die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts eine weitläufige Klosteranlage errichteten. Angeschlossen war eine Frauenklause, in der die erwähnte Hildegard von Bingen weit über die erste Hälfte ihres Lebens verbrachte. Das Zentrum der beeindruckenden Anlage bildete die Klosterkirche mit dem translozierten Grab des hl. Disibod im Chorbereich. Bezeichnenderweise stammen mit die ersten überlieferten (heute verlorenen) Inschriften aus dieser Zeit; sie befanden sich auf einem Armreliquiar (Nr.2), auf dem Hochgrab des Heiligen (Nr.3) und auf zwei fragmentarisch erhaltenen Grabdenkmälern (Nrr.5 und 6). Ein mit eingravierten Inschriften versehener Buchdeckel (Nr.8) und eine weitere Grabinschrift (Nr.9) wurden wohl in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hergestellt und geben zusammen einen kleinen Eindruck von der möglichen Vielfalt klösterlicher Inschriftenproduktion im Mittelalter. Ein tiefgreifender Einschnitt erfolgte im Jahr 1259, als das wirtschaftlich zerrüttete Kloster von Zisterziensern aus Otterberg übernommen, erheblich umgebaut und zu neuer Blüte geführt wurde. Wie sich an den weit über sechzig neu aufgefundenen Grabplatten bzw. Grabplattenfragmenten aus den Jahren 1302 bis 1404 ablesen läßt, [Druckseite XVII] war das Kloster besonders im 14. Jahrhundert begehrter Begräbnisort für den benachbarten Niederadel (u.a. Brendel von Osthofen, von Graseweg, von Heinzenberg, Mohr von Sötern, von Oberstein, von Schmidtburg, Vogt von Hunolstein, von Waldeck) und vermögenderer Schichten der umliegenden Orte23), die bis zur Errichtung räumlich lokalisierbarer Grablegen führte. Eindeutig nachzuweisen ist dies für die Familie von Steinkallenfels, die sich im südlichen Seitenschiff der Klosterkirche vor dem an den Lettner grenzenden Altar begraben ließ und für das Ehepaar Antilman von Graseweg/Katharina von Homburg, die sich mit der westlich des Kapitelsaals gelegenen Marienkapelle sogar eine eigene Grabkapelle errichteten. Ob die Beginen aus dem nahe gelegenen Sobernheim24) bereits von Anfang an im westlichen Teil des Kreuzgang-Südflügels nebeneinander begraben worden waren, muß aufgrund der vermutlich nicht originalen Lage der Grabplatten im Kreuzgang25) offen bleiben. In der Regel diente der Kreuzgang Laien wie Geistlichen als Bestattungsort, seltener die Klosterkirche oder der eigentlich den Äbten vorbehaltene Kapitelsaal. Der südöstlich der Klosterkirche gelegene (archäologisch noch nicht untersuchte) Friedhof wurde wohl vorwiegend von den Mönchen genutzt. Aus dem restlichen 15. und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts haben sich - mit einer Ausnahme (Nr.220, kurz nach 1500) - keine Inschriften erhalten; ein deutliches Zeichen für den sowohl wirtschaftlichen als auch geistlichen Niedergang des Klosters in dieser Zeit. Hinzu kamen im Jahr 1504 Verwüstung und Plünderung im Gefolge des bayerischen Erbfolgekrieges, wovon sich das Kloster bis zu seiner reformatorisch bedingten Auflösung durch Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken im Jahr 1559 nicht mehr erholte. Die von einem durch die neue Herrschaft eingesetzten Verwalter erwirtschafteten Erträge sollten der Finanzierung der Lateinschule im pfälzischen Hornbach dienen. Aus dieser Zeit, in der auch die Klosterglocken (s. Kap. 4.4.) nach und nach an die benachbarten Kirchen abgegeben wurden, stammt auch das letzte inschriftliche Zeugnis, in dem Georg Kessler aus Zweibrücken, der damalige OECONOMUS SANCTI DISIPODI MONTE den Bau eines Hofhauses im Jahr 1608 verkündete. Die im Gefolge des 30jährigen Krieges und im 18. Jahrhundert unternommenen Restitutionsversuche der Benediktiner bzw. Zisterzienser blieben letzlich ohne Erfolg. Das Ende der bis dahin verhältnismäßig gut erhaltenen Klosteranlage kam gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als sie für die Bewohner der umliegenden Orte als Steinbruch freigegeben wurde.

Katholische Pfarr- und ehemalige Klosterkirche Sponheim
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) |  Katholische Pfarr- und ehemalige Klosterkirche Sponheim.

