Inschriftenkatalog: Stadt Hameln

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 28: Hameln (1989)

Nr. 155† St. Bonifatii 1646

Hinweis: Die vorliegende Online-Katalognummer ist im Vergleich zum gedruckten Band mit Ergänzungen und Korrekturen versehen. Sie finden diese am Ende des Artikels. [Dorthin springen]

Beschreibung

Wandinschriften vom ehemaligen Schulgebäude, das zwischen 1846 und 1851 abgebrochen wurde1). Inschriften A auf den Gängen in der zweiten und dritten Etage, B unter der Fensterrose, C über den Kaminen. Die Inschriften waren bereits zu Zeiten Leos stark verblaßt und schwer lesbar2). Zur Ausführung ist nichts bekannt.

Inschriften nach Leo.

  1. A

    1Ingredere o Iesu mecum puer optime doctorMaxime pierii sancte patrone Chori2Dicentem salvete virum pax ipsa salutetVivite dicentem sospitet ipsa salus3Sedibus aethereis3) natae salvete sororesAssurgat vestrae Christus Apollo scholae4Quisque bonus collaudet opus bene quisque preceturEt Musis faciet sic bene quisque bonus5Quisquis in has largo sua munera contulit aedesPectore quod gaudet numine pectus habet6Omnis honestatis fons et firmissima radixEst in praeceptis consenuisse bonis7Quae semel impense iuvenilibus hausimus annis4)Haec retinemus item qualiacunque senes8Qui rogat et retinet repetitque docet quoque pulchreIn studiis laudem praeripit ille suis9Discipulus deses lento quid praestat aselloOfficium ni sint verbera neuter agit10Heus puer ausculta recteque pieque monentemFelix qui doctor quod monet exequitur11Si cum profectu vis discere disce precariDimidium facti rite precatus habet5)12Auspiciis fac cuncta Dei quod feceris omneInvito vanum Numine fiet opus13Prima tibi Numen sit cura sit altera nomenHaec duo sint vitae norma decusque tuae14Biblia volve manu nocturna volve diurna6)Et consvesce loqui dum potes ore Dei15Disce fidem Christi teneris cognoscere ab annisIdque Dei verbo quo sine nulla salus16Ora verere senuma) doctos venerare magistrosDoctorem patrem qui veneratur habet17Vive pie cole iustitiam reverere IehovamNon deerunt factis praemia digna tuis7)18Insta operib) obdura labor hic tibi proderit olimIunge preces cedet non sine fruge labor19Sponte fac et laetus quae sunt facienda coactusDifficilis recreet te studiose labor20Ne volita prius ac pennas tibi senseris ortasQui maiora subit viribus ille ruit21Otia blanda fuge atque animum virtutibus imple8)Ne pictum dicat te tua forma virum22Commoda ne tribuas damnosis tempora rebusQuae fugit a nobis hora redire nequit23Disce bonas artes per quas ecclesia crescitMolliet hoc mores nec sinet esse feros24Disce bonas artes dum sunt tibi tempora veris9)Ne te sollicitet plena laboris hyems25Disce tuae fiet baculus doctrina senectaeAuro egeas vitam sustinet illa tuam26Nitere conando si vis aliquando nitereNec fuge deses onus si tibi gratus honos27Imbue primaevos doctrina et moribus annosCui puer adsvesces hac eris arte senex28Haec age quae tua sunt quae sunt aliena relinqueAbstinuisse iuvat sustinuisse nocet29Oderis et vites mendacia blanda scientesInspirant sociis saepe venena suis30Sermones fugito insulsos et scoptica dictaIllis rixa subest haec tibi damna dabunt31Iungere saepe bonis disces bona iunctus iniquisHoc etiam perdes quod tibi mentis inest32Nil age quod pravum est recti tibi conscius esto10)Securus tacitae suspicionis eris33Stet pudor ante genas niteas fac pectore frugiHac virtus et honos arce perennis ovant34Esto memor patriis cur hic sis missus ab orisMoribus vt redeas cultus et arte domum35Sic vive vt possis vitam expectare futuramVive Deo Deus est fons et origo boni

