Die Inschriften der Stadt Halberstadt

[Druckseite LXV]

6. Nicht aufgenommene Inschriften

Einige der Inschriften, die sich noch in der Stadt befinden oder für die Stadt überliefert sind, stimmen entweder nicht mit der Definition des Begriffs Inschrift von Kloos überein, oder aber sie wurden erst nach Ende des Untersuchungszeitraums, also nach 1650, angebracht. Nach Kloos sind Inschriften „Beschriftungen verschiedener Materialeien ..., die von Kräften und mit Methoden hergestellt sind, die nicht dem Schreibschul- und Kanzleibetrieb angehören.“483) Die im Folgenden genannten Denkmale werden hier also entweder nur erwähnt oder auch in ihrem Wortlaut wiedergegeben, wenn sie zwar bedeutend, aber erst in der Zeit nach dem Ende des Bearbeitungszeitraums entanden sind oder gar nicht aus Halberstadt stammen und nach dem Ende des Bearbeitungszeitraums dorthin verbracht wurden.

Zu diesen Gegenständen gehört z. B. das Altarretabel im südlichen Seitenschiff der Andreaskirche von 1456, dessen zugehörige Flügel im Refektorium ihren Platz gefunden haben. Es wurde dem Andreaskloster von der Generalverwaltung der Kgl. Museen in Berlin vor 1902 leihweise überlassen.484) Das geschnitzte, im 19. und 20. Jahrhundert stark restaurierte Retabel zeigt über der maßwerkverzierten Predella im Hauptfeld in von Pfeilern getragenen Maßwerknischen von links Petrus, Bernardinus von Siena, in der mittleren Nische die Madonna mit dem Kind, dann folgen Johannes der Täufer sowie der Apostel Paulus. In der oberen Reihe sieht man von links die Heiligen Franziskus von Assisi, Antonius von Padua, in der Mittelnische einen Kruzifixus, rechts befinden sich Kg. Ludwig der Heilige und Bf. Ludwig von Toulouse, auf den Flügeln Johannes Evangelista und Johannes Baptista. Unterhalb des Kruzifixus ist in gotischer Minuskel eine Künstlersignatur angebracht:

  1. HOC OPVS FECIT ∙ MAGISTER LVGHESIVS DE SANTO / PAVLO MCCCCLVI

Übersetzung:

Dieses Werk schuf Meister Lughesius von Sankt Paulus 1456

sowie zwei nur noch fragmentarische Inschriften:

  1. L..AV[.....] / GEM [:] CCEC

sowie:

  1. IN PR/IN/ / / . // DE

Letztere gibt wohl den Beginn der Bibelstelle Io 1,1: „In principo erat verbum et verbum erat apud deum“ wieder, um den Evangelisten Johannes zu charakterisieren.

Ebenso stammt der Altaraufsatz aus der Zeit zwischen 1515 und 1520, der im Chor der Moritzkirche steht, aus der Wipertikirche in Kölleda, wo er sich noch 1883 befand.485) Im Schrein des dreiflügeligen Retabels sieht man eine vielfigurige Kreuzigung, die seitlich von Johannes Baptista und Johannes Evangelista flankiert wird. Auf dem linken Flügel außen Petrus, innen Paulus, die Innenseite des rechten Flügels zeigt den Hl. Wipertus,486) die äußere den Hl. Urban. Auf der ursprünglich nicht zugehörigen, aus dem Domschatz stammenden Predella von um 1500 sind die Klugen und Törichten Jungfrauen dargestellt, die eine Halbfigur Christi in verkleinertem Maßstab säumen, auf der Rückseite Mariae Heimsuchung und Mariae Himmelfahrt. Auf dem Gewandsaum Johannes' des Täufers eine Pseudoinschrift in pseudokufischen Schriftzeichen sowie die Nameninschriften

  1. IHESV ∙ CR//H(IST)I [...] ∙ SANTVS ∙ // [I]OHANNES // [E]WANCELISTA ∙ // ∙ APOSTOLVS ∙ IH

einschließlich der orthographischen Unsicherheiten.

