Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

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DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 1 Essen-Werden, Schatzkammer der Propsteikirche 10. Jh.

Beschreibung

Kelch, sog. Kelch des hl. Ludger. Kupfer, vergoldet. Er befindet sich seit 1547 in Werden. Abt Hermann von Holte hatte ihn aus dem um diese Zeit in seinem Bestand gefährdeten Helmstedter Kloster zusammen mit weiteren Kostbarkeiten (vgl. Nr. 39) in das sicherere Werden verbracht1). Das Erscheinungsbild des Kelches wird bestimmt durch ein annähernd gleichgewichtiges Verhältnis von Ständer und Kuppa zueinander. Der etwas abgeflachte Nodus befindet sich etwa in der Mitte des Gefäßes. Zu ihm hin verjüngt sich trichterförmig der hohe, runde, leicht konkave Fuß. Auf dem Nodus liegt, durch einen schmalen Ring abgesetzt, die Kuppa, deren oberer Durchmesser den des Fußrundes geringfügig (vgl. Maße) überragt. Am Fußrund findet sich ebenso wie am Lippenrand der Kuppa der einzige Schmuck des im übrigen schlichten Gefäßes, die durch eine gravierte dünne Linie nach oben bzw. unten abgetrennten Inschriften A unten, B oben. Inschriften graviert, farblich geringfügig dunkler2).

Maße: H.: 11,9 cm; Dm.: 6,8 cm (Fuß), 7 cm (Kuppa); Bu.: 0,7–0,8 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 61, Nr. 1 - Essen-Werden, Schatzkammer der Propsteikirche - 10. Jh.

 Jens Nober (Ruhrlandmuseum Essen) [1/4]

  1. A

    + HIC CALIX SANGVINIS D(OMI)NI N(OST)RIa) IE(S)V CHR(IST)Ib)3)

  2. B

    + AGITVR HAEC SVMMVS P(ER) POCLA TRIVMPHVS4)

Übersetzung:

Dies ist der Kelch des Blutes unseres Herrn Jesu Christi. (A)

Mittels dieses Trankes wird das höchste Siegesfest gefeiert. (B)

Versmaß: Hexameter, leoninisch gereimt, metrisch fehlerhaft (Senkung des dritten und Hebung des vierten Fußes ausgelassen). (B)

Kommentar

Die Kapitalis verdichtet sich jeweils zum Inschriftenende hin. So finden sich die vier gekürzten Wörter von A am Ende der Inschrift. Die einzige Ligatur – TRIVMPHVS – steht im letzten Wort der Inschrift B. Bei dem vorangehenden POCLA kommt es zwar nicht zu einer Buchstabenverbindung, doch ist der linke Schrägschaft des A platzsparend halbhoch über den Balken des L gestellt. H verliert in beiden Inschriften zum Ende hin deutlich – etwa 1 mm – an Breite. Auch der Verzicht auf Wortzwischenraum tritt zum jeweiligen Textende gehäuft auf. – A erscheint zweimal in der spitzen kapitalen Form mit Mittelbalken und dreimal spitz, aber ohne Mittelbalken. Das kapitale S neigt sich geringfügig nach rechts. Der Mittelteil des M reicht nicht ganz bis zur Grundlinie. Schaft- und Bogenenden, ebenso die Balken der beiden Kreuze haben fast durchgängig Dreieckssporen, die teilweise leicht nach innen gekrümmt sind.

Inschrift A weist den Kelch seiner liturgischen Bestimmung nach als Meßkelch aus. Seine verhältnismäßig geringe Größe ist kein eindeutiges Indiz dafür, daß es sich hier um einen „Reisekelch“ handelt, sie deutet eher auf die Verwendung des Kelches als „Meßkelch für die Zelebration des einzelnen Priesters“5).

