Die Inschriften der Stadt Ingolstadt

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6. Nicht aufgenommene Inschriften

Bei der Bearbeitung der Inschriften der Stadt Ingolstadt wurde – wie für alle Bände des Deutschen Inschriftenwerks gefordert – größtmögliche Vollständigkeit angestrebt. Dennoch wurde im Ingolstädter Bestand bewusst auf die Aufnahme einiger Stücke verzichtet. Um dem interessierten Leser die Möglichkeit zu geben, auch diese Stücke in eigene Überlegungen einzubeziehen, werden sie hier aufgelistet. Aufgezählt werden auch einige Stücke, die in der Literatur für den Bearbeitungszeitraum reklamiert werden, aber inzwischen sicher später datiert werden müssen, ebenso Stücke, deren Provenienz für Ingolstadt nicht als hinreichend gesichert gelten kann. Nicht aufgeführt werden Stücke, deren Provenienz oder Entstehungszeit eine Aufnahme in den Inschriftenband unstrittig ausschließen.

Ausgeschlossene Inschriftengruppen

Neben den für den auf Grund der Regeln des Deutschen Inschriftenwerks ohnehin ausgeschlossenen Spezialbeständen (s. Benutzungshinweise) wurde in Ingolstadt auf folgende Inschriftengruppen verzichtet:

Ingolstadt bietet eine nahezu unüberschaubare Zahl an Graffiti, besonders die Inschriftensteine in der Franziskanerklosterkirche sind, soweit in erreichbarer Höhe und in der Nähe von Kirchenbänken angebracht, mit Graffiti geradezu überzogen (vgl. Abb. 47, 48). Ein großer Teil dieser Beschriftungen verdankt sich Studenten, die in der Franziskanerklosterkirche die Predigt hören mussten. Auf die Aufnahme dieser Beschriftungen in den Inschriftenband musste notgedrungen verzichtet werden. Sie stellt ein eigenes Forschungsprojekt dar – ähnliches gilt für die Graffiti in der Dürnitz des Neuen Schlosses und die im Erdgeschoß des Südturms des Münsters befindlichen Ritzinschriften, die weder auf Grund beigefügter Datierungen, noch auf Grund des Schriftbefundes sicher für die Bearbeitungszeit belegt, noch ausgeschlossen werden können.

Das Stadtmuseum in Ingolstadt verfügt über eine Sammlung von Kachelmodelfragmenten, die teilweise Beschriftungen tragen. Da es sich um Musealgut handelt, wurde auf ihre Aufnahme verzichtet103).

Die Steinmetzzeichen an den Ingolstädter Pfarrkirchen wurden in eigenen Spezialpublikationen von Franz Dietheuer behandelt, sie werden hier deshalb nicht erneut geboten104).

Nicht datierbare Inschriften und Inschriften mit Entstehungsdatum nach dem Erfassungszeitraum105)

