Inschriftenkatalog: Stadt Halberstadt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 86: Halberstadt (Stadt) (2014)

Nr. 174 Domplatz 41 1583

Beschreibung

Wappentafel; rechts neben der Tür; Sandstein in moderner Farbfassung; gut erhalten, 2000 restauriert; Relief, in einer Rollwerkkartusche das Wappen, an ihrem oberen Ende getrennt durch die Helmzier die Wappenbeischrift (A), am unteren beiderseits des Wappens die Jahreszahl (B).

Maße: H. 90 cm, B. 85, 5 cm, Bu. 3–4,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 86, Nr. 174 - Domplatz 41 - 1583

 SAW Leipzig, Inschriftenkommission (Markus Scholz) [1/2]

  1. A

    HEINRICH VON // STECHOW / TVMBHERR ZV // HALBERSTADT

  2. B

    1 . 5 . // 8 . 3 .

Wappen:
Stechow1)

Kommentar

Einige Buchstaben sind überhöht. An den Schaft- und Balkenenden sind kräftige Sporen angebracht. Die linke Haste des spitzen A ist etwas schräggestellt. Der rechte Schaft zeigt eine Linksschrägenverstärkung. Der Buchstabe wirkt schmal. C weist keine Sporen auf und die Bogenenden laufen spitz aus. Sporenansätze zeigen sich am Übergang vom Schaft zum Bogen des D. Der untere Balken des E ist stark verlängert. H hat einmal einen Bügel nach oben. I wird immer mit i-Punkt versehen. Die seitlichen Hasten des M stehen gerade, der Mittelteil ist verkürzt. Die Schräghaste des N ist stärker ausgeführt als die Seitenhasten. O ist ausschließlich oval. Das obere Bogenende des S verläuft waagerecht, die mittleren Bogenabschnitte sind verstärkt. W besteht aus zwei verschränkten V. Der Schaft des Z wird von einem Balken gekreuzt. Über der 1 befindet sich ein i-Punkt. Als Worttrenner verwendete man Quadrangel.

Heinrich von Stechow auf Ferchesar war Halberstädter Domherr. Er starb am 21. November 1589.2)

Anmerkungen

  1. In Silber drei schwarze Schräglinksbalken, die mit je drei grünen Kleeblättern belegt sind, HZ: über bewulstetem Helm eine Meerkatze mit Halsband einen goldenen Rosenzweig in der Pfote; vgl. das abweichende Wappenbild bei Siebmacher Pr, S. 66 mit Taf. 85. Das Wappen scheint gewendet zu sein.
  2. Vgl. zu Heinrich von Stechow DI 75 (Halberstadt Dom), Nr. 228. Die Angabe bei Thiele 2002, S. 113 mit Abb. 181, Stechow sei 1583 gestorben, ist inkorrekt. Diese Aussage ist offensichtlich durch eine Verwechslung mit der Wappentafel am Haus Domplatz 41 entstanden.

Zitierhinweis:
DI 86, Halberstadt (Stadt), Nr. 174 (Hans Fuhrmann), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di086l005k0017403.