Die Mitteilung des den Abt Hermann von Holte 1547 nach Helmstedt begleitenden Chronisten Heinrich Duden, daß der Kelch aus Helmstedt stamme, wurde bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts von der Forschung nicht wahrgenommen. Wohl galt unangezweifelt, daß der Kelch zum persönlichen Besitz des 809 gestorbenen Ludger gehört habe. Bis zu den Arbeiten Victor H. Elberns sah man in dem Kelch daher ein „sicher datierbares Denkmal“ von „vor 809“6). Eine im 19. Jahrhundert aufgestellte, unbelegte Behauptung, der Kelch sei eine Grabbeigabe, die bei der Hebung der Gebeine des Heiligen im 11. Jahrhundert entnommen worden sei, wurde ungeprüft bis in die neuere Zeit wiederholt7). Die Inschriften wurden insoweit als Beweis für das hohe Alter des Kelches herangezogen, als man in Inschrift A ein Chronogramm mit der Jahreszahl 788 zu erkennen glaubte. Elbern hat nachgewiesen, daß aus dieser frühen Zeit keine Chronogramme bekannt sind8). Damit hat er dieses Argument für eine frühkarolingische Entstehung des Kelches entkräftet. Nach einer ausführlichen vergleichenden Betrachtung der Formentwicklung des abendländischen Kelches im frühen Mittelalter erkennt Elbern ein vom 8. bis ins 11. Jahrhundert allgemein zurückgehendes Übergewicht der Kuppa zugunsten des Ständers9). Er sieht in ottonischen Grabkelchen, so dem des Bischofs Osdag von Hildesheim († 989), formal die engsten Verwandten des Werdener Kelches10). Entsprechend hält er ihn für ein Erzeugnis des 10. Jahrhunderts11). Die Paläographie der Inschriften hat Elbern in Form von allgemein formulierten, brieflich mitgeteilten Urteilen „namhafter Paläographen“ in die Datierungsbegründung einfließen lassen12). Eine Einzelanalyse ist in diesem Zusammenhang nicht erfolgt. Nach der durch die Klostertradition vermittelten Vorstellung, es handele sich um den vom Werdener Klostergründer Ludger benutzten Kelch, ist eine Schrift zu erwarten, die einige Jahre oder Jahrzehnte vor dessen Tod 809 entstanden ist. Die dafür u. a. charakteristischen eckigen Sonderformen, z. B. eckiges C und O wie auf dem vor 777 datierten Tassilokelch von Kremsmünster13), treten in der Inschrift des Werdener Kelches nicht auf. Die oben bemerkten Besonderheiten wie balkenloses spitzes A und geringfügig nach rechts geneigtes S können zwar – wie Berges nach dem Vorausgehen von Conrad vorschlägt – als „fränkische Eigenheiten“ einer frühen Schrift bis Ende des 8. Jahrhunderts zugebilligt werden14). Näher liegt es indes, darauf hinzuweisen, daß diese Formen ebenso auch nach der Periode strenger Nachahmung römischer Kapitalis, die zwischen etwa 830 und 880 angesetzt wird15), zu beobachten sind, also in Inschriften des 10. und 11. Jahrhunderts. Balkenloses A z. B. erscheint allgemein häufig, in Hildesheim mehrfach auf dem sog. Keilreliquiar aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts16) und auf der Grabplatte Bischof Bernwards von 102217). Die „fränkische“ Besonderheit des S ist ebenfalls nicht auf vorkarolingische Inschriften beschränkt18). Ihrem Gesamtduktus nach bietet die Schrift das Bild einer auf Regelmäßigkeit abzielenden Kapitalis, die sich der von Elbern aus formkritischen Beobachtungen hergeleiteten Datierung des Kelches in das 10. Jahrhundert nicht widersetzt.

