Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 486 Dom-Museum 1588 o. später

Beschreibung

Zwei Jurisdiktionsstäbe.1) Silber. Die beiden als Gegenstücke gefertigten, dem Domscholaster und dem Kantor gehörenden Stäbe sind am Schaft mit einem Schuppenmuster versehen und durch vier Ringe und zwei Wülste gegliedert. An der Krücke Blattmotive. Die Inschriften sind außen an den Stirnseiten der Krücke jeweils umlaufend um ein mit einem Wappenschild gefülltes Innenfeld eingepunzt. Der Stab des Scholasters trägt nur an einer Seite der Krücke eine Inschrift A und ein Wappen, der des Domkantors auf beiden Seiten je ein Wappen und die Inschriften B, C.

Maße: H.: 141 cm; Bu.: 0,15–0,2 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 58, Nr. 486 - Dom-Museum - 1588 o. später

 Elke Schneider (Heidelberg) [1/3]

  1. A

    H(ERR) · GEVERT · VON · BOTHMER · SCZOLASTERa)

  2. B

    H(ERR) · BARTOLT · V(ON) · LANDESBARG · SANCKMESTER · ZV · HILDESHEM ·

  3. C

    · H(ERR) · CASPER · VON · DECHAW · QVOND(AM)b) · CANTOR ·

Übersetzung:

Herr Kaspar von Dechau, einstmals Kantor. (C)

Wappen:
Bothmer*, Landesberg*, Dechau*

Kommentar

Die Bezeichnung Kaspars von Dechau als QVONDAM CANTOR legt nahe, daß die als Gegenstücke angefertigten Jurisdiktionsstäbe des Scholasters und des Kantors nach Dechaus Tod am 14. Mai 1588 entstanden sind.2) Barthold von Landesberg war der Nachfolger Dechaus im Amt des Domkantors.

Zu Gebhard von Bothmer vgl. Nr. 490, zu Barthold von Landesberg vgl. Nr. 558, zu Kaspar von Dechau vgl. Nr. 484.

Textkritischer Apparat

  1. SCZOLASTER] Zweites S zunächst versehentlich ausgelassen, dann zwischen A und T eingefügt.
  2. Unziales Q.

Anmerkungen

  1. Inv. Nr.: DS 70. Zu den zwei Jurisdiktionsstäben der Chorstandspriester vgl. JZ 1587.
  2. Todesdatum nach Bertram, Bischöfe, S. 156; Kratz (Dom, S. 252) überliefert mit Fragezeichen den 12. Mai.

Nachweise

  1. Elbern/Reuther, Domschatz, S. 69.
  2. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 112.
  3. Kd. Hildesheim, Kirchen, S. 117.
  4. Slg. Rieckenberg, S. 884f.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 486 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0048607.