Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 518 St. Ludgeri 1798

Beschreibung

Grabplatte des Bernhard Bierbaum. Sandstein. Im Fußboden vor dem Altar der Unterkapelle St. Petri im Hof des Klosters. Schlichte Schriftplatte, Inschrift eingehauen, die letzte Zeile durch Ornament abgetrennt.

Maße: H.: 222 cm; B.: 104 cm; Bu.: 5,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis mit Versalien.

DI 61, Nr. 518 - St. Ludgeri - 1798

 Sabine Wehking [1/1]

  1. HOSTILIA GALLORUM · / ARMA FUGIENS / HIC TUTUS / A(NN)Oa) 1798 · / DIE (SEX)TAb) MARTII · / PIISSIMA MORTE OBIIT / BERNARDUS · / WERDINENSIS ET HELMSTA=/DIENSIS · SAC(RI) ROM(ANI) IMP(ERII) / ABBAS · / · R(EQUIESCAT) · I(N) · P(ACE) ·

Übersetzung:

Auf der Flucht vor der feindlichen Heeresmacht der Franzosen hier in Sicherheit, starb im Jahre 1798 am 6. März eines gottesfürchtigen Todes Bernhard, des Hl. Römischen Reiches Abt in Werden und Helmstedt. Er ruhe in Frieden.

Kommentar

Bernhard Bierbaum (1730–1798)1), vorletzter Abt des Klosters und letzter Präsident der Bursfelder Kongregation, hatte im Laufe seines geistlichen Lebens in verschiedenen Ämtern in Helmstedt gewirkt, u. a. als Prediger seit 1757 und als Propst von 1775 bis 1780. Nach seiner Wahl zum Abt 1780 residierte er fortan in Werden. Angesichts der militärischen Auseinandersetzungen im Gefolge der französischen Revolution zog er sich an die Stätte seines früheren Wirkens zurück. Er ist einer der wenigen Äbte, die in Helmstedt verstarben und beigesetzt wurden.

Textkritischer Apparat

  1. A(NN)O] Verkleinertes O unter Doppelstrich.
  2. (SEX)TA] 6TA auf dem Stein.

Anmerkungen

  1. Lebensdaten bei Stüwer, Reichsabtei Werden, S. 365f. Vgl. auch Römer, Helmstedt, St. Ludgeri, S. 176.

Nachweise

  1. P. Volk, Die Generalkapitels-Rezesse der Bursfelder Kongregation, Bd. 4, Register, 1972, S. 309.
  2. Henze, Inschriften Ludgeri, S. 98.
  3. Kapp, Kunstinventar Ludgeri, II. 11, S. 126f.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 518 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0051803.