Richtet man die Frage „(früh)karolingisch oder später“ außer an die Paläographie auch an Inhalt sowie metrische und formale Besonderheiten der Inschriften, so ist zu berücksichtigen, daß sich der Text von Inschrift B auch auf einem weiteren Kelch befunden hat (vgl. Anm. 4), also nicht eigens für den Werdener Kelch entworfen wurde. Er ist höchstwahrscheinlich älter19) und kann daher weder nach Inhalt noch Reimform etwas über den Zeitpunkt der Herstellung des Werdener Kelches aussagen. Der Umgang mit dem als Ausgangstext anzunehmenden Vers ist auffällig. Die Kürzung des vorgefundenen Hexameters auf ein fünffüßiges Metrum läßt Anspruch auf klassische Form vermissen. Die vermutliche Vorlage bot darüber hinaus eine Fortsetzung: Agitur haec summus cunctis per pocla triumphus / Pectora quis Dominus roborat pe(r) data fidei 20) (mittels dieses Trankes wird das höchste Siegesfest gefeiert bei allen, denen der Herr durch die Gaben des Glaubens die Herzen stärkt). Wenn man den zweiten Vers nicht übernehmen wollte, machte dies auch den Verzicht auf cunctis nötig, das seine Erläuterung erst hier erhält. Hätte man beide Verse nachgebildet, wäre bei den geringen Ausmaßen des Kelches Zweizeiligkeit am Fuß nicht zu vermeiden gewesen. Dadurch wäre die waagerechte Symmetrie, mit der die beiden Inschriftenbänder gleich Ornamenten das sonst schlichte Gefäß oben und unten einfassen, nicht erreicht worden. Unter den zehn beschrifteten der insgesamt siebenunddreißig eucharistischen Kelche des frühen Mittelalters, die Elbern seinen Untersuchungen zugrundegelegt hat21), findet sich für die Art, wie der Werdener Kelch seinen beiden Inschriften eine höchst dekorative Funktion zuweist, kein vergleichbares Beispiel. Bei der überwiegenden Mehrzahl dieser Kelche haben die Inschriften als schmückendes Zubehör innerhalb einer insgesamt mehr oder weniger reichen Ornamentik eine eher zweitrangige Bedeutung. Nur zwei Kelche sind wie der Werdener Kelch schlicht: der inzwischen als nicht-karolingisch erkannte und in das 6. Jahrhundert zurückdatierte sog. Ursuskelch, ein Kelch mit ungewöhnlich großer Kuppa, und der Grabkelch des 1072 verstorbenen Bischofs Adalvvard22). Bei beiden steht die einzige Inschrift am oberen Kupparand. Sie ist durch Linien bzw. Ringe wie bei dem Werdener Kelch abgesetzt. Vor allem beim Kelch des Bischofs Adalvvard dominiert der breite Inschriftenstreifen das Gesamtbild des Kelches, der von den beschrifteten Kelchen so dem Werdener Kelch am ähnlichsten ist. Der Blick auf die Gewichtung der Inschrift als Schmuckelement dehnt damit den von Elbern gezogenen Datierungshorizont eher noch in das 11. Jahrhundert aus, allerdings mit der Einschränkung, daß der Adalvvardkelch wohl älterem Formengut verpflichtet ist23). Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Der paläographische Befund und die beobachtete besondere Funktion der Inschrift als Ornament stützen den Datierungsvorschlag Elberns. Danach kann der Werdener Kelch als Erzeugnis aus nachkarolingischer Zeit, wohl aus dem 10. Jahrhundert, angesehen werden. Gearbeitet ist er möglicherweise nach einem älteren Vorbild, und zwar – dies nach dem Herkunftsort Helmstedt eine naheliegende Vermutung – in Sachsen24). Andererseits kann angesichts der engen Verbindung der beiden Ludgeriklöster Werden und Helmstedt ein Import aus dem Westen nicht ausgeschlossen werden.

Textkritischer Apparat

  1. D(OMI)NI N(OST)RI] Die beiden Kürzungszeichen – waagerechte Striche – liegen oberhalb der das Schriftfeld nach oben begrenzenden Linie.
  2. IE(S)V CHR(IST)I] Auf dem Kelch IHV XPI. Kürzungszeichen: Waagerechter Strich durch den oberen Teil des Schaftes von P (= griechisches Rho).