  • Pfk. Zur Schönen unserer Lieben Frau, Kapelle der Mater ter admirabilis, Fensterwand.
    Reliquienschrein mit Reliquien des Seligen Jakob Rem SJ. Holzschrein. Unten ein dreigliedriger Sockel, darauf ein Schrank mit den Reliquien, auf der Tür mit rechtem Anschlag Gemälde: Portrait des Jakob Rem mit aufgeschlagenem Buch in der Hand, auf den Buchseiten und unter dem Portrait auf weißem Grund Inschriften in Antiqua106). Das mit dem Schrein verbundene Ölgemälde ist das älteste bekannte Portrait Jacob Rems. Es kann in die Mitte des 17. Jh. datiert werden. [Druckseite 52] Der Maler ist nicht bekannt. Der Schrein stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Inschriften gehören also nicht mehr in den Erfassungszeitraum.
  • Pfk. Zur Schönen unserer Lieben Frau, Sebastianskapelle (Südseite, zweite Langhauskapelle von Westen oder Südseite, fünfte Langhauskapelle von Westen)107)
    Dedikationsinschrift auf dem Sebastians-Altar 108). Fischer spricht von einem spätgotischen Altärchen, das einen Barockaltar mit einem Altarbild des Malers Dezler aus Augsburg seit der Renovierung von 1851 ersetzte. Aus seiner Formulierung ist nicht sicher zu entnehmen, ob die Inschrift zum gotischen oder zum abgebauten Barockaltar gehörte. Da die Inschrift auch auf Grund der Formulierung eher auf einen Barockaltar schließen lässt, wurde sie nicht in den Katalog aufgenommen. Auch bei Wagner109) wird die Inschrift erwähnt, leider erneut ohne klare Zuweisung.
  • Pfk. Zur Schönen unserer Lieben Frau, Sebastianskapelle (Südseite, zweite Langhauskapelle von Westen oder Südseite, fünfte Langhauskapelle von Westen), an der Evangelienseite in der Wand.
    Grabinschrift des Franziskus Dominikus von Sandizell 110). Die kopiale Überlieferung bietet übereinstimmend eine Grabinschrift mit dem Datum 14. Mai 1636111). Franziskus Dominikus von Sandizell war der Sohn des Johann Dominikus und der Maria Magdalena, geb. von Sandizell zu Edelshausen. Er starb in Ingolstadt am 13. Mai 1686 am ungarischen Fieber112). Die Inschrift ist daher in das Jahr 1686 zu datieren. Da die Abschriften übereinstimmend das Datum MDCXXXVI bieten, muss davon ausgegangen werden, dass bereits auf dem Original das römische Zahlzeichen L ausgefallen war.
  • Pfk. Zur Schönen unserer Lieben Frau, ehemals außen Südwand, östlich des östlichen Südportals.
    Verlorene Grabinschrift Gertraud Knechtl 113). Inschrift für eine angeblich am 1. Februar 1616 verstorbene gewesne keisersheimsche Kastnerin Gertraud Knechtl. Aus der Formulierung ist zu schließen, dass Gertraud zum Zeitpunkt ihres Todes Witwe war bzw. dass ihr Mann das Kaisersheimer Kastenamt nicht mehr innehatte. Andreas Knechtl ist jedoch noch 1628 als Kaisersheimer Kastner in Ingolstadt nachweisbar (StadtA Ingolstadt Urkunde C 550 vom 26. Juni 1628). Mit Ostermair, Stadtpfarrkirche 57, ist die daher wohl die Jahreszahl 1661 zu lesen.
  • Pfk. Zur Schönen unserer Lieben Frau, außen, nordnordöstliche Chorwand, Verwitterte Kalksteinplatte, sie zeigt unter einem von Pilastern getragenen Rundbogen rechts ein Kruzifix, davor links auf einem Podest kniend, das Birett in Händen, einen Angehörigen der Universität, erkennbar an seiner Tracht. Am Kruzifix angebracht ist ein Täfelchen mit den Buchstaben I . N . R . I in Kapitalis. Datierung unklar, vermutlich nach Bearbeitungsgrenze.
