Inschriftenkatalog: Stadt Hameln

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 28: Hameln (1989)

Nr. 122† St. Bonifatii 1620

Beschreibung

Epitaph des Johannes Bock, ehemals an einem Vierungspfeiler der Kirche. Nach Herrs Angaben1) handelte es sich um ein künstlerisch beachtenswertes Epitaph, sowohl hinsichtlich der Bildhauerarbeit als auch der Malerei. Dargestellt war die Familie Bock, Johannes Bock mit fünf Söhnen, seine Frau mit vier Töchtern, darüber die Grablegung Christi und – vermutlich in der Bekrönung – Christi Himmelfahrt. Die Inschriften werden von Herr nicht genauer lokalisiert mit Ausnahme von Inschrift D, die nach Herr „ganz oben in Goldbuchstaben“ angebracht war.

Inschriften nach Herr.

  1. A

    Ps. 25, 182) Die Angst meines Hertzens ist groß führe mich [. . .]a)

  2. B

    Phil. 1, 23 Ich habe Lust abzuscheiden [. . .]a)

  3. C

    Reverendus Doctus et vere pius vir M(agister) Johannes Bock postquam Haderslebiae in Holsatia per quinquennium ut fidelis pastor animas pavisset invitus 1571 ad sacrum munus hic suscipiendum vocatus est officio tamen hoc sacro per annos 49 vigilanter et fideliter functus est tandem a(nn)o 1620 die 14 Au(gusti) aetatis 84 pie in Christo obdormivit cuius anima requiescat in pace in huius memoriam relicti haeredes monumentum hoc strui curarunt

  4. D

    Si Deus pro nobis, quis contra nos3).

Übersetzung:

Der ehrwürdige, gelehrte und wahrhaft fromme Mann Magister Johannes Bock ist, nachdem er in Hadersleben in Holstein fünf Jahre lang wie ein treuer Hirte die Seelen geweidet hatte, 1571 gegen seinen Willen in das heilige Amt hier berufen worden; dennoch hat er dieses heilige Amt 49 Jahre hindurch aufmerksam und treu verwaltet. Schließlich entschlief er fromm in Christus am 14. August 1620 im Alter von 84 Jahren. Seine Seele ruhe in Frieden. Zu seinem Gedächtnis haben die hinterbliebenen Erben dieses Grabmal errichten lassen. (C)

Wenn Gott für uns steht, wer vermag etwas gegen uns. (D)

Kommentar

Johannes Bock trat 1571 die Nachfolge Rudolph Mollers als Pastor Primarius und Superintendent an St. Bonifatii an4). Er bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tode im Jahr 1620.

Textkritischer Apparat

  1. Herr gibt den Text nicht komplett wieder, sondern schreibt „etc.“.

Anmerkungen

  1. Vgl. Herr, S. 144.
  2. Ps. 25, 17.
  3. Rm. 8, 31.
  4. Vgl. Herr, S. 88 f.; s. a. 2Sprenger, S. 217.

Nachweise

  1. Herr, S. 144.

Zitierhinweis:
DI 28, Hameln, Nr. 122† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di028g004k0012207.