Anmerkungen

  1. So der Bericht seines Begleiters Heinrich Duden zum Jahre 1547: Comportavit secum idem dominus abbas domum rediens ex eodem nostro monasterio Helmenstedensi calicem sancti Ludgeri episcopi quo ipse usus fuit (es brachte derselbe Herr Abt, als er nach Hause zurückkehrte, mit sich aus demselben unserem Helmstedter Kloster einen Kelch des hl. Bischofs Ludger, den dieser selbst benutzt hatte), vgl. ders., Historia monasterii Werthinensis. In: Werdener Geschichtsquellen 1,1, S. 38.
  2. „In den Vertiefungen der einzelnen Buchstaben scheinen sich noch kleine Partikel einer vermuteten ursprünglichen, dunkelgefärbten Einlage zu befinden“, so V. H. Elbern, Der eucharistische Kelch im frühen Mittelalter. In: Zs. des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, Bd. 17, 1963, S. 1–76, S. 117–188, hier S. 4.
  3. Nach I. Cor. 11,25 hic calix novum testamentum est in meo sanguine.
  4. Fast wortgleich mit Agitur haec summus cunctis per pocla triumphus, einer Kelchinschrift unbekannter Herkunft und Datierung. Sie ist zusammen mit u. a. frühen fränkischen, italienischen und stadtrömischen Inschriften überliefert im Anhang zu einer „Anthologia carminum“, einer Handschrift der Bibliothèque Nationale in Paris, Cod. Paris. 8071. Bereits ihr Herausgeber J. B. de Rossi setzte sie mit der Inschrift des Werdener Kelches in Beziehung, Inscriptiones Christianae urbis Romae septimo saeculo anteriores, Rom 1888, Bd. 2,1, S. 244. V. H. Elbern machte auf diese Verbindung erneut aufmerksam, vgl. ders., Zur Inschrift am Liudgerkelch aus Werden. In: Das Münster am Hellweg, Mitteilungsblatt des Vereins für die Erhaltung des Essener Münsters, 16. Jg., Nov. 1963, Nr. 11, S. 146f. Zur Datierung der Handschrift vgl. unten Anm. 19.
  5. Dazu V. H. Elbern, Zur Entstehungszeit des sogenannten Liudgerkelches von Werden. In: St. Liudger und die Abtei Werden. Gesammelte kunsthistorische Aufsätze, hg. und eingeleitet von B. Senger, Essen 1962, S. 70f.
  6. Das Zitat aus R. Conrad, Niederrheinische Epigraphik vom achten bis dreizehnten Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte der monumentalen Schrift, Frankfurt/Main 1931, S. 8 mit S. 14. Elbern veröffentlichte seine neuen Erkenntnisse zuerst in ders., Entstehungszeit, wie Anm. 5, S. 63ff. Die ältere Literatur dort mit Einzelnachweisen vorgestellt; vgl. auch ders., Der eucharistische Kelch, wie Anm. 2, hier S. 3ff., S. 63ff. und öfter; ders., Kat. Jahrtausend, S. 511.
  7. Zuletzt von Römer, Helmstedt, St. Ludgeri, S. 188. Zur Entstehung und Weitergabe der These Elbern, Entstehungszeit, wie Anm. 5, S. 64; ders., Der eucharistische Kelch, wie Anm. 2, S. 6.
  8. Zu den Einzelheiten Elbern, Entstehungszeit, wie Anm. 5, S. 64ff.; ders., Der eucharistische Kelch, wie Anm. 2, S. 7ff.
  9. Elbern, Entstehungszeit, wie Anm. 5, S. 70f.; ders., Der eucharistische Kelch, wie Anm. 2, S. 26f., S. 48f., S. 53 und öfter.
  10. Elbern, Der eucharistische Kelch, wie Anm. 2, S. 65. Zum Osdagkelch vgl. ebenda S. 47, S. 69 mit Abb. 58.
  11. So zuletzt in Kat. Jahrtausend, S. 511; Der eucharistische Kelch, wie Anm. 2, S. 65: „vom späteren 9. bis etwa um die Mitte des 10. Jahrhunderts“. Vgl. auch V. H. Elbern, Kelche der Karolingerzeit. In: M. Ryan (Hg.), Irish Antiquities. Essays in memory of Joseph Raftery, Wicklow 1998, S. 123ff., hier S. 125, S. 137 „10. Jahrhundert”.
  12. Elbern, Der eucharistische Kelch, wie Anm. 2, S. 65 mit Anm. 194. Die Vorschläge reichen von „9. Jahrhundert“ bis „sicher in das 10.–11. Jahrhundert“ (H. J. Rieckenberg brieflich am 18. 3. 1958). Vorsichtig B. Bischoff: „Die Schrift in einen Bereich möglichen angelsächsischen Einflusses oder frühester karolingischer Formbesinnung, also um 780/790 zu setzen, widerstrebt mir freilich gefühlsmäßig, d. h. wohl aus Stilempfinden“ (brieflich am 3. 7. 1957).
