Inschriftenkatalog: Stadt Hannover

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 36: Stadt Hannover (1993)

Nr. 136† Marktkirche 1577

Beschreibung

Epitaph der Katharina Helmolt. Sandstein. Das Epitaph hing ursprünglich am ersten nördlichen Pfeiler des Kirchenschiffs vor dem Chor, später an der südlichen Außenwand der Marktkirche. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die hochrechteckige Tafel zeigte im Flachrelief unter einem von zwei Pilastern getragenen Bogen die Verstorbene in Bethaltung auf einem Kissen kniend unter dem Kreuz mit Titulus A. In den Ecken des Steins vier Medaillons mit den Evangelistensymbolen und Spruchbändern mit Namensbeischriften (B). Über dem Bogen die Inschrift C, die sich einzeilig an der rechten und linken Seite und in drei weiteren Zeilen oben fortsetzte. Unterhalb der Darstellung zwei Wappen.

Inschriften nach der Abbildung bei Schuchhardt.

Maße: H.: 209 cm; B.: 110 cm.1)

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 36, Nr. 136 - Hannover, Marktkirche - 1577

 Historisches Museum, Hannover [1/1]

  1. A

    I·N·R·I

  2. B
    S · MATEVS S · MARCVS 
    S · [L]V[CAS]a) S · IOHANNES 
  3. C

    ANNO · 77 · DEN · 20 IANVARII / IST · DIE · ERBARE · VND · VIELTVGE(N)TSAME · FRAWE · CATARINA · HELMOLTS · WEILAND / GEORGEN · REICHEN · FVRSTL(ICH) BRAVNSCH(WEIGISCHEN) RATH · VND · AMPTMANS · ZV · WVLF/FINGHAVSEN · NACHGELASNE / WIDTWE · SELICHLICHEN / VORSCHEIDEN

Wappen:
Reiche (Greif)2)
Helmolt (Wellenbalken)3)

Kommentar

Über Katharina Helmolt ist nichts bekannt. Ihr Ehemann Georg Reiche war Sekretär Erichs II.; später fungierte er als dessen Rat und als Amtmann des Klosters Wülfinghausen.4)

Textkritischer Apparat

  1. In dem bei Schuchhardt abgebildeten Zustand ist die Inschrift stark zerstört.

Anmerkungen

  1. Angaben nach Schuchhardt, Bildhauer, S. 51f., Nr. 20.
  2. Vgl. Winkelmüller, Hausmarken, S. 283, Nr. 584ff.
  3. Ebd., S. 270, Nr. 271.
  4. Vgl. Bär, Familie von Walthausen, S. 64, 99, 154, 168f., 320, 373ff. Reiche, der 1573 starb, wurde im Kloster Wülfinghausen beigesetzt. Zu seinem Grabstein, auf dem sich auch das Wappen seiner Frau findet, vgl. Schuchhardt, Bildhauer, S. 43f., Nr. 12.

Nachweise

  1. Schuchhardt, Bildhauer, S. 52, Nr. 20, Abb. Tafel V.
  2. Wüstefeld, Marktkirche, fol. 19 (Zeichnung).

Zitierhinweis:
DI 36, Stadt Hannover, Nr. 136† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di036g006k0013605.