  2. B

    36Sint sale conditae vestrae consortia linguaePonderat extremus singula verba dies37Si quis in absentes momus latrarit amicos11)Hunc sibi praeclusum noverit esse locum38Si quis inhumano male dixerit ore camoenisNon hominis vox est sed bovis ille sonus39Tu sed enim quid ais mi Zoile12) Zoile mordaxRumperis infelix rumpere fatac) volunt40Zoilus est Asinus videt hic et ridet ineptusVinetum videt hanc ridet [et]d) ille scholam41Non habet ingenium mopsus13) quid Zoile mirumSi minus ingenii docta reperta probase)

  3. C

    42Fumus vt excussusf) semper comes exit ab igneAemula virtuti sic comes invidia est43Semper ad aethereas sedes sursum erige mentemVt calidus flammas tollit ad astra focus44Fumus Vulcanum promittit sudor honoremSuda si merito poscis honore frui45Annos mille supra et sexcentos lustra novenaTransierant domus haec quando refecta stetit46Exstruxti ludum sanctis Hameloa CamoenisNominis exstruxti quin monumenta tui47Viuite longaeuam pueri Christo auspice vitamQuique scholae regitis sceptra valete viri

Übersetzung:

1 Tritt ein, o Jesu, mit mir, herrlichster Knabe, größter Lehrer, heiliger Schutzherr des Musenchores.

2 Den, der sagt: ‚Seid gegrüßt‘, möge der Friede selbst grüßen. Den, der sagt: ‚Lebt wohl‘, bewahre das Heil selbst.

3 Seid gegrüßt, Schwestern, an himmlischer Stätte geboren! Möge in Christus eurer Schule ein Apoll erstehen.

4 Jeder Gute lobe dieses Werk und wünsche ihm Gutes. Und so wird jeder Gute den Musen wohl tun.

5 Jeder, der zu diesem Haus mit freigebigem Herzen seine Gaben beitrug, der hat ein Herz, das sich Gottes freut.

6 Quell und festeste Wurzel aller Ehrbarkeit ist, in der Erfüllung der guten Gebote alt zu werden.

7 Was wir einmal in jugendlichen Jahren eifrig geschöpft haben, das behalten wir auch im Alter, welcher Art es auch immer sein mag.

8 Wer fragt, [im Gedächtnis] behält, wiederholt und auch trefflich lehrt, der erntet bei seinen Studien Lob.

9 Welchen Vorzug hat ein fauler Schüler vor einem trägen Esel? Keiner von beiden tut seine Pflicht, wenn es nicht Schläge gibt.

10 Höre Knabe, höre auf den, der rechtschaffen und fromm mahnt. Glücklich der, der ausführt, wozu der Lehrer mahnt.

11 Wenn du mit Erfolg lernen willst, lerne zu beten. Wer recht betet, hat bereits die Hälfte getan.

12 Tu alles unter dem Geleit Gottes, jedes Werk, das du gegen Gottes Willen tust, wird nichtig.

13 Deine erste Sorge sei Gott, die zweite dein [guter] Name, diese beiden sollen Richtschnur und Zierde deines Lebens sein.

14 Wälze die Bibel bei Nacht und bei Tag, und gewöhne dich, sofern du kannst, nach dem Wort Gottes zu reden.

15 Lerne den Glauben an Christus von jugendlichen Jahren an zu erkennen. Und dies durch das Wort Gottes, ohne das es kein Heil gibt.

