Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 249 Schuhstr. 14 1673

Beschreibung

Tafel. Stein. Im Fries am barockem Eingangsportal des im Erdgeschoß massiv gemauerten, im Obergeschoß verputztes Fachwerk aufweisenden Hauses. Inschrift auf der querrechteckigen, von zwei Fratzenornamenten eingefaßten Tafel, leicht eingetieft und farbig gefaßt1).

Maße: Bu.: ca. 4–5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis mit Versalien.

DI 61, Nr. 249 - Schuhstr. 14 - 1673

 Sabine Wehking [1/1]

  1. HENRICVS MEIBOMIVS. D(OCTOR) P(ROFESSOR) P(VBLICVS) / ANNA SOPHIA DAETRIA / A(NNO) CH(RISTI) MDCLXXIIIa).

Übersetzung:

Heinrich Meibom Doktor, öffentlicher Professor. Anna Sophia Daetrius. Im Jahre Christi 1673.

Kommentar

Zur Biographie des Erbauers und seiner Frau vgl. Nr. 355.

Das Grundstück Schuhstraße 14 wurde 1664 von Heinrich Meibom erworben2). Das durch die Inschrift bezeichnete Gebäude mit reich ornamentiertem Steinportal, großzügigem Treppenhaus und großem Hörsaal wurde erst neun Jahre später fertiggestellt. Für die Jahre 1664 bis 1673 hat Meibom möglicherweise ein erstes kleineres Wohnhaus auf dem Grundstück, das vor 1664 vier Hausstellen umfaßte, errichtet. Dieses Gebäude könnte der Inschriftbalken Nr. 218 geschmückt haben, der jetzt an einem Haus in der Beguinenstraße eingebaut ist, aber vom Grundstück Schuhstraße 14 stammt3).

Textkritischer Apparat

  1. Neulateinische Zahlzeichen.

Anmerkungen

  1. Im gebrochenen Giebel über der Inschrifttafel zeigt eine Kartusche das Universitätswappen Simson mit dem Löwen und die Jahreszahlen 1664–1700, die nach Meier, Kunstdenkmäler, S. 114 kurz vor 1896, also nicht im Untersuchungszeitraum, angebracht worden sind. Sie bezeichnen die Jahre, in denen Meibom als Professor an der Universität Helmstedt wirkte und Eigentümer des Grundstücks Schuhstraße 14 war.
  2. Vgl. Schaper, Häuserbuch 1,3, S. 142.
  3. So Schrader, Professorenhäuser, 31. 1. 1953.

Nachweise

  1. Meier, Kunstdenkmäler, S. 114.
  2. Hägele, Hausinschriften, Nr. 50.
  3. Moshagen, Hausinschriften, S. 25.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 249 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0024900.