Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 213 Bötticherstr. 51 1663 o. später

Beschreibung

Turmportal. Teil eines traufenständigen, dreigeschossigen Fachwerkhauses mit massivem Erdgeschoß und straßenseitigem Zwerchhaus. Hofseitig im Südwesten vorgebauter, achteckiger, massiver Treppenturm. Außen über dessen Eingang in Bogennische auf vorgesetztem Ornamentfeld eingehauene Inschrift auf gebogenem und einmal geknicktem Band. Darunter zwei Vollwappen.

Maße: Bu.: ca. 3 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 61, Nr. 213 - Bötticherstr. 51 - 1663 o. später

 Sabine Wehking [1/1]

  1. Johann Eichel. D(oktor) Anna Sophia Hahnin Sein Ehelich Hausf(rau)

Wappen:
Eichel1), Hahn2)

Kommentar

Zu Johann Eichel und Anna Sophia Hahn vgl. Nr. 236. Das Grundstück Bötticherstraße 51 befand sich seit 1651 im Besitz des Johann Eichel3). Johann Eichel und Anna Sophia Hahn heirateten am 23. Oktober 1655. Am gleichen Tag wurde Johann Eichel zum Doktor der Rechte promoviert4). Der Treppenturm wurde also nach der Inschrift nicht vor 1655 errichtet. Die im Zuge der Restaurierung des Hauses 1997 durchgeführten dendrochronologischen Untersuchungen ergaben als Baujahr für den Turm 1663 oder unmittelbar darauf5). Das repräsentative Haus – vgl. Nr. 214 – wurde bis zur Schließung der Universität ausschließlich von Professoren bewohnt6).

Anna Sophia Hahn stiftete 1664 der Walpurgiskirche ein Gemälde (Nr. 217).

Anmerkungen

  1. Wappen Eichel: zwei geharnischte Arme, die Pfeil nach oben umfassen. Neben Pfeilspitze je ein Eichenblatt.
  2. Wappen Hahn: Hahn.
  3. Schaper, Häuserbuch 1,1, S. 121.
  4. Vgl. J. E. Bußmann, Als .. Johann Eichel Edler von Rautenkron .. beygesetzet, Helmstedt o. J. (1688).
  5. Das Vorderhaus wurde danach in seinen Fachwerkteilen 1585 errichtet. Für die Möglichkeit der Einsichtnahme in den Vermerk vom 4. 6. 1997 des Instituts für Denkmalpflege, Arbeitsbereich Bauforschung, Hannover, sei an dieser Stelle Herrn Dipl.-Ing. J. Gomolka gedankt.
  6. Seine Geschichte ist dargestellt von Schrader, Professorenhäuser, 10. 1. 1953.

Nachweise

  1. Henze, Helmstedt, S. 27.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 213 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0021303.