Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 203(†) Treppe am Andreaskirchhof 1488, 1550

Beschreibung

Ziersteine1) in der Mauer rechts am oberen Ende der Treppe, die vom Andreaskirchhof zum Hohen Weg führt. Sandstein. Die Steine stammen vom Haus Rathausstr. 15 (no. 332)/Ecke Scheelenstraße, das wahrscheinlich im Jahr 1765 von der Brauergilde erworben und 1885 abgebrochen wurde.2) Es bestand aus einem massiven Untergeschoß,3) darüber Fachwerk. Nach Kratz4) war am Schwellbalken der zweiten Etage die Jahreszahl A angebracht. Inschrift B erhaben auf der einen Seite des Steins mit dem Wappen der Familie Lübbern, die Initialen rechts und links der Helmzier, die Jahreszahl rechts und links unterhalb des Wappens. Auf der anderen (querrechteckigen) Seite des Steins links im vertieften Feld noch einmal das Wappen Lübbern, gehalten von zwei Putten, über dem linken Putto auf einer Tafel erhaben ausgehauen die Initialen (C), über dem rechten eine Tafel mit der Jahreszahl; im rechten Teil des Steins ein flach vertieftes Inschriftenfeld mit der erhaben ausgeführten Inschrift D. Im Inneren des Hauses befanden sich auf zwei Ständern die Inschriften E und F.

Inschrift A nach DBHi, HS C 27, E und F nach DBHi, HS 789.

Maße: H.: 59 cm; B.: 93,5 cm; Bu.: 6 cm (B), 4,7 cm (C), 4 cm (D).

Schriftart(en): Kapitalis (B, C), gotische Minuskel mit Versalien (D).

DI 58, Nr. 203 - Treppe am Andreaskirchhof - 1488, 1550

 Christine Wulf [1/1]

  1. A †

    m · cccc · lxxxviii

  2. B

    H(ANS) L(ÜBBERN) / 15 50

  3. C

    H(ANS) L(ÜBBERN) // 1550

  4. D

    Hope vp den here(n) / vnd do datt gude / vnd bliff im lande / vnd ernere dy rede/lick · Hebbe dine lust a(m) here(n) + (et)c.a) 37 psa5)

  5. E †

    S(anctvs) Joh(ann)es Renovatvm

  6. F †

    S(anctvs) Mar(cvs) 1550

Übersetzung:

Der heilige Johannes. Der heilige Markus. Erneuert 1550. (E, F)

Wappen:
Lübbern*

Kommentar

Der Wandschneider Hans Lübbern d. Ä. heiratete am 7. Oktober 1548 Adelheid Brandis. Er starb am 21. Oktober 1558.6)

Textkritischer Apparat

  1. Tironisches et und c.

Anmerkungen

  1. StaHi, Bestand 717, Nr. 1–8: Inventar Kampen, Nr. 677.
  2. Kratz in: DBHi, HS C 27, Die Brauergilde, S. 6a.
  3. Beschreibung des Hauses nach Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 116.
  4. Kratz (wie Anm. 2).
  5. Ps. 37,3f.
  6. Vgl. Joachim Brandis’ Diarium, S. 71, S. 94.

Nachweise

  1. DBHi, HS C 27, Die Brauergilde, S. 6a.
  2. DBHi, HS 789, fol. 378r (E, F).
  3. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 171.
  4. Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 117.
  5. Slg. Rieckenberg, S. 796.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 203(†) (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0020308.