Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 291 St. Walpurgis 1684

Beschreibung

Ehemalige Priechenbrüstung. Holz. Im nördlichen Querhaus an der Ostwand aufgehängt. Die Brüstung befand sich mit der zugehörigen Prieche früher im Rundbogen des südlichen Querhauses zum Langhaus hin. Nach Meier war sie bereits 1896 abgebaut1). Priechenbrüstung wie bei Nr. 266 in drei Felder unterteilt, die mit drei querovalen, von plastischen Blattkränzen gerahmten Ölgemälden – Christus am Ölberg, Geißelung, Kreuztragung2) – ausgefüllt sind. Über den beiden äußeren Bildfeldern die beiden Teile von Inschrift A, gold auf schwarzem Grund gemalt. Inschrift B über dem mittleren Bild auf einem von zwei Putten gehaltenen Band. Erhabene Buchstaben, gold auf weiß gefaßt.

Maße: H.: 135 cm; B.: ca. 630 cm; Bu.: 6 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 61, Nr. 291 - St. Walpurgis - 1684

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    ANNO // 1684

  2. B

    HANS HEINRICH MATTHIES. 

Kommentar

Der Stiftername wird bezogen auf den Glasermeister, Ratsherrn und Kirchenvorsteher von St. Stephani Heinrich Matthias (1611–1689)3). Nach den Vornamen und der Zugehörigkeit zur Schustergilde, der Patronin von St. Walpurgis, käme eher der Schuhmachermeister Hans Heinrich Matthias in Frage, aus dessen Lebensdaten bekannt ist, daß er 1665 eine erste, 1693 eine zweite Ehe schloß4).

Anmerkungen

  1. Meier, Kunstdenkmäler, S. 78. Den originalen Zustand „vor der letzten Erneuerung“ (ebenda, S. 76) zeigt die Abbildung der Prieche auf Tafel XII bei Meier.
  2. Die Bilder sind nach Zeichnungen des Matthias Scheits gearbeitet, die als Kupferstiche 1672 in einer Bilderbibel aus dem Sternverlag Lüneburg Verbreitung erfahren hatten. Vgl. dazu Oertel, Stephanikirche, S. 123.
  3. So Schrader, Professorenhäuser, 13. 6. 1953 und Kleinert, Walpurgis, S. 71. Zu Heinrich Matthias vgl. Schaper, Bürgerbuch 3, S. 732.
  4. Zu ihm Schaper, wie Anm. 3.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 291 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0029101.