Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 445 St. Walpurgis 1714 o. später

Beschreibung

Grabplatte der Maria Catharina Calixt, verheiratete Cherubim. Sandstein. Außen, an der Ostwand der Sakristei, die dem Chor im Norden angebaut ist. Hochrechteckige Platte, fast ganz von den beiden untereinander angeordneten, eingehauenen Inschriften bedeckt. Zwischen den Inschriften Kreuz. In den oberen und unteren Ecken der Platte je eine Knospe in Blattwerk. Die u tragen übergeschriebene Schlängel. Am Ende von Inschrift B Ornament in Form von drei zum Dreieck angeordneten Punkten.

Maße: H.: 198 cm; B.: 103 cm; Bu.: 2,5–5 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 61, Nr. 445 - St. Walpurgis - 1714 o. später

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    Allhie ruhet in Gott / die wolsehlige / Frau / Fr(au) Maria Catharina gebohrne Calixtinn / Herrn / Herrn Martini Alberti Cherubim / hiesigen Bürgermeisters Liebgewesene / Ehe Gemahlinn. / Sie war / From(m) für Gott Aufrichtig gegen jederman / treu ihren Gemahl / Zeugete in 10jährigem Ehestande / 5 Kinder / wovon Zweÿ Joh(ann) Christoph u(nd) Ulrica Maria Zur Rechten / und diser ihre Grosz Frau Mutter Fr(au) Elisabeth Krentlerna) / des weÿl(and) Rectoris Hannover Herr Henr(ich) [G]eorgb) Cherubim / nachgelaszenen wittwe Zur Linken Seite ruhen / verwechselte, wie Sie 40c) Jahr alt ihr[e] vieljährig[e] / Leibes Schwachheit am 18. (Dezem)bris 1[70]6 / mit ewiger Vollkom(m)enheit

  2. B

    Verlangstu nach den Todt mein Leser, / gleichen Stein, So mustu auch wie Si[e] / in Leben redlich seÿn ·

Kommentar

Der Stein ist frühestens 1714, also acht Jahre nach dem Tod der Maria Catharina Calixt, erster Ehefrau des Martin Cherubim, gesetzt worden, denn Martin Cherubim bezeichnet sich in der Inschrift als Bürgermeister. Dieses Amt hat er erst 1714 angetreten1).

Maria Catharina Calixt ist eine Tochter des Universitätsbibliothekars Johann Erich Calixt2) und eine Enkelin des Professors der Theologie Georg Calixt (vgl. Nr. 340). Die Inschrift gibt bei der Zahl ihrer Kinder – fünf – zwei mehr an, als bisher bekannt waren3). Die genannten Kinder Johann Christoph und Ulrica Maria sind am 3. Juni 1700 bzw. am 26. September 1704 beigesetzt4), die Schwiegermutter Elisabeth Krentlern am 4. Januar 17115).

Textkritischer Apparat

  1. n unter der Fahne des r.
  2. Auf dem Epitaph des Ehemanns Martin Albert Cherubim Nr. 469 sind die Vornamen des Vaters in der Reihenfolge G. H. abgekürzt.
  3. Nach dem Taufeintrag vom 29. März 1663 NStA Wolfenbüttel 1 Kb 593, S. 95 war sie dreiundvierzig Jahre alt.

Anmerkungen

  1. Vgl. die Inschrift seines Epitaphs Nr. 469.
  2. Name des Vaters im Taufeintrag, wie Anm. c.
  3. Vgl. Schaper, Bürgerbuch 1, S. 160.
  4. NStA Wolfenbüttel 1 Kb 584, S. 692 und S. 717.
  5. NStA Wolfenbüttel 1 Kb 584, S. 765.

Nachweise

  1. Kleinert, Walpurgis, S. 41 (teilweise, Abb.).

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 445 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0044505.