Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 380† Domhof 16 (no. 1204) 1555

Beschreibung

Haus.1) Kurie Kirsberg. Das Haus wurde 1887 abgerissen. Über der Tür war ein Wappen angebracht, rechts und links daneben die Jahreszahl A, darunter Inschrift B. Die Inschrift C befand sich auf zwei Brüstungstafeln des Hauptgeschosses.

Inschriften nach Mithoff.

  1. A

    1 · 5 · 5 · 5 ·

  2. B

    Magis amicoru(m) inuidia(m) qu(am) inimicoru(m) insidias cauere oportet2)

  3. C

    Perpetuam in Christi laudem decus atque perhen(n)e Praesulis hunca) coetum qui regit atque fouet Sumptibus has propriis struxit Kirsbergius aedes Aetas quod dignum postera laude feret

Übersetzung:

Man muß sich eher vor dem Neid der Freunde als vor den Nachstellungen der Feinde hüten. (B)

Zu immerwährendem Lob Christi und zur dauernden Zierde für den Bischof, der diese Gemeinschaft lenkt und hegt, hat Kirsberg dieses Gebäude aus eigenen Mitteln errichtet. Die nachfolgende Zeit wird dies als des Lobes würdig preisen. (C)

Versmaß: Zwei elegische Distichen (C).

Wappen:
Kirsberg?3)

Kommentar

Johann Kirsberg ist als Domvikar und Offizial der bischöflichen Kurie von 1545 bis 1571 bezeugt.4)

Textkritischer Apparat

  1. hunc] hanc Mithoff.

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach Mithoff, Kunstdenkmale, S. 125.
  2. Ähnlich Walther, Proverbia 1, Nr. 2568a: Cavere nos magis amicorum invidiam quam inimicorum insidias debere.
  3. Wappen Kirsberg? (auf einer Grasfläche ein Stamm mit zwei Blättern und drei Kirschen?).
  4. Vgl. Conrad Ernst: Inkunabula Hildeshemensia. Hildesheim 1908, S. 138; UB Stadt 8, Nr. 942 (1571) ist Johann Kirsberg als Domvikar und Inhaber einer Vikarie der Kapelle Unser Lieben Frauen auf der Neustadt genannt. Nach der Durchsetzung der Reformation überließ er dem Rat diese Kapelle für den evangelischen Gottesdienst.

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 125.
  2. DBHi, HS C 761, o. S.
  3. Buhlers, Hildesheimer Haussprüche, S. 9.
  4. Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 152 (nach Mithoff).
  5. Slg. Rieckenberg, S. 807.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 380† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0038000.