  • Franziskanerklosterkirche Mariae Himmelfahrt oder Franziskanerkloster114)
    Verlorene Gedächtnisinschrift der Margaretha von Sigertshofen 115) für ihren Vater den churfürstlich bayerischen Guardifähnrich Johannes Caspar von Sigertshofen (†1634 September), wohl auf einer Wappenplatte oder Tafel. Er war bestattet in einem Kreuzgang des Franziskanerklosters116). Cgm 2267 überliefert nur eine zusammenfassende Notiz, aber in Textform eine Ahnenprobe [Druckseite 53], die auf dem Denkmal angebracht war117). Margaretha wird in der Inschrift als des kayserlichen Reichsstiftes Niedermünster in Regensburg Fürstin und Aebtissin bezeichnet. Es muss sich also um die Äbtissin Maria Margarethe von Sigertshofen (Äbtissin 1652–1675) handeln, eine Äbtissin aus dem Geschlecht der Sinzenhofen ist im 17. Jahrhundert nicht belegt. StadtA Regensburg HVOR B. Ms. 23 überliefert unter dem Text die Jahreszahl 1654, dabei dürfte es sich um das Datum der Denkmalsetzung handeln.
  • Franziskanerkloster
    Gedenkinschrift 118) Ostermair gibt den Text einer Inschrift beim Aufgang zum Dormitorium wieder, die die Gründungsgeschichte des Ingolstädter Franziskanerklosters berichtet119). Die Inschrift ist wohl dem Neubau des Klosters in den Jahren 1724–26 zuzuordnen. Ostermair schreibt in seinem Führer, neben dieser Tafel hätte es noch weitere Tafeln zur Renovierung der Klostergebäude im 18 Jahrhundert gegeben.
  • Franziskanerkloster ,Kreuzgang
    Verlorene Sterbeinschrift des Michael Bayr/Gayr im Inneren Kreuzgang und verlorene Sterbeinschrift für Michael Gayr und seine Ehefrau Katharina, geb. Weißenegger 120) im Äußeren Kreuzgang. Clm 1533 p. 384 bietet mit der Jahresangabe 1641 eine Sterbeinschrift für Michael Bayr, gewester Stadthauptmann allhier, Clm 2105 fol. 229v eine Sterbeinschrift für Michael und seine Ehefrau mit nicht ausgeführter Datierung. Am 14. Januar 1636 wurde Michael Gayr zum Stadthauptmann von Ingolstadt gewählt, am 20. September 1651 Franz Aspelt zu seinem Nachfolger121). Es handelt sich also bei den Abschriften wohl um Überlieferungen von Denkmälern für diesen Stadthauptmann, die daher ins Jahr 1651 und damit nach die Bearbeitungsgrenze zu datieren sind. Unklar bleibt ob es sich tatsächlich um zwei Denkmäler, Epitaph und Grabplatte, an verschiedenen Orten des Klosters gehandelt hat oder ob es sich um eine in einem Fall stark verkürzte Überlieferung ein und desselben Denkmals handelt.
  • Kloster St. Johann im Gnadenthal
    Kloster St. Johann im Gnadenthal, Gästetrakt
    Portrait des Qiuirinus Leonius (Brustbild eines Mannes , ein Buch in Händen) (H. 81 cm, B. 61 cm) mit der Beischrift (Bu. 2,3 cm) links vom Haupt122).
    Das Bild ist stilistisch in 17. Jahrhundert einzuordnen, vermutlich in die zweite Hälfte. Die Provenienz des Stückes ist unklar, ebenso der Zeitpunkt der Verbringung in das Kloster St. Johann im Gnadenthal. Der Hinweis Alumnatus Fundator lässt eine Verbindung mit der Kollegstiftung des Quirinus Leoninus (vgl. Nr. 371) vermuten. Da eine Entstehung in der ersten Hälfte des 17.Jh. nicht ganz ausgeschlossen werden kann, wird es hier aufgeführt.
