Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 499 St. Stephani 1770

Beschreibung

Grabplatte des Friedrich Wilhelm Leopold. Sandstein. An der nördlichen Kirchenaußenwand, vierter Stein links vom Westportal. Auf der hochrechteckigen Platte von zwei Ranken gerahmtes, ovales Schriftfeld. Darüber Krone, von zwei Putten gehalten, darunter links Totenschädel über gekreuzten Knochen, rechts Sanduhr mit Flügeln. Inschrift eingehauen.

Maße: H.: 228 cm; B.: 116 cm; Bu.: 3–4,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis mit Versalien und Minuskel-d.

DI 61, Nr. 499 - St. Stephani - 1770

 Sabine Wehking [1/1]

  1. MEMORIAE / VIRI AMPLIS[S]IMI CONSULTISSIMI / FRIDERICI WILHELMI / LEOPOLD / QVI A(NN)O R(EPARATAE) S(ALUTIS) MDCCX d(ie) 10. [N]O[V(EM)BR(IS)] / QVEDLINBURGI HONESTI[SSI]MIS / PARENTIBUS NATU[S] / STUDIIS HUMANIORIBUS DOMI / IMBUTUS / POSTEA IN ACADEMIIS / HALLENSI ET HELMSTADIENSI / LEGUM SCIENTIA OPTIME INSTRVCTVS / AERARII HVIVS VRBIS PRAEFECTVRAM / PER ANNOS XXI / CONS[V]LATVM / VERO PER ANN(OS) IV / DEXTERRIME AC SVMMA CVM / LAUDE GESSIT / ANNO MDCCLXX d(ie) VI FEBRUAR(II) / PIE OBIIT / CONSECRATUM / A VIDVA MOESTISSIMA SVPERSTITE / ELISABETH URSVLA HIMMEL

Übersetzung:

Dem Andenken an den hochachtbaren und wohlberatenen Mann Friedrich Wilhelm Leopold, der im Jahre seit der Erneuerung des Heils 1710 am 10. November in Quedlinburg als Sohn höchst ehrbarer Eltern geboren, zu Hause in die schönen Künste eingeführt wurde, sich später an den Universitäten Halle und Helmstedt aufs beste in der Rechtswissenschaft unterweisen ließ, darauf das Kämmereramt dieser Stadt einundzwanzig Jahre hindurch, das Bürgermeisteramt indes vier Jahre lang mit viel Umsicht und höchster Anerkennung verwaltete und im Jahre 1770 am 6. Februar fromm verschied, geweiht von der tieftraurigen hinterbliebenen Witwe Elisabeth Ursula Himmel.

Kommentar

Der Ratskämmerer und Bürgermeister Friedrich Wilhelm Leopold war am 12. Mai 1727 in Halle als Student der Rechte immatrikuliert worden1). Seit 1735 hatte er in Helmstedt studiert2) und 1747 die das Grabdenkmal setzende Elisabeth Ursula Himmel, verwitwete Fatz (1698–1771), geheiratet. Er ist als Eigentümer verschiedener Grundstücke verzeichnet3).

Anmerkungen

  1. Matrikel Halle-Wittenberg, S. 262 mit dem Zusatz Jur.
  2. Matrikel Helmstedt, Bd. 3, S. 167, Immatrikulationstag 27. 4. 1735.
  3. Schaper, Bürgerbuch 3, S. 667.

Nachweise

  1. Querner 2.
  2. Schultz, Grabmale 1963, S. 108 (unvollständig).

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 499 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0049907.