Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 452 Juleum 1723

Beschreibung

Gemälde. Porträt des Friedrich Weise. Öl auf Leinwand. Im Bibliothekssaal an der Nordwand, drittes Bild von Westen. Bei einer Restaurierung Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts erhielt es den jetzigen Rahmen1). In farblich abgesetztem Oval innerhalb eines dunklen Rechtecks der Porträtierte in Halbfigur mit Perücke, in braunem Obergewand, dunkler Weste und mit weißem Halstuch. Die gemalte Inschrift in der linken oberen Ecke, gold auf dunklem Grund.

Maße: H.: 80 cm; B.: 64 cm (ohne Rahmen); Bu.: 2–3 cm (Kapitalis), 1,3 cm (Minuskel).

Schriftart(en): Schrägliegende Kapitalis mit Versalien und Antiqua.

DI 61, Nr. 452 - Juleum - 1723

 Sabine Wehking [1/1]

  1. D(OCTOR). FRIDER(ICVS). WEISEa). / ANNO. MDCCXXIII. / d(ie). XVI. Sept(embris).

Übersetzung:

Doktor Friedrich Weise. Im Jahre 1723 am 16. September.

Kommentar

Im insgesamt detailliert bekannten Lebenslauf2) von Weise läßt sich ein auf den 16. September 1723 zu datierender möglicher Anlaß für die Anfertigung des Bildes nicht benennen3). Weise, geboren am 20. Oktober 1649, ist hier im Alter von fast vierundsiebzig Jahren dargestellt. Den in der Inschrift geführten theologischen Doktortitel hat er am 15. Juni 1697 in Helmstedt erworben, nachdem er vorher als Professor der Philosophie in Jena (1680) und u. a. als Domprediger in Naumburg (1690) und Oberhofprediger in Quedlinburg (1695) gewirkt hatte. In Helmstedt wurde er am 28. Juni 1697 zum ordentlichen Professor der Theologie ernannt. Gleichzeitig war er Generalsuperintendent und erster Prediger an St. Stephani. Seine fast vierzigjährige Tätigkeit in Helmstedt – er starb am 30. September 1735 – hinterließ ihre Spuren in den Inschriften Nrr. 371, 373, 413, 429 und 453. Zu Weises Ehen und Kindern vgl. die Grabschrift seiner ersten Frau Nr. 390. Das Porträt seines Schwiegersohns Jonas Conrad Schramm Nr. 522 hängt links neben dem seinigen.

Textkritischer Apparat

  1. WEISE] Das zweite E hat keinen Mittelbalken.

Anmerkungen

  1. Frdl. Auskunft des Leiters der Ehem. Universitätsbibliothek Helmstedt, Herrn R. Volkmann.
  2. Vgl. Ahrens, Lehrkräfte, S. 244f., ADB 41, S. 536f. (Verfasser P. Zimmermann) und Programma quo exsequiarum munus .. Friderico Weisio .. persolvendum indicitur, Helmstedt o. J. (1735).
  3. Anläßlich seines dritten Vizerektorats ließ Weise 1727 einen Stich anfertigen, vgl. Mortzfeld, Porträtsammlung, A 23550. Ebenda, A 23548, A 23549 zwei weitere graphische Porträts Weises.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 452 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0045200.