  • St. Sebastian, rechter Seitenaltar, sogenannter Prändelscher Altar123)
    Verlorene Stifterinschrift. Das in der gesamten kopialen Überlieferung übereinstimmend für die Stifterinschrift überlieferte Datum 1634 ist mit der Genealogie der Stifterfamilie nicht in Einklang [Druckseite 54] zu bringen: Der in der Inschrift als verstorben bezeichnete Wolf Bernhard Brandl zu Irnsing verstarb am 20. November 1655, der Stifter des Altars Adam Franz im Jahre 1699. Beide waren am Ende ihres Lebens Landrichter in Hirschberg124). Vermutlich ist der Altar 1674 errichtet worden, dafür sprechen auch die in den Rechnungsbüchern von St. Moritz für dieses Jahr verzeichneten Aufstellungskosten.
  • Neues Kreuztor
    Zwei verlorene aus Stein gehauene Ritter mit Beischriften125). Zum Gedenken an die Festungsbaumeister des 16. Jahrhunderts Reinhard Graf zu Solms und Daniel Speckle. Herstellungszeit unsicher, doch wahrscheinlich erst 19. Jahrhundert.
  • München, Universitätsarchiv
    Szepter der Universität. 1485 ist die Bestellung eines Szepters für die Artistenfakultät belegt, das der Münchner Goldschmied Hans von Windsheim für 31 fl. fertigte. Dieses Szepter blieb bis 1642 in Gebrauch, ist heute jedoch verloren. Für das frühe 16. Jahrhundert sind mehrere Szepter belegt. Bis heute erhalten haben sich zwei Szepter des 17. Jahrhunderts, die wohl in ihrer heutigen Form für die Visitation der Universität durch Kurfürst Maximilian I. im Jahre 1642 geschaffen wurden: das Szepter der drei höheren Fakultäten und das Szepter der Artistenfakultät. Beide Szepter wurden im 2. Weltkrieg stark beschädigt und in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts durchgreifend renoviert. Vom Inschriften tragenden Szepter der Artistenfakultät waren nur mehr der untere Knauf, zwei Stabteile und einige kleine Einzelteile vorhanden, so dass man von einer völligen Neuschöpfung nach dem alten Vorbild sprechen muss. Die Beschriftungen auf dem Szepter der Artistenfakultät auf den vier Seiten des Tabernakelsockels, beinhalteten Anrufungen der Muttergottes. Auf dem Kapitell darunter wurde vorne das kurfürstlich bayerische Wappen angebracht, hinten heute – sicher abweichend vom Originalbefund und aus nicht nachvollziehbaren Gründen – eine Tartsche mit Georgianumswappen, auf den beiden anderen Seiten je ein Monogramm des ursprünglichen Schöpfers der Szepter Michael Freitag. Auf der Tabernakelbekrönung befanden sich auf jeder Seite Wappenkartuschen mit je zwei Wappen, diese wurden bei der Wiederherstellung nach dem Zweiten Weltkrieg ledig gelassen. Im Archiv der Universität finden sich Abzeichnungen der Wappenschilde aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, eine Zuordnung der sehr schwer zu identifizierenden Wappenbilder muss noch erfolgen126).
  • Stadtmuseum, Depot
    Fischmaße. Im Stadtmuseum wird heute eine Tafel mit der Angabe von Maßen zu Donaufischen verwahrt. Die Datierung der Tafel ist unklar. Spranger, Fischerhandwerk 57, reklamiert sie für das 16. Jahrhundert127). Auf Grund der Gestaltung der Tafel, ist sie – zumindest in ihrer heutigen Form – wohl eher in das 18. Jahrhundert zu datieren128).

