Inschriftenkatalog: Stadt Hannover

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 36: Stadt Hannover (1993)

Nr. 199† Nikolaifriedhof? 1598

Beschreibung

Grabstele der Elisabeth Gralle. Über den Standort der Grabstele, deren Gestaltung nur durch eine Zeichnung bei Redecker überliefert ist, ist nichts bekannt. Sie dürfte jedoch – wie die anderen Stelen aus dem Berichtszeitraum – auf dem Nikolaifriedhof gestanden haben. Die oben von einem Konvexbogen mit aufgesetztem Rollwerk abgeschlossene Stele zeigte im oberen Teil die Verstorbene mit zwei Töchtern unter dem Kreuz auf Kissen kniend. Das Kreuz trug den Titulus A. Oberhalb der Kreuzesarme zwei Wappenschilde mit Hausmarken (H13, H14) und Initialen (B). Unterhalb der Darstellung die Inschrift C.

Inschriften nach der Zeichnung bei Redecker.

Schriftart(en): Kapitalis mit Minuskeln.

DI 36, Nr. 199 - Hannover, Nikolaifriedhof - 1598

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    INRI

  2. B

    H L E G

  3. C

    EPITAPHIUM / ELISABETHAE GRALLEN IUNIORIS HENRICI / LUNEN UXORIS EX HAC VITA PIE DECEDEN=/TIS ANNO 1598 · DIE 21. AUGUSTI ·ELISABETHA CAPIT DULCES HOC PULVERE SOMNOS /QUAE PIA LUNE, TIBI IUNCTA MARITA FUIT./HAEC COLUIT CHRISTUM FIDUM COLUITQ(UE) MARItUM /UNDE DEI LARGA Est, UNDE BENIGNA MANUS /ET NIVEO VIRTUS, DOTES IN PECTORE ET OMNES,/FAEMINA QUEIS LAUDEM PROMEREAtUR ERANT./DIGNA QUIDEM FUIt HINC QUAE PLURES VIVERET ANNOS./UXOR AMATA VIRO SPES, COLUMENQ(UE) SUO./AT SECUS HOC VISUM DOMINO ESt. HIC OSSA TEGUNtUR./PARS MELIOR LAETI PossiDeT ASTRA POLI./

Übersetzung:

Epitaph der Elisabeth Gralle, Gattin des Heinrich Lunen d.J., die fromm aus diesem Leben ging im Jahr 1598 am 21. August.

Elisabeth genießt in diesem Staub süßen Schlaf, die dir, Lunen, als fromme Gattin verbunden war. Sie glaubte an Christus und hielt ihren treuen Ehemann in Ehren, weshalb die Hand Gottes großzügig und gütig ist, und es waren sowohl Tugend als auch alle Gaben in ihrer reinen Seele, durch die eine Frau Lob verdient. Sie hatte deshalb gewiß verdient, noch mehr Jahre zu leben als die geliebte Gattin und Hoffnung und Stütze für ihren Mann. Aber dem Herrn schien es anders richtiger. Ihre Gebeine sind hier bestattet, der bessere Teil hat das Licht des seligen Himmels erworben. (C)

Versmaß: Elegische Distichen (C).

Nachweise

  1. Redecker, Bd. 2, fol. 9v (Zeichnung).
  2. Schuchhardt, Bildhauer, S. 72, Nr. 42A (nach der Zeichnung bei Redecker).

Zitierhinweis:
DI 36, Stadt Hannover, Nr. 199† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di036g006k0019906.