Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 663 Roemer-Museum 1624

Beschreibung

Fragment einer hochrechteckigen Grabplatte wahrscheinlich für die zweite Ehefrau des Pastors Johannes Willerding, Katharina Mebesius.1) Sandstein. Das Fragment ist im Innenhof des Roemer-Museums angebracht, die Platte stammt vermutlich vom Friedhof St. Georg. Erhalten ist der in der Mitte gespaltene obere Teil der Platte. Durch den Spalt und die Fuge fehlt ein etwa 5–10 cm breites Stück. Unter einer Bogenarchitektur ist die Verstorbene im Halbrelief dargestellt, das Gesicht ist zerstört. Im Bogenscheitel Engelskopf (nur die Flügel erhalten), im linken Zwickel des Bogens ein Vollwappen, das korrespondierende Wappen auf der rechten Seite ist abgearbeitet. Von der ursprünglich an vier Seiten umlaufenden Inschrift sind nur noch der Anfang und der Schluß erhalten, die rechte Seite ist abgearbeitet, die untere Schmalseite fehlt, von der linken Seite ist nur der obere Teil vorhanden. Die Inschrift ist erhaben vor einer oben und unten abgetreppten vertieften Schriftleiste ausgeführt, die Ober- und Unterlängen in Kontur im Leistenrahmen.

Maße: H.: 112 cm; B.: 86 cm; Bu.: 4,5 cm.

Schriftart(en): Fraktur und Kapitalis.

DI 58, Nr. 663 - Roemer-Museum - 1624

 Christine Wulf [1/1]

  1. ANNO 1624 [...] 10 AVGVS[...... / - - - / - - - / - - - ] entschlaffen welche alhie zur erden bestateta)

Wappen:
Willerding I*2)

Kommentar

Einzelne Elemente der Ziffern- und Buchstabenformen entsprechen in ihrer Ausführung der Inschrift auf dem Grabdenkmal des Hans Wildefüer (Nr. 666): 1. die Verwendung der Kapitalis für das Datum, 2. das im Bereich des Mittelbandes gerade Schaft-s mit einem aufgesetzten deutlich nach links ausgebuchteten Bogen und spitzer Unterlänge, 3. die hier an den Bogenenden der beiden f (entschlaffen), auf der Wildefüer-Grabplatte an den beiden Schaft-s (ausserwelten) zu beobachtende charakteristische Verbindung zwischen dem Bogen des linken f mit dem linken Teil des gegabelten Bogens des rechten f, 4. die nach rechts umgebogenen oberen Schaftenden des t. Diese Gemeinsamkeiten sprechen dafür, daß beide Inschriften von demselben Steinmetzen ausgeführt worden sind.

Aufgrund des Wappens und des Todesdatums läßt sich die Grabplatte der zweiten Ehefrau des Pastors an St. Georg, Johannes Willerding (vgl. Nr. 696), zuordnen, als deren Todesdatum Schlotter den 10. August 1624 angibt.3)

Textkritischer Apparat

  1. Es folgt ein Ornament.

Anmerkungen

  1. StaHi, Bestand 717, Nr. 1–8: Inventar Kampen, Nr. 582: dort Zuordnung der Grabplatte aufgrund der heraldischen Ausführungen Werner R. Dodegges.
  2. Wappen linksgewendet.
  3. Vgl. Schlotter, Genealogien, S. 284.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 663 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0066304.