Inschriftliche Ausführung ungesichert, bzw. Wiedergabe unsicher

  • Pfarrhof St. Moritz
    Künstlerinschrift auf dem Gemälde Auferweckung des Lazarus 129). Ehemals in der Sebastianskapelle von St. Moritz, dann im Pfarrhof, heute verschollen. Götz beschreibt ein Gemälde mit Künstlerinschrift130).Unklar ist, ob es sich um eine Inschrift oder eine einfache Signatur handelte.
    [Druckseite 55]
  • Pfk. Zur Schönen unserer Lieben Frau, Kapelle der Dreimal wunderbaren Mutter
    Beischrift zum romanischen Kruzifix 131) Es handelt sich um die erklärende Beischrift zu einem Kruzifix. Zu Gemmingers Zeit, befand sich das Kruzifix im Kongregationssaal Maria de Victoria. Mit diesem Kruzifix verbindet sich einerseits die Legende, dass es zu Pater Jakob Rem, dem Begründer des Marianischen Kolloquiums, gesprochen hat, andererseits eine zweite Legende, dass das Kruzifix einen Colloquisten der eine Todsünde aus Scham nicht gebeichtet hatte, nach der Beichte geohrfeigt haben soll132). Die zeitliche Zuweisung der Inschrift bereitet Probleme. In der Geschichte des Marianischen Colloquiums ist die zweite Legende verzeichnet. Nach diesem bei Hattler zitierten Bericht hat derselbe Sodale später einen Bericht über den Vorgang an das Marianische Colloquium geschickt, der dann an das Kreuz angeheftet wurde133). Dabei könnte es sich um die oben genannte Inschrift handeln, damit wäre Entstehung in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wahrscheinlich, unsicher aber, ob der Text tatsächlich als Inschrift oder nur handschriftlich auf einem Blatt Papier ausgeführt war. Heute befinden sich beim Kreuz keine Spuren einer wie immer gearteten Inschrift.
  • Standort unbekannt
    Gedenkinschrift für Johannes T‘serclaes Graf von Tilly 134)
    Johannes T‘serclaes Graf von Tilly wurde am 14. April 1632 in der Schlacht bei Rain am Lech verwundet und nach Ingolstadt verbracht, wo er im Haus des Universitätsprofessors Arnold Rath135), seines Landsmannes, gepflegt wurde, jedoch am 30. April seinen Verletzungen erlag. Auf dem Totenbett erbat er sich eine Bestattung in der Gnadenkapelle von Altötting, mit der er seit langem durch zahlreiche Stiftungen verbunden war. Eine Bestattung an diesem Ort war jedoch durch päpstliches Dekret ausgeschlossen. Tilly wurde zunächst in der Jesuitenkirche Hl. Kreuz beigesetzt136). Sein Neffe und Erbe Werner Graf von Tilly (vgl. Nr. 496) bemühte sich um die Memoria des Onkels und kaufte zu diesem Zweck 1637 die alte Peterskapelle am Kreuzgang der Altöttinger Stiftskirche, die heute sogenannte Tillykapelle, und begann sie auszustatten. Im selben Jahr wurde das Herz Tillys im Oktogon der Gnadenkapelle beigesetzt und mit der in der Ingolstädter Inschrift zitierten Kardiothaphinschrift versehen137). Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1652, wurde Tillys Leichnam nach Altötting überführt und in der Tillygruft beigesetzt. Die Überlieferung der Gedenkinschrift weist mehrere Probleme auf. Cgm 3017 überliefert den Text nach den Inschriften des Spitals, jedoch auf einer eigenen Seite. Unklar bleibt, wo sie angebracht war, wenn sie denn je als Inschrift ausgeführt wurde. Ein möglicher Standort wäre St. Moritz, wo sich mehrere Feldherren- und Statthalterdenkmäler befinden (vgl. z.B. Nr. 569). Die Jesuitenkirche Hl. Kreuz scheint als Standort nur wenig wahrscheinlich, da der Text den ursprünglichen Bestattungsort benennt und nicht, wie bei der Positionierung nahe dem Begräbnis anzunehmen wäre, auf eine Formulierung wie hic sepultus zurückgreift. Eine weitere Unsicherheit betrifft die Datierung. Der Text beinhaltet die Inschrift des Kardiothaphs in Altötting. Das Herz Tillys wurde nach den Angaben der Zeitgenossen unmittelbar nach seinem Tode bei der Einbalsamierung entnommen und nach Altötting verbracht138). Die Beisetzung der Herzurne erfolgte 1637. Dies wäre also der Terminus post quem. Die Inschrift muss aber wohl auch vor der endgültigen Verbringung von Tillys Leichnam nach Altötting (1652/53) entstanden sein, da sie dieses Ereignis trotz ihrer sonstigen Bemühung um historische Genauigkeit nicht erwähnt.

[Druckseite 56]

Inschriftenreste

  • Pfk. Zur Schönen unserer Lieben Frauen, außen, über dem Südwestportal, links und rechts der Portaleinfassung.
    Freigelegte Freskenreste, unter einem Zierfeld ein quadriertes Wappen darüber ein Schriftband mit Schriftresten in Gotischer Minuskel, kein Text mehr erkennbar.
  • Pfk. Zur Schönen unserer Lieben Frau
    Buchstabenreste unter dem Fenster des Hl. Wolfgang. Chorhochverglasung über der ersten nordnordöstlichen Chorumgangskapelle (N II). Reste von Inschriften in Gotischer Minuskel, sichtbar therc, fens, ez und weitere Buchstabenreste. Offensichtlich wurden zu unbekannter Zeit, vermutlich im Zuge der zahlreichen Ausbesserungsarbeiten an den Münsterfenstern, Schriftreste von verschiedenen Fenstern zu einem Schriftband zusammengefügt.
  • Pfk. Zur Schönen unserer Lieben Frau außen, östlich des östlichen Südportals, unter den Resten einer Totenlaterne
    Überreste einer eingehauenen Sonnenuhr, wohl aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. nur mehr einzelne Schäfte der Stundenstriche erkennbar.