Zwei Denkmale des 18. Jahrhunderts in der Andreaskirche gehen auf die Gründungsgeschichte des Klosters und die des Burchardiklosters ein.

Der Gedenkstein für Heinrich den Jüngeren (VI.) von Regenstein aus Rübeländer Marmor schimmert bräunlich und ist von Gesteinsadern durchzogen. Er besteht aus fünf Teilen und ist gut erhalten. Der Stein hat eine Höhe von 252 und eine Breite von 168 Zentimetern. Die Inschrift darauf in Kapitalis mit [Druckseite LXVI] unzialen Elementen und einem Fraktureinsprengsel hat eine Buchstabenhöhe von 3,5 Zentimetern. Im Binnenfeld sieht man unter einem Fürstenhut in Relief den Verstorbenen als jungen Mann, mit nackten Füßen und geschorenem Haar in der Kutte eines franziskanischen Mönchs mit Kragen und übergezogener Kapuze. Gegürtet ist er mit einem an der linken Seite herabhängendem Knotenstrick und an der rechten hat er einen Rosenkranz mit einem Kreuz am Ende. Mit beiden Händen hält er ein großes Kreuz vor seiner Brust. An beiden Seiten gestürzt die Figur begleitend verläuft die Historische Nachricht zeilenweise, rechts der Anfang der Inschrift von oben nach unten, links von unten nach oben. Der lateinische Text, der hier und dort kleine Fehler aufweist, am Beginn der linken Seite sogar eine ganze Zeile wiederholt, lautet:

  1. ILLVSTRISSIMVS ∙ ET ∙ EXCELLENTISSIMVS ∙ DOMINVS ∙ D(OMINVS) ∙ HENRICVS ∙ IVNIOR, COMES ∙ DE ∙ REINSTEIN ∙ EX ∙ LINEA487) [∙] / HEIMBVRGENSI : CVIVS ∙ ANNIVERSARIVM ∙ VNA ∙ CVM ∙ ILLVSTRISSIMORVM488) ∙ PARENTVM ∙ EIVS ∙ ET ∙ EX EADEM ∙ / FAMILIA ∙ DEFVNCTORVM ∙ MEMORIA POSTRIDIE S(ANCTI) ANDREAE APOSTOLI ECCLESIAE HVIVS PATRONI ANNVA / SOLEMNITATE CELEBRATVR : INSIGNEM HVNC CONVENTVM, ET ECCLESIAM EX LAPIDE QVADRO ∙ SVB / TITVLO S(ANCTI) ANDREAE APOSTOLI HOC IN LOCO RESIDENTIAE SVAE, VVLGO De kleine Blanckenburg / DICTAE, ANNO 1289 PRO FRATRIBVS ORDINIS MINORVM S(ANCTI) FRANCISCI ∙ FVNDAVIT ∙ ET ANNO 1314 / MORTVVS ∙ IN MEDIO CHORI HVIVS ECCLESIAE IN HABITV ORDINIS NOSTRI MAGNIFICE EST / SEPVLTVS // HABITV ORDINIS NOSTRI MAGNIFICE489) EST SEPVLTVS ∙ CVIVS SEPVLCHRI MONVMENTA ANNO 1563 / DIRVTA TEMPORVM INIVRIA SERENISSIMVS DVX BRVNSWICENSIS ET LVNEBVRGENSIS , DOMINVS / LVDOVICVS RVDOLPHVS , ET SERENISSIMA EIVS CONIVX , DOMINA CHRISTINAE490) LOVISA , PRINCEPS / OETTINGENSIS491) , ELISABETHAE CHRISTINAE REGNANTIS AVGVSTISSIMI INVICTISSIMIQ(VE) IMPERATORIS ET / HISPANIARVM REGIS CAROLI VI SEMPER AVGVSTAE PARENTES , ANNO 1722 RENOVARI ET PRESBYT/ERIVM AC CHORVM SVIS SVMPTIBVS LAPIDE BLANCKENBVRGICO STERNI CVRAVRVNT QVORVM / MEMORIA SIT IN BENEDICTIONE ET ANIMA EXCELLENTISSIMI COMITIS PIAE MEMORIAE HIC / SEPVLTI REQVIESCAT IN SANCTA PACE AMEN

und heißt ins Deutsche übersetzt

Übersetzung:

Der durchlauchtigste und vortrefflichste Herr, Herr Heinrich der Jüngere, Graf von Regenstein aus dem Heimburgischen Geschlecht, dessen Jahrtag zusammen mit dem Gedenken seiner erlauchtesten Eltern und der aus derselben Familie Verstorbenen am Tage nach [dem] des Apostels Andreas, des Schutzherrn dieser Kirche, jährlich in Feierlichkeit begangen wird, hat dieses ausgezeichnete Kloster und die Kirche aus dem Grundstein unter der Bezeichnung des heiligen Apostels Andreas an diesem Ort seines [des Grafen] Wohnsitzes, allgemein Die kleine Blanckenburg genannt, im Jahr 1289 für die Brüder des Ordens der Minderbrüder des Heiligen Franziskus gegründet und ist, im Jahr 1314, tot inmitten des Chors dieser Kirche in der Tracht unseres Ordens großartig beigesetzt worden. In der Tracht unseres Ordens großartig beigesetzt worden (Sic!), dessen Grabdenkmal – im Jahr 1563 durch den Schaden der Zeitläufte zerstört – der allerdurchlauchtigste Herzog von Braunschweig und Lüneburg, Herr Ludwig Rudolph, und seine allerdurchlauchtigste Gattin, Herrin Christina Louise, Fürstin von Oettingen, der Elisabeth Christina, des regierenden erhabensten und allersiegreichsten Kaisers und Königs der Spanier Karls VI. immer erhabener [Gattin] Eltern, im Jahre 1722 erneuern und das Presbyterium und den Chor auf ihre Kosten mit Blankenburger Stein pflastern lassen. Deren Gedenken sei im Heil, und die Seele des vortrefflichsten Grafen seligen Andenkens, der hier begraben ist, ruhe in heiligem Frieden.

Die ganze Art der Inschrift zeigt, daß sie nicht von dem 1563 untergegangenen Grabstein für den Gründer des Klosters Graf Heinrich den Jüngeren (VI.) von Regenstein herrühren kann. Der Text atmet in Anlage und Ausdruck den Geist des Barock. Allerdings zeigt er doch, vielleicht aus anderen Quellen übernommen, was die Zeitgenossen noch über Heinrich wußten. Bekannt war, daß er als der Nachfolger seines Vaters, Heinrich des Älteren (V.), der durch eine eigene Schenkung die Grundlage für das Kloster [Druckseite LXVII] an Ort und Stelle gelegt hatte, den Klosterbau ins Werk gesetzt hatte.492) Deshalb wird der Eltern des jüngeren Grafen und auch deren Vorfahren gedacht, wie es vielleicht in einem Nekrolog des Klosters verzeichnet war. Das genaue Sterbedatum war jedoch nicht bekannt, da das Datum für die Jahrfeier des Grafen für den Tag nach dem Andreasfest am 30. November auf den ersten Dezember festgesetzt wurde, an dem er damals vielleicht auch schon begangen wurde.493) Heinrich VI. war aber vermutlich am 20. September 1311 gestorben, weil zu diesem Datum seine Memoria begangen werden sollte.494) Weiter wußte man, daß Heinrich der Jüngere wohl im Jahr 1289 den Grundstein für das Kloster gelegt hatte, wie aus den Formulierung ex lapide quadro im Zusammenhang mit dem Prädikat fundavit hervorgeht.495) Bekannt war auch, daß es sich bei dem zur Verfügung gestellten Grund um Eigengut mit einer eigenen Bezeichnung gehandelt hatte.496) Die Grabstätte muß ebenso noch im Bewußtsein gewesen sein wie die Leichenkleidung für den Verstorbenen, nur das genaue Jahr offensichtlich nicht mehr, denn Heinrich war ja schon 1311 gestorben. Vielleicht gab es aber auch noch eine Nachricht über seine Beisetzung erst im Jahr 1314, weil der Chor erst zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt und für diesen Zweck benutzbar war. Das könnte zu der irrtümlichen Angabe im Text der Platte geführt haben, weil man des Todesjahr micht mehr kannte. Auch vom Zustand des Grabes, das 1563 zerstört war, wußte man. Die Stifter – Herzog Ludwig Rudolph war seit 1690 Graf von Blankenburg, das 1707 zum Fürstentum erhoben worden war –, die zusammen mit dem Gedenkstein auch den Fußboden hatten herrichten lassen, empfehlen ihr Gedenken, weil sie Protestanten waren,497) dem Heil des Erlösers und sprechen für den Stifter des Klosters eine Fürbitte aus.

