Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 519 St. Stephani 1799

Beschreibung

Epitaph des Carl Franz Christoph Wallmann. Sandstein. An der östlichen Choraußenwand. Querner sah den Stein um 1850 „außen an der Kirche“1). Die Beisetzungsstätte Wallmanns befand sich in der Nähe des jetzigen Standortes, hinter dem Großen Altare dicht an der Kirche 2). Unter geschweiftem Giebel hochrechteckige Schrifttafel, gerahmt von profilierten, an den Längsseiten auch außen ornamentierten Randsteinen. Der untere Abschluß – Rahmung oder Konsole? – nach Verlusten nicht mehr erkennbar. Im Giebelfeld rechts und links Wolke. Daraus ragt je ein Arm, der eine in der Mitte befindliche Krone hält. Die eingehauenen Inschriften sind untereinander angeordnet und durch einen breiten Querstrich getrennt. Unter Inschrift B kleinerer Querstrich.

Maße: H.: 270 cm; B.: 152 cm; Bu.: 2–3 cm.

Schriftart(en): Antiqua mit Versalschrift.

DI 61, Nr. 519 - St. Stephani - 1799

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    Hier / ruhen in Gott die Gebeine / Herrn / CARL FRANZ CHRJSTOPH / WALLMANN / weiland Pastors und Diacon[..] Bey hiesiger / St. Stephani und St. Wal[pur]gis-Kirche / Er war geboren / den 18tena) D[ecem]br(is) 1772. / und starb in der Blüthe Seiner Jahre. / [ – – – ]ret / den 2[5ten]b) September 1799. / nachdem er sein A[ – – – ] gebracht / auf [2]6 Jahr. [9] Monat 7 Tage. / Sein Amt [.....]ete und führte derselbe unter / man[cher] Schwachheit, doch mit dem besten / [W]illen und vieler Zufriedenheit / 1 Jahr 6 Monat.c) / Voll von Gefühl des zärtlichsten Andenkens / errichteten die Aeltern des Verstorbenen / dieses Denkmahl.

  2. B

    Nun hab ich, was ich haben soll. Ich leb in Gott – und mir ist wohl.

Kommentar

Carl Franz Christoph Wallmann3) ist der Sohn des Helmstedter Kämmerers Andreas Balthasar Wallmann4). Er wurde am 6. Mai 1788 an der Universität Helmstedt immatrikuliert5). Seit 1798 wirkte er als Diakon an St. Stephani und – damit verbunden – als Pfarrer an St. Walpurgis6).

Textkritischer Apparat

  1. ten] Klein, unterstrichen und hochgestellt.
  2. Ergänzt nach Schultz.
  3. Schultz liest verkürzend: Er war geboren den 18. Decembr 1772 und starb im 27. Jahre seines Lebens ... den 25. September 1799, nachdem er es gebracht auf 26 Jahre, 9 Monate und 7 Tage.

Anmerkungen

  1. Querner 1, S. 23.
  2. NStA Wolfenbüttel 1 Kb 610, S. 164.
  3. Lebensdaten wie in der Inschrift bei Freist/Seebaß, Pastoren, Bd. 2, S. 334.
  4. Dessen Grabplatte von 1811, also außerhalb des Bearbeitungszeitraums, hängt an der nördlichen Kirchenaußenwand als erste von Osten. Die Inschrift ist abgedruckt bei Schultz, Grabmale 1963, S. 106.
  5. Matrikel Helmstedt, Bd. 3, S. 282.
  6. Freist/Seebaß, Pastoren, Bd. 1, S. 110.

Nachweise

  1. Schultz, Grabmale 1963, S. 105.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 519 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0051907.