Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 492 St. Marienberg 1763

Beschreibung

Abendmahlsweinkanne. Silber1). Auf Standring runder, gewulsteter Fuß. Über kurzem Schaft birnenförmiger Kannenkörper. An dessen Bauch beidseitig je eine Blume, eingefaßt von zwei Weinranken. Henkel geschwungen und geknickt. Scharnierdeckel zweimal gewulstet und mit Pinienzapfen bekrönt. Inschrift A auf dem Fußwulst, Inschrift B am oberen Kannenrand links und rechts des Henkels. Inschriften graviert2).

Maße: H.: ca. 25,5 cm; Dm.: 10,6 cm (Fuß); Bu.: 0,5 cm (A), 0,4 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis (A), lateinische Schreibschrift (B).

  1. A

    ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG UND DAS LEBEN EVANG: IOH: XI. V. 253). / HERR! ICH GLAUBE, DAS DU BIST CHRISTUS DER SOHN GOTTES, DER IN DIE WELT KOMMEN IST. V. 27.4)

  2. B

    Christine Sophie Bossen · priorin // Closter Marienberg 1763

Kommentar

Christine Sophie Bosse wurde 1748 in das höchste Amt des Konvents introduciert 5). Wie ihre beiden Vorgängerinnen führte sie nicht den spätestens seit der Reformation üblichen Titel Domina, sondern den Titel Priorin6). Sie verstarb am 17. Mai 1765 im Alter von siebzig Jahren und wurde im mittleren Chor in einer Gruft bestattet7).

Anmerkungen

  1. So Wandersleb, Inventar Marienberg, Nr. 7. Nach der Beschreibung des Corpus bonorum war die Kanne Ende des 18. Jahrhunderts inwendig vergoldet, vgl. Landeskirchl. Archiv Wolfenbüttel Cb HE Marienberg.
  2. Unter dem Fuß Helmstedter Beschauzeichen (gekreuzte Abtsstäbe und 59) sowie gestempelt F G, die Marke mit den Initialen des Helmstedter Goldschmiedes Johann Friedrich Grulmann. Vgl. dazu Scheffler, Goldschmiede, Bd. 2, S. 802.
  3. Jh. 11,25.
  4. Jh. 11,27.
  5. NStA Wolfenbüttel 11 Alt Marbg. Nr. 86.
  6. Christiana Elisabeth Voigts wurde am 7. September 1736 als Priorin beigesetzt, vgl. NStA Wolfenbüttel 1 Kb 578, S. 1109. Deren Nachfolgerin Johanna Elisabeth Voigts erhielt am 18. September 1736 die Einladung zur Introduktion als Priorin, vgl. NStA Wolfenbüttel 11 Alt Marbg. Nr. 86. Noch während der Amtszeit der Priorin Christine Sophie Bosse wurde 1754 in einem Vertrag zwischen Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel und der Familie von Veltheim festgelegt, daß die Priorinnenstelle (wieder) zu einer Dominastelle erhoben werden solle und das Recht zur Präsentation einer „klosterfähigen Person“ auf diese Präbende für alle Zeiten bei der Familie von Veltheim liegen solle, vgl. Kopie des noch gültigen Vertrages im Kloster St. Marienberg, S. 6. Zum Gebrauch von Priorin/Domina in der älteren Zeit vgl. Strauß, Marienberg, S. 105.
  7. NStA Wolfenbüttel 1 Kb 579, S. 32.

Nachweise

  1. Wandersleb, Inventar Marienberg, Nr. 7.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 492 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0049209.