Ein weiterer Gedenkstein, der an der nördlichen Wand im Langhaus der Andreaskirche aufgestellt ist, stammt eigentlich aus der Burchardikirche. Burchard I. (1036–1059), wohl aus dem Geschlecht der Schweinfurter Markgrafen des Nordgaus und angeblich in Nabburg geboren, fungierte zwischen 1032 und 1036 als Kanzler Kaiser Konrads II., war danach Halberstädter Bischof und ist nach seinem Tod als Volksheiliger verehrt worden, auch wenn er nie offiziell heiliggesprochen wurde.498) Er gilt als der Gründer des Burchardiklosters, das seinen Namen trägt und an dessen Stelle er eine Kapelle gestiftet hatte. Dort soll er 1060, nachdem der Dom, in dem er im Jahr zuvor bestattet worden war, bei einem Stadtbrand große Beschädigungen erfahren hatte, erneut beigesetzt worden sein.499) Er hatte den bischöflichen Palast, den Petershof, und eine Kapelle auf dem Huy, den Ursprung des späteren Klosters Huysburg, bauen lassen sowie eine Verwaltungsreform mittels einer Reform des Pfarrsystems und der Archidiakonate durchgeführt.500) Seine Gebeine waren zur Zeit des Königreichs Westphalen (1807–1813) nach der Aufhebung des Burchardiklosters 1810, wie auch andere Ausstattungsstücke, in die Andreaskirche übertragen worden [Druckseite LXVIII], wo weiterhin wenigsten eine Pfarrkirche bestehen blieb.501) Sein trotz Kriegsschäden heute wieder gut erhaltener Gedenkstein502) aus Sandstein ist vermutlich um 1710 entstanden, wie der Inschrift an den Rändern der Schmalseiten zu entnehmen ist. Er hatte seither auch als Grabplatte gedient.503) Im Binnenfeld steht in einer Rundbogennische in Relief der Bischof in vollem Ornat, flankiert in den oberen Zwickeln von Engelsflüchten. Die Mitra auf dem Kopf, hält er in seiner Rechten mit dem Panisellus das Pedum, hat das Pallium umgelegt und ist mit Albe, Dalmatik und Kasel sowie einem kostbaren Chormantel bekleidet, der von einer Agraffe gehalten wird. Zu seinen Füßen faßt ein Putto sein (Phantasie) Wappen.504) Am Rand läuft die in Kapitalis erhaben ausgeführte Gedenkinschrift um, die aber eigentlich, wie auch die auf der rechten und linken Schmalseite sowie auf den heute nicht sichtbaren Schriftzeilen oben und unten eingehauen, eine Historische Nachricht beinhaltet, die vielleicht auf ein beabsichtigtes Heiligsprechungsverfahren deutet.

