Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 553 Dom 1601

Beschreibung

Epitaph für die Familie Werner, außen an der zum ehemaligen Ritterfriedhof hin gelegenen Südwand des Doms. Sandstein. Das Epitaph besteht aus einer hochrechteckigen Platte, die durch ein Gesims von der Bekrönung getrennt ist. Im vertieften Innenfeld der Platte im Flachrelief unter einer Bogenarchitektur Christus am Kreuz mit Titulus A, darunter auf Kissen kniend links der Vater mit zwei Söhnen, rechts die Mutter mit zwei Töchtern. Das Kreuz steht auf einem Hügel, davor ein Totenkopf und zwei Knochen. In den Zwickeln des Architekturbogens zwei Engel. Inschrift B beginnt unten an der linken Langseite und läuft an drei Seiten um das Innenfeld herum. Inschrift C in zwei Zeilen unter dem Bildteil. In der mit Voluten verzierten Bekrönung zwischen zwei flach reliefierten Pilastern mit ionischen Kapitellen ein Brustbild Christi mit der Weltkugel in der Linken. In den Inschriften B und C sind i, u und y mit Punkten versehen. Die Inschriften sind erhaben in vertiefter Zeile ausgeführt.

Maße: H.: ca. 215 cm; B.: 110 cm; Bu.: 5 cm (A), 3,5 cm (B, C).

Schriftart(en): Kapitalis (A), schrägliegende Fraktur (B, C).

DI 58, Nr. 553 - Dom - 1601

 Christine Wulf [1/1]

  1. A

    I(ESUS) N(AZARENUS) R(EX) I(UDAEORUM)1)

  2. B

    Jm Jar 1596 am tage der vnschuldige(n) kinder2) ist Anna Werner darnach im Jar 1601 den 13 / vnd 22 Octobris sein3) Catharina vnd Philipha) Werner / der Junger in godt seliglich entschlaffe(n) dere(n) seelen allerseits godt gnedig seÿ Amen

  3. C

    Jn sui et vxoris suae Margrethae Rosenzweisb) filiorum filiarum(que) / memoriam Philippus Werner Secretarius fieri fecit

Übersetzung:

Zum Andenken seiner selbst und seiner Ehefrau Margareta Rosenzweig und seiner Söhne und Töchter ließ der Sekretär Philipp Werner [dies] machen. (C)

Kommentar

Philipp Werner war Regierungssekretär des Stifts Hildesheim. Er hat im Jahr 1606 das Haus Godehardsplatz 12 (vgl. Nr. 578) gebaut.

Textkritischer Apparat

  1. Lesung des letzten Buchstabens unsicher.
  2. Rosenzweis] Wohl statt Rosenzweig.

Anmerkungen

  1. Io. 19,19.
  2. 28. Dezember.
  3. ‚sein’ ist als Variante gegenüber ‚sint’ im Frühneuhochdeutschen belegt. Vgl. Robert Peter Ebert, Oskar Reichmann, Hans-Joachim Solms und Klaus-Peter Wegera: Frühneuhochdeutsche Grammatik. Tübingen 1993 (Sammlungen kurzer Grammatiken germanischer Dialekte A 12), § M 149, S. 310.

Nachweise

  1. DBHi, HS 269, S. 148.
  2. Kd. Hildesheim, Kirchen, S. 76.
  3. Kat. Ego sum, S. 265 mit Abb.
  4. Slg. Rieckenberg, S. 946.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 553 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0055303.