16 Begegne den Alten mit Achtung, ehre die gelehrten Lehrer. Wer einen Gelehrten verehrt, hat einen [zweiten] Vater.

17 Lebe fromm, übe Gerechtigkeit, ehre Gott, und angemessener Lohn wird deinen Taten nicht fehlen.

18 Bleibe beständig beim Werk und halte durch. Diese Anstrengung wird dir einst nützen. Verbinde damit das Gebet, [dann] wird die Arbeit nicht ohne Erfolg vonstatten gehen.

19 Tu gern und fröhlich, was zu tun ist, eine bewältigte, schwierige Arbeit soll dich, Schüler, erfreuen.

20 Fliege nicht eher, als bis du merkst, daß dir Federn gewachsen sind. Wer Größeres unternimmt, als seine Kräfte [zulassen], der stürzt.

21 Fliehe das lockende Nichtstun und fülle deinen Geist mit Tugenden, damit nicht dein Äußeres sagt, du seiest ein charakterloser Mann.

22 Vertu deine gute Zeit nicht mit verderblichen Dingen. Die Stunde, die von uns flieht, kann nicht wiederkehren.

23 Lerne die guten Wissenschaften, durch die die Kirche wächst, das bändigt die Sitten und läßt sie nicht verwildern.

24 Lerne die guten Wissenschaften, solange für dich Zeiten des Frühlings sind, damit dir nicht der mit Mühsal erfüllte Winter Sorgen bringt.

25 Lerne! Die Wissenschaft wird Stütze für dein Alter werden. Gold magst du entbehren, sie aber erhält dein Leben.

26 Strebe im Wagnis aufwärts, wenn du irgendwann im Glanz dastehen willst. Und fliehe nicht müßig die Mühe, wenn dir die Ehre lieb ist.

27 Erfülle deine Jugendjahre mit der Gelehrsamkeit und den guten Sitten. Die Wissenschaft, an die du dich als Knabe gewöhnst, wird dich als Greis auszeichnen.

28 Kümmere dich um deine (eigenen) Angelegenheiten und laß Fremdes beiseite. Es nützt, sich davon fernzuhalten, es schadet, sich damit zu befassen.

29 Hasse und meide solche, die sich auf schmeichelnde Unwahrheiten verstehen. Oft flößen sie den eigenen Gefährten Gift ein.

30 Du sollst abgeschmacktes Gerede fliehen und spöttische Worte. Jenen wohnt Streit inne, diese werden dir Schaden bringen.

31 Vereinige [dich] oft mit den Guten [und] du wirst Gutes lernen. Vereinigt mit den Schlechten wirst du sogar das verlieren, was dir an Charakter innewohnt.

32 Tue nichts, was schlecht ist: Sei dir des Richtigen bewußt [und] du wirst vor heimlichem Argwohn sicher sein.

33 Schamgefühl stehe dir vorn auf den Wangen, strahle durch dein rechtschaffendes Herz. In dieser Burg triumphieren dauernd Tugend und Ehre.

34 Bedenke, warum du aus der Heimat hierher geschickt worden bist, damit du gebildet in Sitten und Wissenschaft nach Hause zurückkehrst.

35 Lebe so, daß du auf ein zukünftiges Leben hoffen kannst. Lebe für Gott, Gott ist die Quelle und Ursprung des Guten. (A)

36 Eure Unterhaltungen seien mit Salz gewürzt, der Jüngste Tag wägt die Worte einzeln.

37 Wenn jemand auf Freunde in deren Abwesenheit schimpft, soll er wissen, daß ihm dieser Ort verschlossen ist.

38 Wenn einer auf ungebildete Weise die Musen verflucht, so ist das nicht die Stimme eines Menschen, sondern Gebrüll eines Ochsen.

39 Doch was sagst du, mein Zoilus, du, bissiger Zoilus, zerspringst ja, zerplatze doch, so ist es dir bestimmt.

40 Zoilus ist ein Esel: dieser sieht den Weinberg und verlacht ihn, und so sieht und verlacht jener die Schule.

41 Ein Mopsus hat keinen Verstand. Was Wunder also, Zoilus, wenn du die gelehrten Erfindungen des Geistes weniger schätzenswert findest. (B)

42 Wie der Rauch, vom Feuer ausgestoßen, immer als dessen Gefährte abzieht, so ist der Neid der eifersüchtige Gefährte der Tugend.