Kloster Sponheim26)

Als eigentlicher Stifter des Benediktiner-Klosters Sponheim gilt Graf Meginhard von Sponheim, der es 1123/24 an der Stelle eines früheren Kanonikerstiftes gründete. Möglicherweise stammt die älteste erhaltene Grabplatte (Nr.1) des Bearbeitungsgebietes noch aus diesem Vorgängerbau. Da das Kloster der Grafenfamilie aus unbekannten Gründen nicht als Grablege diente und sonst keine kopialen Überlieferungen bekannt sind, sind für die Frühzeit - mit Ausnahme der verlorenen Gedenkinschrift für die ersten beide Äbte Bernhelm und Craffto (Nr.7, 1175?) - keine weiteren Grabinschriften überliefert. Aus der untergegangenen Ausstattung des Klosters dürfte neben einem bisher unbeachteten Mörser (Nr.34, 1346?) und einer späteren Glocke (Nr.258, 1521) auch eine neu aufgefundene, skulptierte Figur des hl. Nikolaus (Nr.10) stammen, die aufgrund ikonographischer und epigraphischer Merkmale dem 12. Jahrhundert zugewiesen werden konnte. Erst mit der Tätigkeit des 25. Abtes und Frühhumanisten Johannes Trithemius (1462-1516) setzen die realen (Nr.170, 1487; Nr.181, 1494?), sonst aber nur noch kopial überlieferten Inschriften wieder ein. Es handelt sich dabei um ganz außergewöhnliche Zeugnisse des durch Trithemius geprägten, geistigen Lebens: in Distichen abgefaßte Spruchinschriften (Nr.180, 1494), ein in hebräischer und griechischer Sprache gehaltener Bibelspruch (Nr.181, 1494?), Wandmalereien mit Gedenkinschriften für die ersten 24 Äbte des Klosters (Nr.223, 1502) sowie ein Gemälde des Abtes selbst mit einer in zwei Distichen ausgeführten Spruchinschrift (Nr.244, 1513?). An die zahlreichen An- und Umbauten im Klosterbereich erinnert eine bislang unbeachtete Bauinschrift des vorletzten Abtes Johannes Re [Druckseite XVIII] (Nr.301, 1550), unter dessen Nachfolger Jacobus Spira (Nr.440, 1603) das Kloster im Jahr 1565 durch die kurpfälzisch-badischen Kondominatsherren aufgehoben wurde. Einige Bauzahlen (Nr.479, 1614/26) deuten auf das weitere Schicksal der Anlage hin, die im 30jährigen Krieg unter spanische Herrschaft geriet und in den Jahren 1622 bis 1632, dann von 1643 bis 1652 mit Benediktinern aus St. Martin in Köln wiederbesiedelt wurde. Vermutlich aus dieser Zeit stammen vier überlieferte Memorialinschriften (Nrr.622-625, s.a. unten Kap. 4.3.). Im Jahr 1687 wurde das verfallene Kloster unter französischem Einfluß und unter Abt Elias Bingel aus St. Jakob in Mainz reaktiviert. Seit der endgültigen Auflösung des Klosters im Jahr 1802 dient die Klosterkirche als katholische Pfarrkirche St. Maria und Martin.

Ehemaliges Augustiner-Chorherrenstift Pfaffen-Schwabenheim
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) | Ehemaliges Augustiner-Chorherrenstift Pfaffen-Schwabenheim.

Stift Pfaffen-Schwabenheim27)

Die Frühgeschichte des Klosters entspricht der des Klosters Sponheim: Das den Grafen von Sponheim aus dem Mörsberg-Nellenburger Erbe zugefallene Kanonikerstift wurde von ihnen im Jahr 1130 mit regulierten Chorherren des Augustinerordens besetzt und zugleich als Grablege ausgewählt. Da urkundliche Nachrichten zur Baugeschichte dieser Zeit fehlen, kann man davon ausgehen, daß der Neubau der Klosteranlage 1264 soweit abgeschlossen war, daß dort mit Graf Simon I. dem Älteren (Nr.14), dem Begründer der Linie Sponheim-Kreuznach, der erste Sponheimer beigesetzt werden konnte. Es folgten sein Sohn Johann I. (Nr.15, 1290), dessen zweiter Sohn Johannes II. (Nr.27, 1340) und dessen Neffe und Erbe Walram I. (Nr.63, 1380), mit dem die Reihe der Sponheimer Begräbnisse endete. Daneben diente die Stiftskirche auch als Begräbnisort einiger in Diensten der Sponheimer Grafenfamilie stehender Adeliger, wie etwa den Stelin von Bonnheim (Nr.21, 1317) und den Herren von Bosenheim (Nr.24, 1337). Von der Ausstattung der Erbauungszeit ist lediglich ein mit Namensinschriften und einem Bibelspruch versehenes Deesis-Relief (Nr.12, 2.V.13.Jh.) übrig geblieben. Wohl auch mit der Verlegung der Sponheimer Grablege nach Kreuznach dürfte der Niedergang des Stiftes im 14. und 15. Jahrhundert zusammenhängen. Epigraphische Zeugnisse haben sich aus dieser Zeit nicht erhalten, sie setzen erst wieder zu Beginn des 16. Jahrhunderts mit der (kopial überlieferten) Grabplatte des Reformpriors Hermann Battenburck (Nr.127, 1507) ein - ein Hinweis auf die bereits 1468 erfolgte Unterstellung des Stiftes unter die Windesheimer Kongregation des Augustinerordens. Das Stift wurde 156628) von den kurpfälzisch-badischen Kondominatsherren aufgehoben und die Kirche als reformierte Gemeindekirche genutzt. Im Zuge des 30jährigen Krieges wurde die Kirche von der spanischen Herrschaft den Jesuiten zugesprochen, nach 1648 wieder den Augustiner-Chorherren, um dann nach 1652 wieder als reformierte Kirche genutzt zu werden. Seit 1697 als katholische Propstei reaktiviert, wurde das Stift 1802 endgültig aufgelöst und diente zunächst als Simultaneum, seit Beginn des 20. Jahrhunderts als katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Evangelische Pauluskirche in Bad Kreuznach.
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) | Evangelische Pauluskirche in Bad Kreuznach.