Provenienz Ingolstadt nicht gesichert

  • Pfk. Zur Schönen unserer Lieben Frau, Schatzkammer
    Holzepitaph mit einer Darstellung der Verklärung Christi. Die an den Beginn des 16. Jahrhunderts zu datierende Lindenholztafel mit Darstellung in Relief trägt über den Häuptern der Apostel die Beischrift [praecep]tor bonum(m) e(st) nos hic esse (Lc 9, 33b). Das Stück wurde im Zuge der Regotisierung des Münsters aus dem Kunsthandel erworben. Eine ursprüngliche Ingolstädter Provenienz ist unwahrscheinlich. Daher wurde die Inschrift nicht in den Band aufgenommen.
  1. Bei der Ausgrabung des Apothekenschachtes in der Moritzstraße 17 wurden auch beschriftete Kachelreste gefunden. Sie werden nach den Maßgaben des deutschen Inschriftenwerkes nicht aufgenommen, da es sich um Gegenstände serieller Produktion handelt. Vgl. Endres, Fayence-Gefäße 68–75. Es handelt sich um Kacheln mit Abbildungen der Tugenden mit deutschen Beischriften in Kapitalis. »
  2. Dietheuer Franz, „Redende Steine“ am Liebfrauenmünster und am Neuen Schloss. In: SHVI 92 (1983) 123–144 und ders., Alte Steinmetzzeichen an St. Moritz in Ingolstadt. In: IH 40 (1972) 1–3. 8. Vgl. dazu auch Hofmann, Geschichte 1, 373–378 (zum Münster) »
  3. Keine Berücksichtigung finden hier durch Abschreibefehler falsch datierte Inschriftenabschriften in der kopialen Überlieferung z.B. Clm 2105 fol. 91v-92r Nr. 273, Sterbeinschrift des Ingolstädter Stadtphysicus Benedikt Hincklmann (†1689), in der Handschrift ist bei der römischen Zahl ein C ausgefallen: MDLXXXIX statt MDCLXXXIX»
  4. Unter dem Portrait: R(everendus) P(ater) Iacobus Rhem uitae sanctimonia clarissimus omnibus ob prolixam in omnes aegros praesertim / caritatem acceptissimus, auctor huius Colloquy nascitur Briganty ad Acronium MDXLV / denascitur Ingolstady IV Idus Octob(ris) MDCXVIII Anno ab instituto Colloqio XXIV. Auf den Buchseiten: Colloquium / est coetus / priorum in / honorem Bea/tissimae Virginis / MARIAE // institutus suas / Directiones / INVIOLA/BILITER / observans.  »
  5. Vgl. Fischer, Stadtpfarrkirche 22, Anm. 17 »
  6. Per merita ac martyrium S. Sebastiani libera domine civitatem ab omni contagio animarum et corporum.  »
  7. Wagner, Stadtpfarrkirche 32. »
  8. Clm 2105 fol. 40, Oefeleana 300 p. 92 und Cgm 3017 fol. 14v-15r »
  9. Hic Jacet illust(ris) et Gen(erosus) Dom(inus) Franc(iscus) Dominicus L(iber) B(aro) ab et in Sandizell (etcetera) Flos, decusque Philosophiae, in qua improviso Coetanei sui obitu docente, moriendi artem quotidie discens tantum profecit, ut ad mortem tunc maxime paratus esset, Cum vicinam Fatalis morbus nuntiaret. Sacris rite munitus piè in domino obyt 14. May anno Ch(ri)sti MDCXXXVI aetat(is) suae 17. Disce mori et piis manibus benè precare.  »
  10. Vgl. Reischl Georg August, Tausendjähriges Sandizell. München 1948, 109. »
  11. Clm 2105 fol. 81r »
  12. Clm 1533 p. 399, Cgm 2267/1 p. 31 (Vorortabschriften) und StadtA Regensburg HVOR B. Ms. 23 p. 30, Nr. 61. »
  13. Bei Clm 1533 Sinzzenhofen»
