Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 207 Edelhöfe 2 1662, 1666

Beschreibung

Architekturfragmente. Zwei Steine mit Inschrift A, wohl von einem ehemaligen Torbogen, und Stein mit Inschrift B, wohl von ehemaligem Tür- oder Fenstersturz. Eingemauert im westlichen Wirtschaftsgebäude des Hofes, A in mehreren Metern Höhe etwa in der Mitte der Ostwand, B in Augenhöhe ebenfalls an der Ostwand, über Eingang im südlichen Teil des Gebäudes. Die beiden Steine mit Inschrift A stark gebogen und jetzt so gegeneinander gemauert, daß sie fast ein spitzes Oval bilden. An der abgeschrägten Unterseite des unteren Bogens je drei Kerbstreifen, blau eingefärbt. Stein mit Inschrift B leicht bogenförmig, mit Verlusten an der oberen Kante. Inschriften eingehauen, A farbig gefaßt.

Maße: Bu.: ca. 12 cm (A), 9 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 61, Nr. 207 - Edelhöfe 2 - 1662, 1666

 Herbert Rohm, Helmstedt [1/1]

  1. A

    FRID(ERICUS) ULRIC(US) // CALIXT(US) D(OCTOR) 1662

  2. B

    16 F(RIDERICVS) V(LRICVS) C(ALIXTVS) 66

Kommentar

Die drei Buchstaben von Inschrift B sind als Monogramm angeordnet: F steht mit dem unteren Schaftende in der Spitze des V, das im oberen Teil nicht erhaltene C liegt mit seinem unteren Bogenarm auf dem Mittelbalken des F.

Die Inschriften befinden sich auf dem Anwesen des sog. Großen Hofes, der 1271 als curia abbatialis, als Wohnsitz des Abtes bei seiner Anwesenheit in der Stadt, belegt ist1). Nach Übergabe der Stadt an die welfischen Herzöge 1490 kam der Hof als herzogliches Lehen u. a. 1647 an den Professor der Theologie Georg Calixt (vgl. Nr. 340), nach dessen Tod an seine beiden Söhne. Der in den Inschriften genannte Friedrich Ulrich Calixt (vgl. Nr. 339) wirkte wie sein Vater als Professor der Theologie in Helmstedt. Welche Bauten mit den Inschriften ursprünglich bezeichnet worden sind, ist nicht bekannt.

Anmerkungen

  1. Meier, Städteatlas, S. 29. Das Folgende ebenda.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 207 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0020705.