Bad Kreuznach, evang. Pauluskirche29)

Die älteste, bereits um 745 erstmals urkundlich erwähnte Kirche St. Martin wurde vermutlich nach ihrer zu einem unbekannten Zeitpunkt erfolgten Zerstörung als St. Kilian neuerbaut; sie befand sich an der Stelle des ehemaligen spätrömischen Kastells bzw. der fränkischen Königspfalz außerhalb der späteren mittelalterlichen Stadt. Inzwischen zur Filialkirche erklärt, wurde sie im Jahr 1590 abgebrochen30). Im Zuge der komplizierten Kreuznacher Stadtentwicklung des Mittelalters aus zwei bzw. drei Teilbereichen31) stiftete Graf Johann II. von Sponheim im Jahr 1311 eine neue Kirche auf der zwischen beiden Stadtteilen gelegenen Naheinsel, die 1332 geweiht und unter dem Patronat der damaligen Rheingrafen zur Pfarrkirche erhoben wurde. Die Verbindung zur alten Mutterkirche zeigte sich an der Übernahme der Patrozinien Martin und Kilian. Die neue Pfarrkirche diente naturgemäß den Rheingrafen und ihren Nachfolgern (Nr.76, 1398; Nr.130, 1455) sowie einigen Mitgliedern der Sponheimer Grafenfamilie (Nr.108, 1414; Nr.110, 1417) als Grablege, wurde aber ebenso von deren Gefolgsleuten bzw. den in Kreuznach begüterten Adeligen [Druckseite XIX] wie etwa den Herren von Leyen (Nr.104, 1407) und den Stump von Waldeck (Nr.106, 1412) genutzt. Nach der Errichtung des kurpfälzisch-badischen Kondominiums wurde sie ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts32) auch von den jeweiligen Amtsleuten (Nr.126, 1450; Nr.226, 1503) als Begräbnisstätte in Anspruch genommen. Allerdings bleibt die Überlieferung weiterhin äußerst bescheiden (Nr.183, 1496; Nr.284, 1537), möglicherweise hängt dies aber auch mit dem Ende des 15. Jahrhunderts neugegründeten Franziskanerklosters (s.d.) und der anläßlich der Einführung der Reformation im Jahre 1556 entfernten Innenausstattung zusammen. Die verlorene Grabinschrift für den 1570 verstorbenen kurpfälzischen Oberamtmann Johann von Dienheim (Nr.329) eröffnet dagegen eine lange Reihe von Bestattungen in der nun von Protestanten genutzten Stadtpfarrkirche. Neben den kurpfälzisch-badischen Amtsleuten mit ihren Familien (Nr.353, nach 1581; Nr.395, 1594; Nr.465, 1609 u.ö.) und dem in Kreuznach begüterten Adel (Nr.383, 1591; 409f., 1599; Nr.475, 1613 u.ö.) lassen sich nun auch einzelne Vertreter der in der Regel ratsfähigen Kreuznacher Bürgerschaft (Nr.450, 1606; Nr.488, vor 1617 u.ö.) in der Kirche begraben. Mit dem Grabdenkmal für den 1623 verstorbenen markgräflich-badischen Landschreiber Gerhard Patrick enden die nachweisbaren Bestattungen in der Pfarrkirche, da die Stadt im Gefolge des 30jährigen Krieges von spanischen Truppen besetzt und die Kirche zeitweise den Jesuiten zugesprochen wurde. Das Ende des Krieges und die Wiederherstellung der gewohnten Ordnung nach 1648 bzw. nach dem Religionsvergleich von 1652 zeigt sich an den wieder aufgenommenen, zahlreichen Bestattungen der oben skizzierten Schicht (Nr.552, 1652-1672; Nr.570, 1666; Nr.577, 1670 u.ö.). Im Jahr 1689 wurde die Kirche von französischen Truppen niedergebrannt, erhalten blieben nur die Umfassungsmauern des Chores. Seit 1721 mußte der Chor von beiden Konfessionen genutzt werden, solange, bis die Protestanten im Jahr 1768 mit dem Bau eines neuen Langhauses begannen, das 1781 als Pauluskirche eingeweiht wurde. Der Chor mit den wenigen verbliebenen Grabdenkmälern gehörte bis 1814 den Katholiken, verfiel dann und wurde erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts als Kapelle für die englischen Kurgäste wiederhergestellt; heute dient er als evangelische Kapelle.

St. Nikolaus in Bad Kreuznach.
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) | St. Nikolaus in Bad Kreuznach.

Bad Kreuznach, Karmeliter-Kloster33).

