Inschriftenkatalog: Landkreis Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 88: Landkreis Hildesheim (2014)

Nr. 365 Langenholzen, ev. Kirche St. Bonifatius 1626

Beschreibung

Grabplatte für den Pastor Georg Brinkmann. Stein. Die hochrechteckige Platte ist außen an der Südseite des Turms aufgestellt. Sie stammt wahrscheinlich nicht aus Langenholzen (vgl. Kommentar). Inschrift A läuft erhaben in vertiefter Zeile an vier Seiten um den Stein herum. Im Innenfeld unter einer Bogenarchitektur die Darstellung des Verstorbenen als stehende Ganzfigur mit einem Buch in der rechten Hand. Der untere Teil der Figur hinter einer Schrifttafel mit der erhabenen in vertiefter Zeile gehauenen, sechszeiligen Inschrift B. Rechts und links neben dem Kopf des Dargestellten je ein Vollwappen, das heraldisch linke mit einer Hausmarke (H 9).

Maße: H.: 213,5 cm; B.: 99 cm; Bu.: 6,3 cm (A), 5,5 cm (B).

Schriftart(en): Schrägliegende Kapitalis (A), Kapitalis (B).

DI 88, Nr. 365 - Langenholzen, ev. Kirche St. Bonifatius - 1626

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Christine Wulf) [1/1]

  1. A

    ANNO 1626 16 DIE (SE)PTEMBRISa) / OBIIT VIR REVERENDVS ET DOCTISS(IMVS) D(OMI)N(VS) GEORGIVS BRINR/MANb) GANOERSHEIMENSISc) / ECCLESIAE HVI(VS) PASTOR FIDELISS(IMVS) AN[N]O AETATIS SVAE 〈. .〉d)

  2. B

    BONVM CERTAMEN / CERTAVI CVRSVM / CONSVM(M)AVI FIDEM SER/VAVI IN RELIQVO REPOSI/TA MIHI CORONA IVSTITIAE / II TIM IV1)

Übersetzung:

Im Jahr 1626 am 16. Tag des September starb der hochwürdige Mann und hochgelehrte Herr Georg Brinkmann aus Gandersheim, sehr getreuer Pastor dieser Kirche im [..] Lebensjahr. (A)

Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben gehalten; hinfort liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit. 2. Tim 4. (B)

Wappen:
Brinkmann2), ?3)

Kommentar

Die Bogenenden von C und S sind mit deutlichen Sporen versehen, Schaft- und Balkenenden dagegen lediglich leicht keilförmig verbreitert oder schräg abgeschnitten. Q ist eingerollt und steht auf der Grundlinie, M mit sehr kurzem, weit über der Mittellinie endenden Mittelteil. Die 2 ist z-förmig.

Georg Brinkmann war von 1610 bis zu seinem Tod 1626 Pastor in Limmer (heute Ortsteil von Alfeld).4) Die Helmstedter Matrikel verzeichnet ihn 1601 mit der Herkunftsangabe Gandersheimensis und 1610 unter den Ordinati mit dem Zusatz Limmern.5) Eine Verbindung nach Langenholzen oder eine Amtszeit Brinkmanns am Ort des heutigen Standorts seiner Grabplatte lässt sich nicht belegen. Auffälligerweise wird der Stein in den Inventaren und Chroniken weder im Zusammenhang mit Limmer noch mit Langenholzen erwähnt.

Textkritischer Apparat

  1. (SE)PTEMBRIS] Befund: 7PTEMBRIS.
  2. BRINR/MAN] Statt BRINKMAN.
  3. GANOERSHEIMENSIS] Statt GANDERSHEIMENSIS.
  4. Das Alter des Verstorbenen wurde nicht nachgetragen.

Anmerkungen

  1. 2. Tim. 4,7f.
  2. Wappen Brinkmann (ein hochragendes Dreigeäst, Helmzier: Schildfigur).
  3. Wappen ? (Hausmarke H 9, Helmzier: zwei Stangen).
  4. Meyer, Pastoren, Bd. 2, S. 80 mit der Angabe des Todesjahres „1627“; s. a. Graff, Geschichte des Kreises Alfeld, S. 299, der das Alfelder Ratsprotokoll vom 10. August 1621 zitiert: Dort wird ein Pfarher von Limmer namens Jürgen (ndd. Variante des Namens „Georg“) genannt, der Bürger von Alfeld ist und vier Kinder hat.
  5. Matrikel Helmstedt, Bd. 1, S. 157, Nr. 114 u. S. 213, Nr. 6.

Zitierhinweis:
DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 365 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0036505.