  14. Des kayserlichen freyen Reichsstiftes Niedermünster in Regenspurg fürstin und Aebtissin Margaretha von Sinzzenhofen haben zur Gedächtnus dem Herrn Vattern Joannes Caspar von Sinzzenhofen der Churfürstlichen Durchlaucht in Bayern gewester Guardi fendrich in den Haubtfestung und stat Ingolstatt welcher Anno 1634 im September gestorben und alhier begraben liegt dieses Epitaphium alhie machen lassen.  »
  15. Sigershouen     Weix
    Haslang           Pettenhoven
    Wildenstein      Fronhoven
    Freintsperg      Frauenhoven
     »
  16. Ostermair, Führer 32. »
  17. Anno salutis humanae MCCLXXV Gregorio X Summo Pontifice ac Ministro Generali totius ordinis P. Hieronimo Esculo, qui dein summus pontifex Nicolaus IV. presidente reverendissimo ac illustrissimo domino Hildebrando, episcopo Eichstadiensi, sanctae Moguntinae sedis cancellario, illustrissimo d(omino) d(omino) Ludovicus comes Palat(inus) Rheni dux Bavariae, autoritate apostolica et de consensu dicti episcopi donavit ad laudem Dei et cultum nominis divini amplificandum, pro sua suorumque tum progenitorum tum subditorum salute, fundum aptum Ingolstadii ad aedificandam ecclesiam et monasterium ord(inis) min(oris) S. Francisci eo quod F(ratres) illos prae aliis religiosis honoravit specialius obtulitque in promptu pro initio fabricae ex parte sua xx et ex parte conjugis suae x marchas argenti; tantique operis executorem constituit per devotum Vibrordum Rorbachium Ingolstadiensem judicem et praefectum, qui per brevissimum temporis spatium aedificium perfectum fratribus tradidit»
  18. Clm 1533 p. 384 und Clm 2105 fol. 229v. »
  19. Vgl. Landwehralmanch 1817, 96: »
  20. Quirinus Leonius / cath(edralis) Ecc(lesiae) Ratisb(onensis) Prae/po(situs) Alumnatus Fun/dator Ingolstadii A(nno) C(hristi) 1599.  »
  21. StA Ingolstadt A V/188 (Sammelfaszikel zu St. Sebastian), Ostermair, Beiträge 173f.; Ostermair Führer 20; Hofmann, Ausstattung 292f. »
  22. Vgl. Ferchl, Behörden 322f. »
  23. Ostermair, Beiträge 243: R(einhard) Graf zu Solms Münchsberg 1491 + 1562 baute Ingolstadt 1539. D(aniel) Speckle aus Straßburg 1536 + 1589 baute zu Ingolstadt 1575.  »
  24. Paatz, Corpus Sceptrorum I, 106–109; Paatz, Corpus Sceptrorum I, Tf. LXI; Paatz, Corpus Sceptrorum II, 116. Für die Einsichtnahme der Szepter sei dem Archiv der Ludwig-Maximilians-Universität und speziell Herrn Dr. Claudius Seidl herzlich gedankt. »
  25. Vgl. Spranger, Fischerhandwerk 57. »
  26. Zur Fischmaßtafel vgl. Steininger/Ring, Fische in der epigraphischen Werkstatt, passim »
  27. Götz, St. Moritz 35. »
  28. 15 GIS 91  »
  29. Gemminger, Ingolstadt 188. »
  30. Vgl. Brandl, in: Brandl, Liebenfrauenmünster 103f. »
  31. Vgl. Hattler, Ehrwürdiger P. Jakob Rem 223f. »
  32. Cgm 3017 fol. 70v. »
  33. Zu Rath vgl. Biographisches Lexikon 328. »
  34. So jedenfalls Schwäbl, Friedhöfe Nr. 19. »
  35. Zum Kardiotaph vgl. Dietz, Ewige Herzen 127 (m. Abb.) und Der Du gelehrt hast, 150, Abb. 55b. Überliefert wird die Herzinschrift in der Ausgabe Jakob Balde, Magnus Tillius Redivivus sive M. Tillij Parentalia, München 1878, 267. Vgl. http://mdz.10.bibvb.de/~db/bsb00009507/images/index.html»
  36. Vgl. Balde, Opera poetica omnia VIII, 18. »