Das Kloster wurde an der Stelle der früheren Kapelle St. Nikolaus im Jahr 1281 von der Sponheimer Grafenfamilie dem Karmeliterorden übergeben, der bis zum Jahr 1308 den Großteil der Klosteranlage fertiggestellt hatte. Kostbarster Besitz des Konvents war ein Kreuzreliquiar (Nr.30, um 1330/40?), das zu Beginn des 16. Jahrhunderts aufwendig erweitert wurde. Bis zu seiner 1564/65 erfolgten Aufhebung diente das Kloster in der Frühzeit einigen Frauen der Sponheimer Grafenfamilie (Nr.55, 1368; Nr.60, 1373; Nr.66, 1382) und zahlreichen anderen, ebenfalls meist weiblichen Angehörigen von naheländischen Adelsfamilien (Nr.44, kurz nach 1360; Nr.109, 1417; Nr.112, 1422 u.ö.) als Begräbnisort. Die letzte, nachweisbare Bestattung vor der Aufhebung erfolgte im Jahr 1534 (Nr.278). Die Klostergebäude wurden ab 1567 bis zur Eroberung Kreuznachs 1623 durch spanische Truppen als reformiertes Gymnasium und Lateinschule genutzt. In den Jahren 1623 bis 1631 und 1636 bis 1652 waren wieder Karmeliter im Besitz des Klosters, ohne daß sich jedoch aus dieser Zeit inschriftliches Material erhalten hätte. Für die Kirche wurde kurzfristig das Simultaneum eingeführt, das 1688 wieder aufgehoben wurde. Im Jahr 1689 zerstörten französische Truppen einen Teil des Klosters - es wurde jedoch wieder aufgebaut und verblieb bis zu seiner Auflösung im Jahr 1802 im Besitz des Karmeliterordens; seit damals wird die zwischenzeitlich um einen Turm erweiterte Klosterkirche als katholische Pfarrkirche St. Nikolaus genutzt.

Franziskanerkloster in Bad Kreuznach.
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) | Franziskanerkloster in Bad Kreuznach.

Bad Kreuznach, Franziskaner-Kloster34)

Die mit zwei bzw. ein und einhalb Fünftel an der Herrschaft der Stadt Kreuznach beteiligten Kondominatsherren Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz und Herzog Friedrich I. von Pfalz-Simmern gründeten 1472 gemeinsam das Franziskaner-Kloster (Nr.157, 1482), das im Jahr 1484 bezogen werden konnte. Von Beginn an entwickelte sich das Kloster zur begehrten Begräbnisstätte des in Kreuznach beheimateten (Nr.171, 1488; Nr.215, 1500; Nr.229, 1505 u.ö.), aber auch des umsitzenden Adels - so wählten etwa die sich damals in der Nahegegend niederlassenden Herren von Sickingen das Kloster als Grablege für ihre weiblichen Verstorbenen (Nr.159, 1483; Nr.238, 1507; [Druckseite XX] Nr.245, 1515). Hinzu kommen erstmals für ein Kloster des Bearbeitungsgebietes mehrere Überlieferungen für Bestattungen der eigenen Konventualen (Nr.184, 1496; Nr.290, 1544; Nr.292, 1546; Nr.312, 1554; Nr.321, 1566). Das Kloster wurde wohl 1568 endgültig aufgehoben und in ein bürgerliches Hospital umgewandelt. Dies war vermutlich einer der Gründe, warum Johann Schweikard d.Ä. von Sickingen die oben erwähnten Grabdenkmäler seiner Ahnen im Jahr 1584 entfernen und in die Pfarrkirche zu Ebernburg bringen ließ (Nr.355, 1584). Nach der Besetzung Kreuznachs durch die spanischen Truppen kehrten die Franziskaner 1623/24 zurück; das Kloster wurde nun (mit einer Unterbrechung 1632-1636) vor allem von ortsfremden Angehörigen der kaiserlich-spanischen Besatzungsmacht als Begräbnisstätte genützt. Überliefert sind etwa Inschriften für den königlich-spanischen Kommissar Heinrich Benosi aus Luxemburg (Nr.509, 1624), für den Generalgouverneur der spanischen Pfalz Philipp de Sylva (Nr.513, 1626), die Tochter eines spanischen Sekretärs Anna Tyrolff (Nr.517, 1627) oder für den kaiserlichen Oberst und Gönner des Franziskanerordens Graf Franz Christoph von Daun-Falkenstein-Oberstein (Nr.536, 1636) und den markgräflich-badischen Oberstwachtmeister Ladislaus Botasky von Prussenowitz (Nr.538, 1637). Da das gesamte Kloster 1688/89 durch französische Truppen bis auf den Chor zerstört wurde, begann man ab 1700 mit dem Bau einer neuen Anlage und der zugehörigen Klosterkirche. 1802 aufgehoben, wurde die Kirche eine Zeitlang als katholische Pfarrkirche und die Gebäude zu Schulzwecken genutzt. 1945 wurde die Anlage Opfer eines Bombenangriffs, der Chor blieb erhalten und dient heute als Standort der heimatwissenschaftlichen Bibliothek.

Marienpforter Hof
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) | Ansicht des Marienpforter Hofes.

