Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 331 Braunschweig, Braunschweigisches Landesmuseum 1694

Beschreibung

Glocke. Bronze. Aus dem Bereich der Kollegiengebäude1). 1882 kam sie geborsten nach Braunschweig in das damalige Herzogliche Museum, das heutige Herzog Anton Ulrich-Museum. Seit 1975 im Braunschweigischen Landesmuseum2). Die Glocke trägt an der sonst schlichten Flanke das Universitätswappen, eingefaßt von einem Laubkranz, mit Inschrift A im unteren Halbrund, und auf der gegenüberliegenden Seite in fast kreisrundem Medaillon eine gefügelte weibliche Figur. Diese bläst aus einer Posaune Inschrift B hervor. Um das Medaillon zwischen zwei Stegen Inschrift C. Am Glockenhals Inschrift D zweizeilig umlaufend, die Zeilen eingefaßt von je zwei Stegen unterschiedlicher Stärke. Inschriften erhaben gegossen. Als Worttrenner erscheint neben Punkten auf der Zeilenmitte ein Dreieck, gebildet aus drei Punkten.

Maße: H.: 64 cm; Dm.: ca. 57 cm; Bu.: 1 cm (A), 0,9 cm (B), 1,8 cm (C, D).

Schriftart(en): Kapitalis mit Versalien (A), Kapitalis (B, C, D).

DI 61, Nr. 331 - Braunschweig, Braunschweigisches Landesmuseum - 1694

 Sabine Wehking [1/2]

  1. A

    ACADEMIA IULIA

  2. B

    IVLIA IVLIA

  3. C

    TOTUM PERSONAT ORBEM

  4. D

    VICE=RECTORE ET AEDILIB(US) HENR(ICO) WIDEBURGIO · D(OCTORE) IOHANNE WERLHOFIO · L(ICENTIATO) ANNO · 1694 · / ME FECIT HENR(ICUS) ABEL KRAMERa) HELMSTAD(II)

Übersetzung:

„Julia, Julia“ (B)

durchtönt es den ganzen Erdkeis. (C)

Unter dem Vizerektor und Bauverwalter Heinrich Wideburg, Doktor, und dem Bauverwalter Johann Werlhof, Lizentiat, hat mich Heinrich Abel Kramer in Helmstedt hergestellt. (D)

Versmaß: Hexameterschluß (C).

Wappen:
Universität Helmstedt3)

Kommentar

Zu Heinrich Wideburg vgl. Nr. 338, zu Johann Werlhof vgl. Nr. 436.

Heinrich Abel Kramer ist als Gießer von etwa dreißig Glocken zwischen 1682 und 1734 in der Altmark nachweisbar.4)

Textkritischer Apparat

  1. Zwischen KRA und MER Wappen.

Anmerkungen

  1. Meier, Kunstdenkmäler, S. 91. Das Folgende ebenda.
  2. Frdl. Auskunft von Frau Dr. R. Marth, Herzog Anton Ulrich-Musem, mit Schreiben vom 21. 2. 1997.
  3. Wappen Universität Helmstedt: Simson mit dem Löwen zwischen Sonne l. und Mond mit Stern r. Vgl. Siebmacher, Wappenbuch, Bd. 1, 8. Abt., ND Bd. 7, S. 17f.
  4. Vgl. Handbuch der Stück- und Glockengießer auf der Grundlage der im mittleren und östlichen Deutschland überlieferten Glocken, hg. von H.-G. Eichler, eingerichtet von B. Poettgen (Schriften aus dem Deutschen Glockenmuseum auf Burg Greifenstein 2), Greifenstein 2003, S. 167.

Nachweise

  1. Meier, Kunstdenkmäler, S. 91.
  2. Kat. Erbe, S. 33 (B, C).
  3. Kat. Späthumanismus, S. 59 (A, B, D, letzter Teil).
  4. Handbuch der Stück- und Glockengießer auf der Grundlage der im mittleren und östlichen Deutschland überlieferten Glocken, hg. von H.-G. Eichler, eingerichtet von B. Poettgen (Schriften aus dem Deutschen Glockenmuseum auf Burg Greifenstein 2), Greifenstein 2003, S. 167 (D, letzter Teil).

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 331 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0033106.