Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 248 St. Godehard 15. Jh.

Beschreibung

Drei Mauersteine mit einer Ablaßinschrift links neben dem nordöstlichen Portal. Die Inschrift ist unter einem Relief, das die Kreuztragung zeigt, in zwei Zeilen eingehauen. Am Ende der ersten Zeile ist sie stark verwittert und heute weitgehend unlesbar. Der Schluß der zweiten Zeile scheint unsachgemäß nachgearbeitet worden zu sein. Zur Zeit der Aufnahme durch Rieckenberg war die Inschrift noch besser lesbar, seine Transkription liegt daher für den Schluß der ersten Zeile der Edition zugrunde. Mithoff hat die zweite Zeile noch vollständig lesen können, seine Wiedergabe läßt sich am heutigen Befund verifizieren und wird für die Edition des heute nachgearbeiteten Endes der zweiten Zeile benutzt.

Inschrift ergänzt nach Slg. Rieckenberg und Mithoff.

Maße: H.: 16,5 cm; B.: 158 cm; Bu.: 4,6 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 58, Nr. 248 - St. Godehard - 15. Jh.

 Elke Schneider (Heidelberg) [1/1]

  1. welk imm ge hijr · uor · spreckt · unta) · uerrichert · ii · p(ate)r · n(oste)r · [un(t) ave m(ar)ia] / to · hulprb) · un · t[r]ostec) · alle · ermend) · selin · de uor·denet · lxxx · [daghe · avlates ·]e)1)

Kommentar

Da die Buchstaben stark überarbeitet worden sind, kann keine differenziertere Datierung nach der Schrift gegeben werden.

Textkritischer Apparat

  1. unt] imt heutiger Befund.
  2. hulpr] Statt hulpe.
  3. t[r]oste] Das r ist durch eine auszementierte Fuge zerstört.
  4. ermen] Ursprüngliche Buchstaben noch schwach sichtbar, der heutige Befund eher amen.
  5. [daghe · avlates] iidolis · dosah R heutiger Befund. Die Unterschiede zwischen dem heutigen Befund und dem Original liegen im Bereich der beiden letzten Worte wesentlich darin begründet, daß die Ober- und Unterlängen der Originalinschrift heute fehlen. In iidolis entsprechen die zwei gleichhohen i dem linken gebrochenen Bogenabschnitt und dem senkrechten Teil des gebrochenen rechten Bogenabschnitts des d in daghe. Dem doppelstöckigen a fehlt der linke Teil des gebrochenen oberen Bogens. o entspricht g ohne Unterlänge. li entspricht h ohne oberen Teil des gebrochenen Bogens. Schaft-s entspricht e. Im nächsten Wort dosah, das an Stelle von avlates steht, ist d aus doppelstöckigem a verhauen, o aus v entstellt, Schaft-s steht für l, a ist vorhanden, der Rest ist ohne Bezug zum originalen Befund rekonstruiert worden.

Anmerkungen

  1. ‚Wer immer hier vor [diesem Bild ?] spricht und verrichtet zwei Vaterunser und Ave Maria zur Hilfe und zum Trost aller armen Seelen, der verdient 80 Tage Ablaß.‘

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 145.
  2. Slg. Rieckenberg, S. 683, 12 Photos.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 248 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0024807.