Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 22 St. Marienberg 1470 o. später

Beschreibung

Kelch1). Silber, vergoldet. Auf breitem Stehrand und Zarge mit Vierpaßrautenfries Sechspaßfuß. In einem der Pässe der Gekreuzigte vollplastisch, ohne Kreuz, mit aufgesetztem Nimbus. Auf den Pässen links und rechts davon zwei aufgesetzte Wappenschilde. Sechsseitiger Schaft mit abgeflachtem, sechsteiligem Nodus. Darauf sechs Rotuli in Form liegender Rauten. Schlichte Kuppa. Oberhalb und unterhalb des Nodus auf den sechsseitigen Schaftstücken Inschriften A und B, umlaufend, jeweils ein Buchstabe in jedem Feld, glatt vor schraffiertem Grund, Inschrift C auf den Rotuli, silber auf in Schmelztechnik gearbeitetem, dunkelgrünem Grund.

Maße: H.: 18 cm; Dm.: 14,2 cm (Fuß), 11,4 cm (Kuppa); Bu.: 1,3 cm (A), 1,5 cm (B), 0,9 cm (C).

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 61, Nr. 22 - St. Marienberg - 1470 o. später

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    a v e m a r (i a)2)

  2. B

    i h e s v s

  3. C

    i h e s v s

Übersetzung:

Gegrüßt seist du, Maria! (A)

Wappen:
Bartensleben3), Schulenburg4)

Kommentar

Das i in Inschrift C trägt am oberen und unteren Quadrangel je einen nach links unten bzw. rechts oben geführten Zierbogen, der in eine Kreuzblume mündet.

Die durch die Wappen bekannten Familien der Stifter, vermutlich ein Ehepaar, waren dem Kloster eng verbunden. Die Bartensleben stellten fünf Konventsmitglieder, die ab 1470 urkundlich genannt werden, die Schulenburg zwei, erwähnt zwischen 1494 und 15305). Unterstellt man, daß die Stiftung des Kelches durch persönliche Verbindungen befördert worden ist, käme als Terminus post quem für seine Entstehung die Zeit nach 1470 in Betracht.

Anmerkungen

  1. Der Kelch ist beschrieben in einer Liste der Altarlaken und Kelche von 1737, NStA Wolfenbüttel 11 Alt Marbg. Nr. 86 und im Corpus bonorum, Landeskirchl. Archiv Wolfenbüttel Cb Marienberg.
  2. Liturgischer Text nach Lc. 1,28.
  3. Wappen Bartensleben: Wolf über zwei Garben. Vgl. Siebmacher, Wappenbuch, Bd. 6, 6. Abt., ND Bd. 21, S. 9.
  4. Wappen Schulenburg: drei Klauen. Vgl. Siebmacher, Wappenbuch, Bd. 3, 2. Abt., ND Bd. 14, S. 368.
  5. Strauß, Marienberg, S. 164ff., S. 181 zu Bartensleben, S. 163, S. 167 zu Schulenburg.

Nachweise

  1. Corpus bonorum, Landeskirchl. Archiv Wolfenbüttel Cb Marienberg.
  2. Meier, Kunstdenkmäler, S. 43.
  3. Wandersleb, Inventar Marienberg, Nr. 2.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 22 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0002202.