Wilhelmiten-Kloster Marienpfort (Waldböckelheim)35)

Die Gründung des nördlich von Waldböckelheim in einem kleinen Waldtal gelegenen Klosters und seine Besetzung mit Wilhelmiten-Eremiten36) erfolgte wohl zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die bisher bekannten Nachrichten über das Kloster sind mehr als dürftig: Im Jahr 1302 wird im Kloster Marienpfort („domus porta St. Mariae”) das Provinzialkapitel des Ordens abgehalten; zudem sind für das Jahr 1310 Stiftungen der Grafen von Sponheim und für 1400/14 der Boos von Waldeck urkundlich nachweisbar sowie für 1331 ein Kaufvertrag mit Kloster Eberbach im Rheingau. Das Kloster wurde im Jahr 1504 im bayerischen Erbfolgekrieg geplündert, 1559 aufgehoben und 1564 an den in Sobernheim ansässigen Amtmann Philipp Cratz von Scharfenstein und seine Frau Anna von Schöneberg verkauft. Diese legten einen Großteil der Klostergebäude nieder und errichteten 1566/67 (Nr.323, 1566) einen kleinen, im Stil der Renaissance gehaltenen Gutshof mit achteckigem Treppenturm. Bislang waren zwei Grabinschriften bekannt, die das alte Kloster als Begräbnisstätte der Wolf von Sponheim (Nr.107, 1413) ausgewiesen hatten. Nachforschungen des Bearbeiters ergaben jedoch, daß alle 48 Stufen der Wendeltreppe und Teile des Turms aus entsprechend zugeschnittenen Grabplatten37) angefertigt worden waren. Trotz erheblicher Beschädigungen der zudem stark abgetretenen Platten konnten insgesamt noch dreißig, zum Teil zusammengehörige, beschriftete Fragmente bestimmt werden, die teilweise mit Wappen und figürlichen Darstellungen versehen waren. Aus der mehrfachen Nennung des Geschlechts der Wolf von Sponheim bzw. anderer Sponheimer Burgmannengeschlechter kann geschlossen werden, daß das Kloster von ihnen als bevorzugte Grablege aufgesucht wurde. Das Schwergewicht der Bestattungen lag wohl in der zweiten Hälfte des 14. und im gesamten 15. Jahrhundert - bedauerlicherweise erlauben die meist nur buchstabenweise erhaltenen Inschriften keine genaueren Aussagen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde das Hofgut von dem Kurmainzer Obristen Wilhelm Friedrich von Schellart (Nr.598, 1685) erworben, gelangte dann in der Folgezeit in verschiedene Hände und befindet sich heute je zur Hälfte im Besitz der Familien Schwarz und Schmidt.

Evang. Stiftskirche St. Johannisberg
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) | Evang. Stiftskirche St. Johannisberg

Stiftskirche St. Johannisberg (Hochstetten-Dhaun)38).

Die in der Nähe von Schloß Dhaun hoch über der Nahe gelegene Kirche wird bei der Teilung der Wildgrafschaft im Jahre 1283 erstmals urkundlich genannt. Im Jahr 1318 zur Stiftskirche mit vier Kanonikern (Nr.31, 1441) erhoben, diente sie als Grablege der von Johann II. begründeten [Druckseite XXI] Linie der Wild- und Rheingrafen zu Dhaun: Mit dem Tod des Stifters 1383 (Nr.67) und seines Sohnes Friedrich I. (Nr.124, 1447) beginnt die lange, bis in die Neuzeit39) reichende Reihe hervorragend erhaltener wild- und rheingräflicher Grabdenkmäler. Eine noch vorhandene Bauinschrift von 1465 (Nr.139) bezieht sich auf die Einwölbung des wegen Baufälligkeit bereits um 1438 begonnenen Neubaus der Stiftskirche. Die von den Wild- und Rheingrafen nach 1555 in ihren Territorien durchgeführte Reformation hatte auf die Stiftskirche nur insofern Einfluß, als die von mittlerweile sechs auf nur zwei Kanonikate geschrumpfte Ausstattung im Jahr 1561 in eine protestantische Pfarrstelle umgewandelt wurde, die lange Zeit mit der des Superintendenten der Wild- und Rheingrafen zu Dhaun verbunden war. Seit der Reformation fanden auch gelegentlich Angehörige der wild- und rheingräflichen Beamtenschaft ihr Grab in der Stiftskirche (Nr.364, 1586; Nr.431, 1601; Nr.463, 1609; Nr.482, 1615 und Nr.576, 1669). Wie in der Schloßkirche zu Meisenheim (s.d.) existierte auch in St. Johannisberg eine im Chorbereich gelegene, herrschaftliche Gruft, die allerdings 1794 von französischen Truppen geplündert und verwüstet wurde. Zudem füllte man diese flach mit Balken gedeckte Anlage – „da sie die Luft in der Kirche schlecht machte”40) – im Jahr 1844 auf, erhöhte den Boden des Kirchenschiffs um einen Meter und zog eine Flachdecke ein. Von den zahlreichen erwähnten, möglicherweise beschrifteten Särgen wurden keine Abschriften genommen. Die Kirche dient heute als evangelische Kapelle.