43 Erhebe deinen Geist immer hinauf in himmlische Gefilde, wie der heiße Herd die Flammen zu den Sternen emporrichtet.

44 Rauch verspricht Feuer, und Schweiß verspricht Ehre. Mühe dich in deinem Schweiß ab, wenn du verdiente Ehre genießen willst.

45 Tausend und darüber hinaus sechshundert und fünfundvierzig Jahre waren vergangen, als dieses Haus wiedererbaut dastand.

46 Du Hameln, hast den heiligen Musen eine Schule errichtet, ja, du hast ein Denkmal deines Namens errichtet.

47 Ihr Kinder, lebt ein langes Leben in der Obhut Christi, und euch Männern, die ihr das Szepter der Schule führt, ergehe es wohl14). (C)

Kommentar

Die Distichen an den Wänden der ehemaligen Hamelner Schule weisen eine Reihe von Anklängen an die klassischen Schulautoren (Horaz, Virgil etc.) auf, die mit christlichen Lehrsätzen verbunden sind. In ihrer Gesamtheit rezipieren sie keine der klassischen Spruchsammlungen, sondern gehen auf einen zeitgenössischen Autor, den Hamelner Schulrektor Samuel Erich zurück15), der außer den Hamelner Wandinschriften einige Hundert lateinische und deutsche Epigramme verfaßt hat16). Erich bekleidete von 1644–1652 das Amt des Rektors an der Hamelner Stiftsschule17), nachdem er sich 1633 an der Universität Erfurt immatrikuliert hatte18). Unter seiner Leitung sind wahrscheinlich die großen Umbauten an den Schulgebäuden erfolgt, die in den Inschriften Nr. 156 und 157 bezeugt sind. Die Anbringung der Wandinschriften dürfte im Zusammenhang des Neubezugs der Schule nach der Renovierung 1646 erfolgt sein. Samuel Erichs Bedeutung für die Geschichte der Stadt Hameln ist vor allem darin zu sehen, daß er die erste wissenschaftliche Abhandlung zum Hamelner Kinderauszug geschrieben hat19), die die ältesten Überlieferungszeugnisse mitteilt (vgl. Nr. 76). Diese Arbeit, die auch ins Niederländische und Lateinische übersetzt worden ist, hat Widerlegungen in größerer Zahl provoziert und so die wissenschaftliche Diskussion um den Auszug der Hamelner Kinder wesentlich gefördert.

Textkritischer Apparat

  1. Ora verere senum] Ora senum vere Leo, metrisch nicht korrekt.
  2. Insta operi] Iusta operis Leo.
  3. fata] facta Leo.
  4. ridet [et]] videt Leo.
  5. probas] probat Leo.
  6. excussus] excussos Leo.

