Inschriftenkatalog: Landkreis Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 88: Landkreis Hildesheim (2014)

Nr. 359 Rheden, ev. Cosmas- u. Damiankirche 1. V. 17. Jh.

Beschreibung

Grabplatte für Anna von Buchwald. Stein. Hochrechteckige Platte an der Nordseite der Kirche rechts neben der Chortür. Im vertieften Innenfeld die Verstorbene in Witwentracht, die Hände zum Gebet zusammengelegt. Auf dem Rahmen vierseitig umlaufend, erhaben in vertiefter Zeile Inschrift A; die für die Todesdaten vorgesehenen Felder sind frei geblieben. In den Ecken des Innenfeldes vier Vollwappen mit den eingehauenen Beischriften B. An der unteren rechten Ecke weist die Platte eine oberflächliche Beschädigung durch Verwitterung auf, dadurch geringfügiger Textverlust.

Maße: H.: 230 cm; B.: 99 cm; Bu.: 5,4 cm (A), 3,5 cm (B).

Schriftart(en): Schrägliegende Kapitalis (A), Kapitalis (B).

DI 88, Nr. 359 - Rheden, ev. Cosmas- u. Damiankirche - 1. V. 17. Jh.

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Christine Wulf) [1/1]

  1. A

    A(NN)O · 16〈. .〉 DEN 〈- - -〉 / [IS]Ta) · DIE [E]DLE VND VIELTVGENTREI[C]HE FRAWE ANNA VON BOCHWOLT [D(ES)]b) [.]EL[. .T] / [SAND]ER ERICH VON · REDEN · / · S(ELIG) · NACHGELASSEN WITWE SANFT VND SELIG IN GOT ENTSLAFEN IHRES ALTRS 〈. .〉 IAHR

    B
    V(ON) BOCH=/WOLT  V(ON) BVLOWc) 
    V(ON) HAGENAW  V(ON) BARKENTIN 
Wappen:
Buchwald1)Bülow3)
Hagenow2)Barkentin4)

Kommentar

Die Familie von Buchwald gehörte zum schleswig-holsteinischen, später zum mecklenburgischen Adel. Der Ehemann der Verstorbenen, Sander Erich von Reden, der in der archivalischen Überlieferung die Namensform „Rheden“ führt, ist zwischen 1587 und 1611 nachzuweisen;5) er starb 1614 oder kurz davor.6)

Textkritischer Apparat

  1. A(NN)O … [IS]T] Fehlt Mithoff.
  2. [D(ES)]] D Mithoff.
  3. BVLOW] Über V ein kurzer senkrechter Strich.

Anmerkungen

  1. Wappen Buchwald (Bärenrumpf, Helmzier: Schildfigur). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 3, Abt. 2, Teil 1, S. 102 u. Tafel 134.
  2. Wappen Hagenow (gestümmelter Stamm, darüber schwebt eine Rose, begleitet von zwei aufgerichteten, mit den Krallen nach innen gekehrten Raubvogelbeinen, Helmzier: Schildfigur). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 3, Abt. 2, Teil 1, S. 92 u. Tafel 78. Von dem dort beschriebenen quadrierten Wappen ist hier nur das Bild der Felder 1 und 4 vorhanden.
  3. Wappeninhalt unkenntlich.
  4. Wappen Barkentin (querliegende, linksgewendete Spitze, Helmzier unkenntlich). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 6, Abt. 10, S. 75 u. Tafel 42 Helmzier: „sieben fächerartig gestellte oben zackig oder flammenartig auslaufende Stäbe, die auch oft mit Federchen oder dergl. besteckt sind“.
  5. Vgl. HSTA Hannover, Hann. 27 Hann. Nr. 494/1 u. 2 (1587–1596); STA Wolfenbüttel, 2 Alt Nr. 17471 (1611), beide nach AIDA Online-Findbuch. Weitere Akten aus den Zwischenjahren, in denen es ebenfalls um Besitz- oder Geldstreitigkeiten geht, werden bei AIDA Online nachgewiesen.
  6. Ab 1614 agieren Vormünder für die Kinder des verstorbenen Sander Erich von Reden; vgl. STA Wolfenbüttel, 2 Alt Nr. 17508, nach AIDA Online-Findbuch.

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale Fürstenthum Hildesheim, S. 217.
  2. Kdm. Kreis Alfeld II (Gronau), S. 202 (nur B).

Zitierhinweis:
DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 359 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0035904.