  13. Nach Schriftbeschreibung des Tassilokelches bei Conrad, wie Anm. 6, S. 11f. Zum Tassilokelch Elbern, Der eucharistische Kelch, wie Anm. 2, S. 13ff., S. 70 mit Abb. 3 und 4.
  14. W. Berges, Die älteren Hildesheimer Inschriften bis zum Tode Bischof Hezilos († 1079). Aus dem Nachlaß herausgegeben und mit Nachträgen versehen von H. J. Rieckenberg, Göttingen 1983 (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Philologisch-Historische Klasse, 3. Folge, Nr. 131), S. 34. Als weitere „fränkische“ Besonderheit nennen Berges, S. 34 und Conrad, wie Anm. 6, S. 14 ein „gerolltes“ bzw. „gekrümmtes“ G. Tatsächlich trägt der Kelch ein kapitales G, dessen Cauda zweimal umgeknickt ist. – Erstaunlich ist, daß Rieckenberg seine 1958 gegenüber Elbern brieflich geäußerte Spätdatierung der Werdener Kelchinschrift (vgl. Anm. 12) nicht auch in den 1983 von ihm verfaßten Nachträgen zu Berges, wie oben, S. 168f. wiederholt. Der frühe Ansatz von Berges bleibt dort unwidersprochen.
  15. Vgl. S. Scholz, Karolingische Buchstaben in der Lorscher Torhalle. Versuch einer paläographischen Einordnung. In: Inschriften bis 1300. Probleme und Aufgaben ihrer Erforschung, hg. von H. Giersiepen und R. Kottje, (Abhandlungen der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften 94), Opladen 1995, S. 103ff., hier S. 120ff.
  16. DI 58 (Stadt Hildesheim), Nr. 3 mit Abb. 5.
  17. DI 58 (Stadt Hildesheim), Nr. 12 mit Abb. 17. Weitere Beispiele: Auf niellierter Silberleiste eines Tragaltars von vor 1100, DI 35 (Stadt Braunschweig I), Nr. 8 mit Abb. 8; auf Stein, DI 38 (Bergstraße), Nr. 7 mit Abb. 14. Die Inschrift wird vom Bearbeiter auf das 10. bis 11. Jahrhundert datiert; auf Stola und Manipel des hl. Cuthbert, England, zwischen 909 und 916, M. Schuette/S. Müller-Christensen, Das Stickereiwerk, Tübingen 1963, S. 26 mit Abb.
  18. Leicht geneigtes S auf Buchkasten des 10. Jahrhunderts, DI 26 (Stadt Osnabrück), Nr. 1 mit Abb. 1; vereinzelt auf dem römischen Epitaph des deutschen Papstes Gregor V., nach 999, Kat. Bernward, Bd. 2, S. 112f. mit Abb.
  19. Die den Vergleichsvers überliefernde Pariser Handschrift, wie Anm. 4, wird auf Ende 9. bis Anfang 10. Jahrhundert bzw. Ende 10. bis Anfang 11. Jahrhundert datiert nach A. Riese bzw. L. Delisle, beide zitiert bei Rossi, wie Anm. 4. Rückschlüsse auf das Alter des Textes lassen sich daraus nicht ziehen.
  20. Text nach Rossi, wie Anm. 4, Kommentar.
  21. Vgl. den Katalog der siebenunddreißig Kelche in: Elbern, Der eucharistische Kelch, wie Anm. 2, S. 67–76. Die neun übrigen beschrifteten Kelche dort: 1. Tassilokelch, Kat. Nr. 17 mit Abb. 4–5; 2. Kelch von Petöhaza, Kat. Nr. 30 mit Abb. 6 (vgl. auch Kat. Kunst und Kultur der Karolingerzeit, Bd. 2, S. 453f. mit Abb.); 3. Sog. Grimfriduskelch, Kat. Nr. 36 mit Abb. 7; 4. Sog. Ursuskelch, Kat. Nr. 18 mit Abb. 8–9; 5. Sog. Kelch der Dona Urraca, Kat. Nr. 19 mit Abb. 39; 6. Kelch des Menendus Gundisalvi, Kat. Nr. 4 mit Abb. 52; 7. Kelch des Abtes Dominico, Kat. Nr. 27 mit Abb. 53; 8. Grabkelch des Bischofs Adalvvard, Kat. Nr. 28 mit Abb. 66; 9. Grabkelch Suni, Kat. Nr. 29 mit Abb. 75.
  22. Nr. 4 und Nr. 8 des Elbernschen Kataloges aus Anm. 21. Zur Umdatierung des Ursuskelches vgl. Elbern, Kelche der Karolingerzeit, wie Anm. 11, S. 123ff. mit weiterweisender Literatur.
  23. Elbern, Der eucharistische Kelch, wie Anm. 2, S. 50.
  24. Elbern, Kat. Jahrtausend, S. 511: „Niedersachsen (?)“.

