Inschriftenkatalog: Landkreis Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 88: Landkreis Hildesheim (2014)

Nr. 129 Langenholzen, ev. Kirche St. Bonifatius 4. V. 15. Jh.–1. V. 16. Jh.

Beschreibung

Glocke. Bronze. Sechs Kronenöhre mit Flechtband. Die erhaben gegossene Inschrift verläuft unterhalb der Glockenschulter zwischen doppelten Riemenstegen. Auf der Flanke vier Abdrücke von Brakteaten.

Maße: H.: 73,5 cm; Dm.: 83 cm; Bu.: 3,4 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 88, Nr. 129 - Langenholzen, ev. Kirche St. Bonifatius - 4. V. 15. Jh.-1. V. 16. Jh.

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Christine Wulf) [1/2]

  1. +a) hilf · got · wes · ich · begumeb) · dat · yd · guden · ende · wumec) ·· hans · borchardes · de · god · mekd)

Übersetzung:

Hilf Gott, dass das, was ich anfange, ein gutes Ende gewinnt. Hans Borcherdes goss mich.

Versmaß: Deutsche Reimverse (hilf … wume).

Kommentar

Von Hans Borcherdes ist nur diese eine Glocke bekannt.1) Unter den verwendeten Buchstabenformen fällt das s auf, dessen oberer und unterer Bogen jeweils nur einmal gebrochen ist. Das untere Ende des langen Schafts von y ist leicht gewellt nach rechts ausgezogen. Die Oberlängen vielfach gegabelt und in Perlsporen endend (b, h, k). Die zeitliche Einordnung folgt Walter: „um 1500“.1)

Textkritischer Apparat

  1. Das Kreuz ist aus vier Balken, die sich in der Mitte nicht berühren, zusammengesetzt.
  2. begume] Statt beginne, so Mithoff, Graff, Kdm., Drömann.
  3. wume] Statt winne, so Mithoff, Graff, Kdm., Drömann.
  4. giew gott das wat ick beginne / allens en guet ene finne Niedersächsisches Heimatbuch. Die Inschrift wird hier fälschlicherweise einem Ort „Langenholtensen“ zugeordnet.

Anmerkungen

  1. Walter, Glockenkunde, S. 699.

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale Fürstenthum Hildesheim, S. 194.
  2. Niedersächsisches Heimatbuch, S. 258.
  3. Graff, Geschichte Kreis Alfeld, S. 355.
  4. Kdm. Kreis Alfeld I, S. 233.
  5. Drömann, Glocken, S. 47.

Zitierhinweis:
DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 129 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0012906.