Inschriftenkatalog: Stadt Ingolstadt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 99: Stadt Ingolstadt (2017)

Nr. 496 Pfk. St. Moritz 1630

Beschreibung

Stifterinschrift des Werner Graf von Tilly und seiner Ehefrau Franziska Barbara, geb. Fürstin von Liechtenstein. An der Predella des nördlichen Seitenaltars, des heutigen Rosenkranzaltars. Holz, gemalt. Der heutige Befund verdankt sich vermutlich einer späteren Renovierung.

Maße: H. (der Schrifttafel) 19 cm, B. (der Schrifttafel) 126 cm, Bu. 2,6 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 99, Nr. 496 – Pfk. St. Moritz – 1630

 © BAdW München, Inschriftenprojekt [1/1]

  1. WERNERUS COMES DE TILLY CUM CONIUGE FRANC(ISCA) BARBARA NATA PRINCIPISSA / LIECHTENSTEIN ETC(ETERA) HOC ALTARE SANCTIS ANGELIS PRO LIBERATIONE FIDELIUM / DEFUNCTORUM PIAE RECORDATIONIS MONUMENTUM OBTULERUNT. ANNO CHRISTI / MDCXXX DIE APRILIS XVIIII.

Übersetzung:

Werner Graf von Tilly hat, mit seiner Gemahlin Franziska Barbara, geborener Prinzessin von Liechtenstein und so weiter, den Heiligen Engeln für die Befreiung der verstorbenen Gläubigen, seligen Angedenkens, am 19. April im Jahre Christi 1630 diesen Altar als Denkmal dargebracht.

Kommentar

Werner Graf von Tilly war ein Sohn des älteren Bruders des berühmten Feldherrn Johann T‘Serclaes Graf von Tilly und sein Erbe. Nach einer militärischen Laufbahn war er von 1627 bis 1632 Statthalter in Ingolstadt, wechselte jedoch anschließend wieder in den Felddienst1). Er heiratete 1627 Franziska Barbara (geboren 1604), die Tochter Karls I., Fürsten von Liechtenstein, und der Anna Maria von Boskowitz und Černahora2). Die Stiftung Tillys steht vermutlich im Zusammenhang mit den Renovierungsmaßnahmen unter dem Pfarrer Leo Menzel (vgl. Nr. 521†)3). Der heutige Aufbau des Altars verdankt sich der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Stifterinschrift im Zuge der mehrfach vorgenommenen Renovierungen überfasst wurde. Sie zeigt einige für Ingolstadt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ungewöhnliche Gestaltungsmerkmale, so z. B. die Verwendung der runden U-Formen und den sehr gestreckten Schriftcharakter.

Anmerkungen

  1. Vgl. Kleemann, Festung 119.
  2. Ritter, Kurze Geschichte 52.
  3. Götz, St. Moritz 6.

Nachweise

  1. Götz, St. Moritz 35.

Zitierhinweis:
DI 99, Stadt Ingolstadt, Nr. 496 (Christine Steininger), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di099m018k0049604.