Nachweise

  1. P. Clemen (Hg.), Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd. 2,3. Die Kunstdenkmäler der Stadt und des Kreises Essen, Düsseldorf 1893, S. 97f. (mit Verweis auf ältere Literatur).
  2. R. Conrad, Niederrheinische Epigraphik vom achten bis dreizehnten Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte der monumentalen Schrift, Frankfurt/Main 1931, S. 13.
  3. G. Haseloff, Der Tassilokelch, München 1951, S. 11.
  4. V. H. Elbern, Zur Entstehungszeit des sogenannten Liudgerkelches von Werden. In: St. Liudger und die Abtei Werden. Gesammelte kunsthistorische Aufsätze, hg. und eingeleitet von B. Senger, Essen 1962, S. 63.
  5. V. H. Elbern, Zur Inschrift am Liudgerkelch aus Werden. In: Das Münster am Hellweg, Mitteilungsblatt des Vereins für die Erhaltung des Essener Münsters, 16. Jg., Nov. 1963, Nr. 11, S. 144.
  6. V. H. Elbern, Das erste Jahrtausend. Kunst und Kultur im werdenden Abendland an Rhein und Ruhr. Tafelband, Düsseldorf 1962, S. 61 (Abb.).
  7. V. H. Elbern, Der eucharistische Kelch im frühen Mittelalter. In: Zs. des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, Bd. 17, 1963, S. 4, S. 69, S. 123 (Abb.).
  8. W. Berges, Die älteren Hildesheimer Inschriften bis zum Tode Bischof Hezilos († 1079). Aus dem Nachlaß herausgegeben und mit Nachträgen versehen von H. J. Rieckenberg, Göttingen 1983 (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Philologisch-Historische Klasse, 3. Folge, Nr. 131), Tafel 1 (teilweise).
  9. Elbern, Kat. Jahrtausend, S. 511 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 1 (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0000103.