Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 483 Walpurgisstr. 13 1747

Beschreibung

Portal. Sandstein. Als Haustürrahmung im Haus Walpurgisstr. 13 eingemauert, ursprünglich Eingangsportal des botanischen Gartens. Es befand sich in der den botanischen Garten zur Walpurgisstraße hin begrenzenden Mauer unmittelbar rechts vom Haus Walpurgisstr. 131). Inschrift A auf der Außenseite, Inschrift B auf der Innenseite des Portals, jeweils in seitlich geschweiftem, oben horizontal abschließendem Aufbau über dem Türsturz. Inschrift A erhaben ausgehauen und farbig gefaßt in vertieftem Feld, Inschrift B eingehauen und farbig gefaßt in erhabenem Feld.

Maße: Bu.: ca. 7 cm (A), 5–7 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 61, Nr. 483 - Walpurgisstr. 13 - 1747

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    HORTVS MEDICVS

  2. B

    CAROLVS D(VX) BR(VNSVICENSIS) ET LVN(EBVRGENSIS) / HAS AEDES ET MVRVM EXSTRVXITa) / A(NNO) MDCCXXXXVII. / b) / CVBAc) E.d) HEISTERI HORTI PRAEF(ECTI)

Übersetzung:

Medizinischer Garten. (A)

Karl Herzog zu Braunschweig und Lüneburg hat dies Gebäude und die Mauer erbaut im Jahre 1747 unter der Aufsicht von (Lorenz) Heister, Vorsteher des Gartens. (B)

Kommentar

Die Inschrift dürfte sich mit HAS AEDES auf das ihr ehemals unmittelbar benachbarte Gärtnerwohnhaus beziehen, das trotz einschneidender Umbauten heute den Kern von Walpurgisstr. 13 ausmacht. MVRVM bezeichnet die nach Auflösung der Universität spätestens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgerissene Mauer2) des botanischen Gartens entlang der Walpurgisstraße.

Zur Anlage des botanischen Gartens an der Walpurgisstraße durch den inschriftlich genannten Lorenz Heister vgl. Nr. 474.

Textkritischer Apparat

  1. Das zweite T aus Platzmangel verkleinert.
  2. Hier querliegender Ornamentstreifen.
  3. CVBA] Steinmetzfehler, für CVRA.
  4. E.] Steinmetzfehler, für L(AVRENTII), den Vornamen Heisters.

Anmerkungen

  1. Vgl. den Plan des botanischen Gartens von 1764, NStA Wolfenbüttel 37 Alt Nr. 733, Bl. 14, abgebildet bei Schulz, Architektur, S. 77.
  2. Die hier nach Osten anschließende Bebauung der Gartenteile entstand nach 1855, vgl. Schaper, Häuserbuch 1,4, S. 117.

Nachweise

  1. Querner 2.
  2. Meier, Kunstdenkmäler, S. 114 (A).
  3. Schaper, Häuserbuch 1,4, S. 115 (A).
  4. Schulz, Architektur, S. 77 (nur Abb.).
  5. Hägele, Hausinschriften, Nr. 70.
  6. Moshagen, Hausinschriften, S. 26 (A).

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 483 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0048305.