Evangelische Pfarrkiche in Kirn.
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) | Evang. Pfarrkirche in Kirn.

Stiftskirche St. Pankratius (Kirn)41).

Um 1200 erstmals in einem rheingräflichen Güterverzeichnis erwähnt, erwarben die Rheingrafen in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts das Patronat über die Kirche, die zu dieser Zeit auch Sitz eines Mainzer Erzpriesters war. Auf Wunsch des Wild- und Rheingrafen Johann IV. (Nr.150, 1476) und seines Bruders Gerhard (Nr.145, 1474) wurden die acht Altarpfründe der Pfarrkirche im Jahr 1467 in Stellen für vier Kanoniker umgewandelt - daher erklärt sich auch die Bestattung des Wild- und Rheingrafen Gerhard unter einer aufwendig gearbeiteten (erhaltenen) Tumba im Chor der Stiftskirche. Die für eine Stiftskirche notwendigen Umbauten fanden 1484 ihren Abschluß (Nr.163, 1484). Mit Wild- und Rheingraf Johann VII. wurde 1531 (Nr.273) der Gründer der Linie Kyrburg beigesetzt. Trotz einer Erweiterung auf sechs Kanonikate scheinen sich schon früh reformatorische Tendenzen bemerkbar gemacht zu haben, wie etwa der Inschrift des ersten protestantischen Pfarrers (Nr.344, 1560) zu entnehmen ist. Indiz dafür bietet zudem eine frühe Bestattung eines Kirner Schultheißen (Nr.310, 1554) in dem seit Einführung der Reformation nach 1555 nun wieder als (jetzt protestantische) Pfarrkirche genutzten Gotteshaus. Bis zum 30jährigen Krieg diente die Kirche als Bestattungsort der Wild- und Rheingrafen zu Kyrburg42), ihrer Amtsleute und Pfarrer (Nr.498, 1619) sowie einzelner Kirner Bürger; letztere wurden teilweise auch „auf dem Kirchhof” (Nr.444, 1604; Nr.504, 1621; Nr.533, 1635; Nr.587, 1675) begraben. Von 1685 bis 1891 wurde die Kirche simultan genutzt; seither dient sie als evangelische Pfarrkirche.

Blick über Meisenheim
 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) | Blick über Meisenheim.

Meisenheim, Schloßkirche43)

Meisenheim war seit der Mitte des 12. Jahrhunderts als Mainzer Lehen in den Händen der Grafen von Veldenz, die um 1200 ihren Sitz dorthin verlegten. Die damals schon länger existierende Kirche wurde 1321 von den Grafen von Veldenz-Geroldseck dem Johanniterorden übergeben und als Grablege genutzt (Nr.62, 1377). 1444 gelangten die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken über die angeheiratete Alleinerbin Anna von Veldenz-Geroldseck (Nr.120, 1439) in den Besitz Meisenheims und der Kirche. Im Jahr 1479 begannen sie mit dem Bau einer neuen Johanniter-Kirche (Nr.153, 1479; Nr.172, um 1489), die kurz nach 1500 geweiht werden konnte. Auch sie diente den zeitweise in Meisenheim residierenden Herzögen von Pfalz-Zweibrücken und ihren Angehörigen als Grablege, wobei zwei Grüfte angelegt wurden. Die ältere, wohl nach ihrem ersten Benutzer Herzog Stephan von Pfalz-Zweibrücken (Nr.134, 1459) genannte Anlage befand sich in der Mitte der Kirche [Druckseite XXII] und war bis in unsere Zeit durch eine Treppe44) zugänglich. Die jüngere Gruft wurde anläßlich des Neubaus der Kirche unter der südlich an den Chor anschließenden herzoglichen Grabkapelle ein- gerichtet und wird nach der inschriftlichen Bezeichnung auf dem Epitaph Herzog Wolfgangs LVDOVICI PROAVI SEPVLCHRVM (Nr.350, 1575) Ludwigsgruft45) genannt. Während beide Grüfte die Särge der Verstorbenen aufnahmen, erhielten diese - nachweislich seit der Bestattung Herzog Wolfgangs im Jahr 1575 - zusätzlich in der Grabkapelle aufgestellte, aufwendig gearbeitete Epitaphien (Nr.340, 1575; Nr.341, 1577; Nr.438, 1602 u.ö.). Daneben diente die Kirche vor und nach der Reformation den pfalz-zweibrückischen Amtsleuten und ihren Familien bzw. den am Hofe tätigen Personen als Begräbnisstätte. Einige von ihnen verfügten sogar über lokalisierbare Grablegen, so die Boos von Waldeck (Nr.178, 1494; Nr.222, 1502; Nr.308f., 1553 u.ö.) rechts vor dem Chor bzw. vor der Kanzel im südlichen Teil der Kirche. Von den Verwüstungen des 30jährigen Krieges verschont, blieb trotz vieler Umbauten und der Zerstörung einiger Grabdenkmäler durch französische Truppen nach 1789 der Gesamtcharakter der Kirche mit ihren zahlreichen Grabdenkmälern erhalten. Sie dient heute unter ihrer historischen Bezeichnung ’Schloßkirche’ als evangelische Pfarrkirche.

