Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 567† St. Andreas 1603

Beschreibung

Oblatendose. Silber. An der Dose waren der gekreuzigte Christus und der Apostel Andreas dargestellt. Inschrift A befand sich am Rand des Deckels, B im Inneren des Deckels, C unten im Sockel.1) Außerdem ist ein Wappen und der Text D überliefert, von dem nicht sicher ist, ob er ebenfalls inschriftlich ausgeführt war.

Inschriften nach Ev. Stadtkirchenarchiv, Archivkarton 65, Nr. 312.

  1. A

    Anno 1603 Accedat verbum ad elementum et fit sacramentum etiam ipsum tanquam visibile verbum2) Augustin

  2. B

    ACha) reMItte nobIs DebIta nostra3)

  3. C

    Res sacra consultor4) Virt(us) uni(us) est alterius invidia

  4. D

    Donum quodcumq(ue) probato

Übersetzung:

Im Jahr 1603. Das Wort soll zum Element [Brot und Wein] treten und das Sakrament wird dadurch sogar selbst gleichsam zum sichtbaren Wort. Augustin. (A)

Und vergib uns unsere Schuld. (B)

Der Ratgeber ist etwas Heiliges. Des einen Tugend [bzw. Leistung] ist des anderen Neid. (C)

Prüfe jedes Geschenk. (D)

Versmaß: Hexameterschluß (D), Hexameteranfang (C).

Wappen:
Huddesem*

Kommentar

Das Chronogramm in Inschrift B ergibt das Jahr 1603.

Textkritischer Apparat

  1. ACh] Möglicherweise fehlerhafte Überlieferung für AC.

Anmerkungen

  1. Alle Angaben nach Hildesheim, Ev. Stadtkirchenarchiv, Bestand St. Andreas, Archivkarton 65, Nr. 312. Garbe (Versunkene Schätze, S. 28) erwähnt die Oblatenbüchse, nennt aber nur die Jahreszahl.
  2. Augustinus, In Johannis evangelium tractatus (CCSL 36, S. 529: Tract. 80, 3).
  3. Vaterunser, 5. Bitte (vgl. Mt. 6,9). Statt dimitte der Vorlage hier aus Gründen des Chronogramms remitte.
  4. Als Sprichwort nachgewiesen ist Res sacra consilium ‚der Rat ist etwas Heiliges‘, vgl. Walther, Proverbia 9, Nr. 40920a.

Nachweise

  1. Hildesheim, Ev. Stadtkirchenarchiv, Bestand St. Andreas, Archivkarton 65, Nr. 312.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 567† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0056707.