Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 31 St. Marienberg E. 15. Jh.

Beschreibung

Kelch1). Silber, vergoldet. Auf breitem Stehrand und profilierter Zarge Sechspaßfuß. Darauf der Gekreuzigte vollplastisch, ohne Kreuz, mit aufgesetztem Nimbus. Auf den beiden links anschließenden Pässen zwei aufgesetzte Wappenschilde. Sechsseitiger Schaft mit abgeflachtem, sechsteiligem Nodus, darauf sechs Rotuli in Form liegender Rauten. Schlichte Kuppa. Auf den Rotuli Inschrift A, deren einzelne Buchstaben von liegenden Blättern gerahmt sind. Oberhalb und unterhalb des Nodus auf den sechsseitigen Schaftstücken Inschriften B und C, umlaufend, jeweils ein Buchstabe in Feld 1 bis 5, im 6. Feld quadratisches Blütenornament in Inschrift B bzw. Rosette in Inschrift C. Inschriften glatt vor schraffiertem Grund.

Maße: H.: 16,6 cm; Dm.: 13,5 cm (Fuß), 10,7 cm (Kuppa); Bu.: 0,7 cm (A), 1,2 cm (B), 1,4 cm (C).

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 61, Nr. 31 - St. Marienberg - E. 15. Jh.

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    i h e s v s

  2. B

    m a r i a ·

  3. C

    m a r i a ·

Wappen:
Velstede2), Hoim3)

Kommentar

Die Braunschweiger Patrizierfamilie von Velstede war Ende des 15. Jahrhunderts beteiligt an der Stiftung eines wappengeschmückten Tuchteppichs für das Kloster4). Kontaktperson hierfür war möglicherweise eine Alheid von Velstede, die von 1473 bis 1534 dem Konvent angehörte5). In diesem Zusammenhang dürfte auch die Stiftung des Kelches erfolgt sein. Zu den Verbindungen der Familie Hoim mit St. Marienberg vgl. Nr. 49.

Anmerkungen

  1. Der Kelch ist genannt in einer Liste der Altarlaken und Kelche von 1737, NStA Wolfenbüttel 11 Alt Marbg. Nr. 86 und im Corpus bonorum, Landeskirchl. Archiv Wolfenbüttel Cb Marienberg.
  2. Wappen Velstede: Kralle. Vgl. Reidemeister, Genealogien, Tafel S. 96/97.
  3. Wappen Hoim: sechs Balken. Vgl. Siebmacher, Wappenbuch, Bd. 3, 2. Abt., ND Bd. 14, S. 13.
  4. Vgl. dazu Römer, Paramente, S. 80f. mit Abb.
  5. Römer, wie Anm. 4. Die bei Reidemeister, Genealogien, S. 162 genannte Konventualin Alheid ist nicht im Katalog von Strauß, Marienberg, S. 158ff. zu identifizieren.

Nachweise

  1. Corpus bonorum, Landeskirchl. Archiv Wolfenbüttel Cb Marienberg.
  2. Meier, Kunstdenkmäler, S. 43.
  3. Wandersleb, Inventar Marienberg, Nr. 3.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 31 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0003101.