Zitationshinweis:

DI 49, Bad Kreuznach, Einleitung, 2. Kurzer historischer Überblick (Eberhard J. Nikitsch), in: inschriften.net,  urn:nbn:de:0238-di034mz03e006.

  1. Vgl. zum Folgenden Kdm. 1ff.; H. Uhlig (Hg.), Landkreis Kreuznach. Regierungsbezirk Koblenz (Die Landkreise in Rheinland-Pfalz 1). Speyer 1954 pass.; W. Vogt, Untersuchungen pass.; W. Vogt, Die Geschichte des mittleren und unteren Naheraumes, in: K. Becker (Hg.), Heimatchronik (s.d.) 75-194; K.- G. Faber, Die geschichtlichen Grundlagen und Anfänge des Landkreises Bad Kreuznach, in: LVjBll. 12 (1966) 83-98 sowie die Angaben aus dem Amtliche(n) Gemeindeverzeichnis von Rheinland-Pfalz, hg. vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz (Statistik von Rheinland-Pfalz 225). Bad Ems 1976. »
  2. Vom Rhein-Hunsrück-Kreis die Gemeinden Bruschied, Kellenbach, Königsau, Schneppenbach, Schwarzerden; vom Landkreis Birkenfeld die Gemeinde Kirn-Sulzbach, die nach Kirn eingemeindet wurde; vom Landkreis Kusel die Gemeinden Reiffelbach, Schmittweiler, Becherbach, Gangloff, Roth; vom Landkreis Bingen die Gemeinden Biebelsheim, Hackenheim, Pfaffen-Schwabenheim, Pleitersheim, Volxheim sowie die drei nach Bad Kreuznach eingemeindeten Orte Bosenheim, Ippesheim und Planig; vom Landkreis Rockenhausen die Gemeinden Altenbamberg, Callbach, Duchroth, Ebernburg, Feil-Bingert, Hallgarten, Hochstätten, Lettweiler, Oberhausen/Nahe, Odernheim (mit der Klosterruine Disibodenberg), Rehborn; vom Landkreis Alzey die Gemeinden Freilaubersheim, Fürfeld, Neubamberg, Tiefenthal. »
  3. Bingerbrück, Genheim, Hoppstädten, Medard, Münster-Sarmsheim, Waldalgesheim, Weiler bei Bingerbrück. »
  4. Bad Münster am Stein-Ebernburg (aus Bad Münster am Stein und Ebernburg), Becherbach (aus Becherbach, Gangloff, Roth), Guldental (aus Heddesheim und Waldhilbersheim), Heimweiler (aus Krebsweiler und Heimberg), Hochstetten-Dhaun (aus Hochstetten, Dhaun und Hochstädten). »
  5. Vgl. dazu ausführlich H. Cüppers (Hg.), Die Römer in Rheinland-Pfalz. Stuttgart 1990 pass. »
  6. Vgl. dazu ausführlich Vogt, Untersuchungen 132ff. und Europ. Stammtafeln NF IV Taf.23. »
  7. Vgl. dazu Dotzauer, Wild- und Rheingrafen pass. und Europ. Stammtafeln NF IV Taf.113. »
  8. Vgl. zu ihnen und zum Folgenden grundlegend Vogt, Untersuchungen pass., Naumann-Humbeck, Studien pass. und jüngst Mötsch, Genealogie pass. sowie ders., Regesten des Archivs der Grafen von Sponheim 1065-1437 (Veröff. der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz 41-45). Bde. 1-5, Koblenz 1987-1991. »
  9. Die im Alpenraum nachweisbare Familie desselben Namens, die im 12. und 13. Jahrhundert die Herzöge von Kärnten stellte, war über gemeinsame Ahnen mit den naheländischen Sponheimern verbunden; vgl. dazu zuletzt die Nachweise bei Mötsch, Genealogie 67ff. »
  10. Vgl. dazu jüngst S. Köhl, Burg Sponheim, in: Burgen und Schlösser 33 (1992/1) 6-19. »
  11. Vgl. dazu ausführlich Dotzauer, Kondominium pass. »
  12. Trotz der erst damals erfolgten Teilungen blieb die Grafschaft Sponheim immer als einheitliche Größe bestehen und wurde erst 1801 aufgelöst, als das gesamte linken Rheinufer der Republik Frankreich einverleibt wurde. »
  13. Vgl. dazu ausführlich Salden-Lunkenheimer, Besitzungen pass. und Seibrich, Entwicklung pass. »
  14. Vgl. zu ihm zuletzt LdM 3 (1986) 1112 und Nikitsch, Überlegungen pass. »
  15. So Seibrich, Entwicklung 102. »
  16. Vgl. die Übersicht bei Kdm. 10. »
  17. Vgl. dazu ausführlich Brandenburg/Polke (Hgg.), Reformation pass. »
  18. Vgl. zum Folgenden Büttner, Studien pass.; Seibrich, Disibodenberg pass.; die Veröffentlichungen des Bearbeiters sowie die grundlegend neue archäologisch-kunstgeschichtliche Erkenntnisse bietende Publikation von G. Stanzl, in der erstmals ausführlich der Verlauf und die Ergebnisse der von ihm in den Jahren 1985-1989 geleiteten Ausgrabungen dargestellt und analysiert werden. »
