Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 515 St. Walpurgis 1795

Beschreibung

Grabdenkmal der Anna Sabina Christina Cuno, geb. Witte. Sandstein. Außen, nördlich des Chores. Es hat die Form eines leicht trapezförmigen, seitlich gewölbten Sarkophagoberteils. An den Längsseiten je eine von einer Girlande eingefaßte ovale Kartusche, im Süden mit Inschrift A, im Norden mit Inschrift B. Auf dem Deckel im Westen und Osten halbplastische, stark verwitterte Ornamente, an der östlichen Schmalseite Baum (?), an der westlichen Vollwappen. Inschriften eingehauen.

Maße: H.: 52 cm; B.: 72–87 cm; L.: 202 cm; Bu.: 2,5 cm.

Schriftart(en): Antiqua.

DI 61, Nr. 515 - St. Walpurgis - 1795

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    [ – – – ] / [ – – – Febru]ar 1714 / [ – – – ] am 31 Januar 1742, verwitwet [....] April 1760 / Und starb an einer Entkräftung d(en) 25tena) Septembr(is) 1795.

  2. B

    [ – – – ] / [ – – – ] die [....]bahre Liebe / Ih[..] 5 nach lebenden [Ki]nder errichten, ist Nachruhm Ihrer Tugen[de]n / und herrlich Ihr Lohn am Trohne Gottes

Wappen:
Cuno1)

Kommentar

Das gut erhaltene Wappen weist das Grabdenkmal der Familie Cuno zu2). Aus dieser Familie wurde Anna Sabina Christina Cuno, geb. Witte, gestorben den 25. September 1795, am 29. September 1795 auf dem Friedhof von St. Walpurgis beerdigt3). Ihre Eltern waren der Gandersheimer Stiftssenior Anastasius Witte und Agnes Sophia Geitel4). Die lesbaren Daten der Inschrift beziehen sich auf ihren Geburtstag – 20. Februar 1714 –, ihre Eheschließung mit dem Magister Carl August Cuno – 31. Januar 1742 –, ihre Verwitwung – 1. April 1760 – und ihren Tod – 25. September 1795. Ihr Ehemann stammte aus Schöningen und wirkte seit 1740 als Pastor in Offleben. Nach seinem Tod war seine Witwe nach Helmstedt gezogen, hatte das Haus Walpurgisstr. 18 erworben und dort bis ans Lebensende gewohnt5). Die Inschrift gibt mit fünf beim Tode der Mutter noch lebenden Kindern zwei mehr an als bisher bekannt waren6). Ein Grabdenkmal, ebenfalls in Form eines Sarkophags, hatte Anna Sabina Christina Cuno 1775 für einen ihrer Söhne arbeiten lassen (Nr. 500). Eine Schwester der Anna Sabina Christina Cuno war verheiratet mit dem Helmstedter Professor der Rechte Gottfried Ludwig Mencke (vgl. Nr. 490).

Textkritischer Apparat

  1. ten] Klein, unterstrichen und hochgestellt.

Anmerkungen

  1. Wappen Cuno: gepanzerter Arm mit Schwert nach l. Vgl. Siebmacher, Wappenbuch, Bd. 5, 5. Abt., ND Bd. 10, S. 10.
  2. So schon Kleinert, Walpurgis, S. 68.
  3. NStA Wolfenbüttel 1 Kb 610, S. 111.
  4. Rose, Heimatbuch, S. 110f. und Freist/Seebaß, Pastoren, Bd. 2, S. 59. Das Folgende ebenda.
  5. Schaper, Häuserbuch, 1,4, S. 122.
  6. Vgl. die Angaben bei Rose, wie Anm. 4.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 515 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0051502.