Anmerkungen

  1. Vgl. Spanuth, Geschichte I, S. 106.
  2. Vgl. Leo, S. 27ff.
  3. Vgl. Ovid, Ars amatoria 3, 550: Sedibus aethereis spiritus ille venit. Für die Nachweise der Similien danke ich Herrn Prof. Dr. Nikolaus Henkel, Regensburg, und Herrn Prof. Dr. Fidel Rädle, Göttingen.
  4. Vgl. Horaz, Epist. I, 2, 69f.
  5. Ähnlich Walther, Proverbia, Nr. 5793: Dimidium facti qui bene cepit habet.
  6. Ähnlich Horaz, Ars poet. 269: nocturna versate manu versate diurna.
  7. Vgl. Virgil, Aen. I, 605: Praemia digna ferant; vgl. auch Ovid, Fasti 1, 678: ut capiant cultus praemia digna sui.
  8. Vgl. Ovid, Tristia 4, 3, 73: Materiamque tuis tristem virtutibus imple.
  9. Vgl. Ovid, Met. 1, 116: Jupiter antiqui contraxit tempora veris.
  10. Vgl. Virgil, Aen. I, 604: mens sibi conscia recti.
  11. Vgl. Horaz, Sat. I, 4, 81: absentem qui rodit amicum.
  12. Zoilus, der es wagte, Homer zu kritisieren, steht hier allgemein für den kleinlichen Kritiker, vgl. Nr. 147.
  13. Mopsus steht hier wahrscheinlich für den einfachen Menschen, vgl. Virgil, Ecl. 5, 1 und 10, dort ist Mopsus der Name eines Hirten.
  14. Der Übersetzung liegt die anonyme deutsche Übersetzung in der zweiten Auflage der Schulgeschichte Leos zugrunde, die stellenweise verbessert wurde.
  15. Vgl. Leo, S. 27.
  16. M. Samuelis Erichii qvondam Pastoris ad D. Jacobi Eimbeccae Epigrammatum. Latino-Germanicorum variorum et selectorum centuriae XXV. Novae, Prioribus XXV. Centuriis superadditae et editae à L. C. E. b. A. F.; Braunschweig (gedruckt bei Hieronimus Friedrich Hofmann) 1700. (Exemplar: SuUB Göttingen: P. lat. rec. II 3488).
  17. Vgl. Leo, S. 34.
  18. Matrikel Erfurt Bd. II, 552, 20: Samuel Erich Bacherensis.
  19. Samuel Erich, Exodus Hamelensis. Das ist der haͤmelischer Kinder Ausgang. Hannover 1661.

Nachweise

  1. Leo, S. 28–31.
Addenda & Corrigenda (Stand 06. August 2019):

Mit Hilfe des Internets, das zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Bandes noch nicht verfügbar war, konnten weitere Zitate und Similien ermittelt werden, die im Folgenden zusammengestellt sind. Wie die jeweils wörtlichen Zitate beweisen, benutzte der Verfasser die populäre, 1612 in Frankfurt a. M. erschienene Sammlung der Delitiae Poetarum Germanorum als direkte Quelle. Ob er in den übrigen Fällen seine Autoren aus deren Einzelwerken, aus anderen Sammlungen oder aus dem Gedächtnis zitiert, ist nicht zu entscheiden.

Im einzelnen konnten folgende Quellen nachgewiesen werden:

A8 Qui rogat et retinet repetitque docet quoque pulchre / In studiis laudem praeripit ille suis] Ähnlich Johannes Buchler, Gnomologia, Köln 1606, S. 79: Qui rogat, et retinet, repetitque docetque sodales / In studiis laudem praeripit ille suis.

A9 Discipulus deses lento quid praestat asello /Officium ni sint verbera neuter agit] Wörtlich Johannes Lauterbach in: Delitiae poetarum Germanorum huius superiorisque aevi illustrium. Pars II. Collectore A. F. G. G., Frankfurt 1612, S. 928.

A15 Idque Dei verbo quo sine nulla salus] Ähnlich Elegia Henrici Sibaei Olphenii ad inclytum senatum v. 18: Idque Dei ex verbo quo sine nulla salus (vgl. Wilhelm Kühlmann, Westfälischer Gelehrtenhumanismus und städtisches Patriziat. Zu den Gedichten des Osnabrücker Poeten Henricus Sibaeus (Heinrich Sibbe, gest. 1566) in der Perspektive regionaler Kulturraumforschung. In: Wilhelm Kühlmann – Vom Humanismus zur Spätaufklärung. Ästhetische und kulturgeschichtliche Dimensionen der frühneuzeitlichen Lyrik und Verspublizistik in Deutschland, hg. von Joachim Telle, Friedrich Vollhardt und Hermann Wiegand. Tübingen 2006, S. 278.

