Inschriftenkatalog: Landkreis Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 88: Landkreis Hildesheim (2014)

Nr. 134 Esbeck, ev. Kirche St. Gallus 1527

Beschreibung

Glocke. Bronze. Die erhaben gegossene Inschrift verläuft unterhalb der Glockenschulter zwischen zweimal drei Riemenstegen, die oben und unten von Ornamentfriesen begleitet sind. Der untere Ornamentfries ist von hängenden Zweigen mit Eichenblättern und Eicheln unterbrochen. Als Worttrenner einfache und doppelte Abdrücke von Brakteaten und Münzen. Auf der Flanke ein von Brakteatenabdrücken umgebenes Relief mit der Darstellung der Madonna im Strahlenkranz. Auf der gegenüberliegenden Flanke ein Pilgerzeichen in Form eines quadratischen Reliefs mit eingestelltem Rundmedaillon, darin eine Kreuzigungsgruppe, in den Zwickeln des Rundmedaillons die Evangelistensymbole. Unterhalb dieses Reliefs das Gießerzeichen des Brant Helmes (M 8).

Maße: H.: 88 cm; Dm.: 110 cm; Bu.: 3 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 88, Nr. 134 - Esbeck, ev. Kirche St. Gallus - 1527

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Christine Wulf) [1/2]

  1. vivosa) · voco · defvnctosa) · plango · demones · fvgo · fvlgvra · feangob) · vosoec) · maria · brant · helmesd) · fec(it) · anno · dom(ini) · m · ccccc · xxvii ·

Übersetzung:

Ich rufe die Lebenden, betrauere die Toten, vertreibe die Dämonen [= Teufel], breche die Blitze, ich heiße Maria. Brant Helmes machte [mich] im Jahr des Herrn 1527.

Versmaß: Vivos … frango lateinische Reimverse.

Kommentar

Zu Brant Helmes vgl. den Kommentar zu Nr. 132 (weitere Werke) u. zu Nr. 133 (Schriftbeschreibung).

Textkritischer Apparat

  1. vivos, defvnctos] s spiegelverkehrt, vgl. die Glockeninschrift aus Sottrum, Nr. 133.
  2. feango] e statt r gegossen.
  3. vosoe] Schaft-s statt c gegossen, e statt r.
  4. helmes] Schaft-s am Wortende.

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale Fürstenthum Calenberg, S. 31.
  2. Kdm. Kreis Alfeld II (Gronau), S. 83.
  3. Drömann, Glocken, S. 57.

Zitierhinweis:
DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 134 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0013400.