Die Inschriften und Graffiti des Klosters Mariental

1. Vorwort, Vorbemerkungen und Hinweise zur Benutzung

1.1 Vorbemerkungen1)

Gegenstand der vorliegenden Sammlung sind die Inschriften und Graffiti des Klosters Mariental. Als Kriterium für die Aufnahme von Inschriften in dieses Corpus gilt das Provenienzprinzip, d. h. berücksichtigt werden auch solche Stücke, die sich heute an anderen Orten befinden, aber aus Mariental stammen. Aufgenommen wurden sowohl original als auch kopial überlieferte Inschriften; dabei ist Vollständigkeit angestrebt. Bei den Graffiti wurden wenige Quader nicht berücksichtigt, auf denen sich lediglich Einzelbuchstaben befinden.2)

Die Aufnahme und Anordnung der Inschriften sowie die Einrichtung der einzelnen Artikel folgt den Richtlinien der Interakademischen Kommission für die Herausgabe der Deutschen Inschriften. Der erste Teil des Katalogs enthält die Artikel zu den Inschriften, der zweite Teil die Artikel zu den Graffiti. Alle Katalogartikel sind fortlaufend numeriert; dabei sind die Inschriften chronologisch geordnet, die Graffiti nach ihren Standorten verzeichnet.

Die Katalogartikel sind untergliedert in Kopfzeile, beschreibenden Teil, Wiedergabe des Inschriftentextes, Kommentar und Apparat.

Ein Kreuz neben der laufenden Nummer in der Kopfzeile kennzeichnet Inschriften, deren Original verloren ist.
(1575) Eine in Klammern gesetzte Jahreszahl in der Kopfzeile bezeichnet eine genaue Datierung, die nicht aus der Inschrift selbst hervorgeht.

Der beschreibende Teil eines Artikels enthält Angaben zur Ausführung der Inschrift(en) und des Inschriftenträgers. Die Beschreibung erfolgt mit Ausnahme der Wappen vom Blickpunkt des Betrachters aus. Handelt es sich um mehrere Inschriften auf einem Inschriftenträger, so werden diese mit A, B, C bezeichnet; dies gilt in gleicher Weise für mehrere Graffiti auf einem Steinquader. Sind die Inschriften im Original überliefert, werden die Maße des Inschriftenträgers, die Buchstabenhöhe und die Schriftart angegeben. Im Falle kopialer Überlieferung ist die Quelle, nach der zitiert wird, genannt.

[...] Punkte in eckigen Klammern bezeichnen Textverlust, der nicht ergänzt werden kann. Läßt sich die Länge des verlorenen Textes feststellen, markiert ein Punkt jeweils einen ausgefallenen Buchstaben.
[ . . . ] Läßt sich die Länge des verlorenen Textes nicht feststellen, stehen drei durch Spatien getrennte Punkte. Ergänzter Text ist ebenfalls in eckige Klammern gesetzt.
( ) Abkürzungen werden in runden Klammern aufgelöst. Bei der Auflösung ist U- oder V-Schreibung je nach Usus der Inschrift eingesetzt. Punkte auf der Grundlinie oder hochgestellte Punkte werden nach Abkürzungen nur dann beibehalten, wenn die Inschrift durchgehend mit Worttrennern versehen ist.
/ Ein Schrägstrich markiert das Zeilenende.
// Zwei Schrägstriche markieren den Wechsel des Inschriftenfeldes.
AE   Die Unterstreichung zweier Buchstaben bezeichnet eine Ligatur.

Einer lateinischen Inschrift schließt sich unmittelbar die Übersetzung an. Bei metrischen Inschriften folgt die Bestimmung des Versmaßes. Soweit sich auf dem Inschriftenträger Wappen befinden, folgt die Wappenbeschreibung. Dabei ist der heraldische Standort maßgeblich.

Der Kommentar enthält Erläuterungen zu verschiedenen mit der Inschrift oder dem Inschriftenträger zusammenhängenden Fragen. Der Apparat gliedert sich in Buchstaben- und Ziffernanmerkungen sowie Nachweise der kopialen Überlieferung. Die Buchstabenanmerkungen beziehen sich auf textkritische Probleme der Inschrift, sie enthalten abweichende Lesarten der Parallelüberlieferung und weisen auf Besonderheiten der Schreibweise oder fehlerhafte Stellen hin. Die Ziffernanmerkungen enthalten Erläuterungen und Literaturnachweise. Die am Schluß der Inschrift aufgeführten Literaturangaben beziehen sich auf die kopialen Überlieferungen der Inschrift und geben Abbildungsnachweise. Ist die Inschrift lediglich kopial überliefert, steht an erster Stelle die Quelle, nach der die Inschrift zitiert wird.

Zitationshinweis:

DIO 4, Kloster Mariental, Einleitung, 1. Vorwort, Vorbemerkungen und Benutzungshinweise (Sabine Wehking und Christine Wulf), in: inschriften.net,   urn:nbn:de:0238-dio004g002e005.

  1. Die vorliegende Sammlung der Inschriften und Graffiti des Klosters Mariental ist, angeregt durch Herrn Lothar von Dewitz (Mariental), in den Jahren 1992–1996 als gemeinsam finanziertes Projekt der Akademie der Wissenschaften in Göttingen und des Braunschweigischen Vereinigten Kloster- und Studienfonds entstanden. Im Laufe der Arbeit haben wir von vielen Seiten freundliche Hilfe und Unterstützung erfahren. Familie von Dewitz, Frau Schmidt, Herr Pastor Karl Leyrer, Frau Küsterin Jung (alle Mariental), Familie von Wallmoden (Altwallmoden), die ev. Kirchengemeinde Engelnstedt, Herr Pfarrer Bartsch (Erxleben) sowie das Braunschweigische Landesmuseum Wolfenbüttel haben uns – oft mit großer Geduld – die Objekte zugänglich gemacht. Der Vorsitzende der Göttinger Inschriftenkommission, Herr Professor Ulrich Schindel, hat das Manuskript durchgesehen. Frau Christiane Sommer M.A. (Inschriftenkommission Göttingen) hat bei der Fertigstellung des Manuskripts geholfen und die Register vorbereitet. Ohne das beharrliche Interesse, das die Familie von Dewitz sowie Herr Michael Rudolph vom Kloster- und Studienfonds für diese Arbeit über einen langen Zeitraum aufgebracht haben, wäre das Projekt sicher nicht zum Abschluß gekommen. Ihnen allen, wie auch dem Braunschweiger Geschichtsverein, der den Beitrag in sein Jahrbuch aufgenommen hat, gilt unser Dank. »
  2. Die Text- und Photodokumentation aller Graffiti liegt in der Inschriftenarbeitsstelle der Akademie der Wissenschaften in Göttingen vor. »