A18 Insta operi obdura labor hic tibi proderit olim / Iunge preces cedet non sine fruge labor] Ähnlich Georg Carolides a Carlsberga in: Delitiae poetarum Germanorum huius superiorisque aevi illustrium. Pars II. Collectore A. F. G. G., Frankfurt 1612, S. 229: Iusta operi, vigila: labor est sine numine vanus / Iunge preces, cedet non sine fruge labor.

A18 obdura labor hic tibi proderit olim] Ähnlich Ovid, Amores 3, 11,7 obdura: dolor hic tibi proderit olim.

A21 animum virtutibus imple / Ne pictum dicat te tua forma virum] Ähnlich Nicolaus Taurellus, Emblemata Physico-Ethica, Nürnberg 1602: animum virtutibus exple / Ne pictum dicat te tua forma virum.

A22 Quae fugit a nobis hora redire nequit] Ähnlich Ovid, ars amatoria 3, 64: Nec, quae praeteriit, hora redire potest.

A23 Disce bonas artes] Wörtlich Ovid, ars amatoria 1, 459.

A23 Disce bonas artes per quas ecclesia crescit / Molliet hoc mores nec sinet esse feros] Ähnlich Ovid, epistulae ex Ponto 2, 9, 47f.: Adde quod ingenuas didicisse fideliter artes / emollit mores nec sinit esse feros.

A25 Disce tuae fiet baculus doctrina senectae / Auro egeas vitam sustinet illa tuam] Wörtlich Georg Carolides a Carlsberga in: Delitiae poetarum Germanorum huius superiorisque aevi illustrium. Pars II. Collectore A. F. G. G., Frankfurt 1612, S. 232.

A26 Nitere conando si vis aliquando nitere] Ähnlich Walther, Proverbia, Nr. 16951: Nitere cum studio, si vis aliquando nitere.

A27 Imbue primaevos doctrina et moribus annos / Cui puer adsvescens hac eris arte senex] Wörtlich Georg Carolides a Carlsberga in: Delitiae poetarum Germanorum huius superiorisque aevi illustrium. Pars II. Collectore A. F. G. G., Frankfurt 1612, S. 222.

A28 Haec age quae tua sunt quae sunt aliena relinque / Abstinuisse iuvat sustinuisse nocet] Wörtlich Georg Carolides a Carlsberga in: Delitiae poetarum Germanorum huius superiorisque aevi illustrium. Pars II. Collectore A. F. G. G., Frankfurt 1612, S. 216.

A32 Nil age quod pravum est recti tibi conscius esto / Securus tacitae suspicionis eris] Wörtlich Georg Carolides a Carlsberga in: Delitiae poetarum Germanorum huius superiorisque aevi illustrium. Pars II. Collectore A. F. G. G., Frankfurt 1612, S. 186.

A33 Stet pudor ante genas] Ähnlich Tibull, Elegien 1, 4, 14: stat pudor ante genas.

A34 Esto memor patriis cur hic sis missus ab oris / Moribus vt redeas cultus et arte domum] Dieses Distichon war nach Auskunft der Urkunden und Akten des mecklenburgischen Unterrichtswesens an mehreren Schulen angeschrieben, vgl. Heinrich Schnell, Das Unterrichtswesen der Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Strelitz. Bd. I. Urkunden und Akten zur Geschichte des mecklenburgischen Unterrichtswesens. Mittelalter und das Zeitalter der Reformation, Berlin 1907, S. 430.

A35 Sic vive vt possis vitam expectare futuram / Vive Deo Deus est fons et origo boni.] Wörtlich Georg Carolides a Carlsberga in: Delitiae poetarum Germanorum huius superiorisque aevi illustrium. Pars II. Collectore A. F. G. G., Frankfurt 1612, S. 189.

Zitierhinweis:
DI 28, Hameln, Nr. 155† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di028g004k0015506.