  19. Aus der öfters nachweisbaren, zweideutigen Kombination eines Personen- mit einem Ortsnamen wie etwa ALHEYDIS BENZE IUNIOR DE SOBERNHEIM läßt sich nicht immer ersehen, ob der oder die Betreffende dem jeweiligen Ortsadel oder anderen Kreisen zuzurechnen ist. »
  20. Die dortige Frauenklause „in der zwei bis drei Jungfrauen oder Witwen zusammenlebten” ist bisher lediglich für die Jahre 1483 bis 1507 urkundlich nachgewiesen (vgl. dazu Neumann, Rheinisches Beginen- und Begardenwesen 96). Mit den Disibodenberger Grabplattenfunden läßt sich nun eine bereits 140 Jahre ältere Tradition verfolgen. »
  21. Vgl. den Hinweis bei Stanzl, Disibodenberg 122. »
  22. Vgl. dazu Kdm. 382ff.; Fath, Baukunst 23-28; Vogt, Sponheim pass. und R. Dölling, Die ehemaligen Benediktinerkirchen in Offenbach am Glan und Sponheim (Rhein. Kunststätten 151). Neuss 31988, 10-15. »
  23. Vgl. dazu Meyer-Husmann, Baugeschichte pass.; Fath, Baukunst 59-66 und Jöckle, Pfaffen-Schwabenheim pass. »
  24. Vgl. zum Folgenden J. Jakob, Letztes Blühen und langsames Verblühen des Chorherrenstiftes Pfaffen-Schwabenheim, in: Kath. Kirchenkalender der Pfarreien des Dekanats Bingen (1952) 34-37. »
  25. Vgl. dazu Kdm. 66ff. und Seibrich, Entwicklung 93ff. »
  26. Bei den Ausgrabungen von 1858 fand man neben ihren Fundamenten „Grüfte mit steinernen Särgen” (vgl. Schmidt, Notizen 252); Inschriften werden nicht erwähnt. »
  27. Vgl. dazu ausführlich Vogt, Untersuchungen 99ff. »
  28. Die relativ geringe Dichte an bis dahin überlieferten Grabinschriften läßt sich vermutlich auch darauf zurückführen, daß die Kirche 1458 von einem Hochwasser heimgesucht wurde, bei dem „von den Gräbern die Grabsteine weggerissen” wurden (so Trithemius, zit. nach Kdm. 68f.). »
  29. Vgl. dazu Kdm. 73ff. und Buslay/Velten, St. Nikolaus pass. Vgl. dazu Kdm. 85ff. und Stein, Kloster pass. »
  30. Vgl. dazu Kdm. 85ff. und Stein, Kloster pass. »
  31. Vgl. dazu Hahn, Böckelheimer Kirchenspiel 61-63; Wagner, Geschichte 201-204 und Kdm. 410f. - Dringend erforderlich wäre nicht nur die historische und archäologische Erforschung der mittelalterlichen Klosteranlage, sondern auch die bisher unterbliebene Renovierung der im 16. Jahrhundert errichteten Teile. »
  32. Vgl. zu dieser wenig verbreiteten Kongregation K. Elm, Beiträge zur Geschichte des Wilhelmiten-Ordens (Münsterische Forschungen 14). Köln/Graz 1962 pass. »
  33. Vgl. die Pläne im Tafelteil. »
  34. Vgl. dazu Jüngst, Chronik pass.; Fröhlich, St. Johannisberg pass. und Kdm. 329ff. »
  35. Vgl. Kdm. 333ff., die Registereinträge und den Plan im Tafelteil. »
  36. Jüngst, Chronik 29 (Zitat) sowie 37 und 42. »
  37. Vgl. dazu Kdm. 193ff. und Peitz, Evangelische Kirche pass. »
  38. Eine 1894 und wieder 1972 freigelegte Gruft unter dem Altar erbrachte keine inschriftlich verwertbaren Funde; vgl. dazu ausführlich Peitz, Evangelische Kirche 7-11. »
  39. Vgl. dazu die Arbeiten von Heintz; Kdm. 238ff.; Fröhlich/Zimmermann, Schloßkirche pass. sowie Fischer, Kirchenbaukunst 179ff. »
  40. Wegen des Einbaus einer Fußbodenheizung in den siebziger Jahren wurde das Kirchenschiff mit neuen Bodenplatten versehen, die dadurch die noch vorhandene Gruft von oben vollständig bedecken. Die damals zufällig angefertigten Fotos zeigen zahlreiche beschriftete Särge; vgl. dazu Nr.542 von 1640 mit Anm.2. »
  41. Diese Gruft wurde auf Wunsch des Bearbeiters nach knapp hundert Jahren erstmals wieder geöffnet und erbrachte neben anderem den Fund der bis dahin unbekannten Grabplatte der Erbgräfin Anna von Veldenz-Geroldseck (s.o.); vgl. dazu ausführlich Nikitsch, Fürstengruft pass. »