Umlaufend

  1. S(ANCTUS) BURCHARDUS ∙ XI : / HALBERST(ADENSIS) ∙ EP(ISCOP)US 1059 IN ECCLESIA CATHED(RALIS) SEPULT(US) / QUA EXUSTA 1060 AD HUNC / LOCUM QUI AB EO NOMEN HABET TRANSLATUS EST

rechts und links505)

  1. ALTARE IN HONOREM S(ANCTI) BURCHARDI HIC QUON/DAM ERECTUM PRO EXIGENTIA REI AD LATUS HOC / SINISTUM506) TRANSLATUM EST // SACRA EIUS OSSA ADHUC IUNCTA 1710 CORAM / NOTARIO (ET) TESTIBUSREVISA ET DECENTIUS OPERTA / [S]UB HOC EPITAPHIO POSTERORUM VENERATIONI RESERVANTUR //

oben und unten

  1. LAPIDEM EREXERE OSSA / INVENTA / SUB / EODEM / REPOSUERE XV. SEPT(EMBRIS) 1857 // PRAESUL SUCCESSOR BURCHARDO CONSTRUXIT / ARAM . ARA DOCET MIRACLA507) PROBANT / I508) ESSE BEATUM : QUOD CRITICI ASPER/GUNT CHRONICARUM SCRIPTA RERFERUNT

Der Heilige Burchard, der elfte Halberstäder Bischof,509) 1050 in der Kathedralkirche begraben, ist, nachdem diese niedergebrannt worden war, 1060 an diesen Ort, der von ihm den Namen hat, übergeführt worden.

Der Altar zu Ehren des Heiligen Burchard, der hier einst errichtet [war], ist wegen der Beförderung der Angelegenheit auf diese linke Seite versetzt worden; // seine heiligen, bis dahin verbundenen Gebeine,510) waren 1710 in Gegenwart eines Notars und unter Zeugen durchgesehen worden und werden geziemender gefaßt unter diesem Grabmal für die Verehrung der Nachfolgenden aufbewahrt. // Den Stein haben sie aufrichten lassen, nachdem die Gebeine, die unter demselben gefunden worden waren, zurückgelegt worden sind, am 15. September 1857; // der Bischof, als sein Nachfolger, hat Burchard einen Altar erbaut. Der Altar lehrt, die Wunder bezeugen, daß derselbe heilig ist; was die Kritiker beschmutzen, bezeugen die Schriften der Chroniken.

[Druckseite LXIX]

Der Stein ist in verschiedenen Zeiten mit Inschriften versehen worden. Die am Rand umlaufende Inschrift, die vermutlich um 1710 für die Burchardikirche entstanden sein wird und das Schicksal der Grabstätte referiert, ist eigentlich auch eine Historische Nachricht über die Verlegung der Gebeine, andererseits in ihrer Funktion am ehemaligen Begräbnisort eine Grab- und Gedenkinschrift. Die zweite Historische Nachricht, die wohl insgesamt 1857 am äußeren Rand angebracht wurde, berichtet vom Schicksal des Altars, der nach der Übertragung der Gebeine und des Gedenksteins nach St. Andreas um 1810 im Jahr 1857 auf die gegenüberliegende nördliche Seite des Kirchenschiffs verlegt worden war. Sie ist in einer mittelalterliche Schriftformen imitierenden Kapitalis angebracht worden. Außerdem hatte der bischöfliche Nachfolger, der leider namentlich nicht genannt wird, den Stein damals vom Boden aufheben und aufstellen lassen und einen Altar erbaut. Die Verweise auf die Wunder, die Burchard bewirkt haben soll, und der Begriff CHRONICARUM SCRIPTA, in denen sie festgehalten sein sollen, weisen wohl auf die Benutzung der Gesta Episcoporum Halberstadensium hin.511)

Aus der ehemals dominikanischen Katharinenkirche sind es die Kanzel, eine Kreuzigung mit Maria und Johannes sowie ein Kruzifixus, die nicht in den Katalog aufgenommen wurden.

Die hölzerne Kanzel aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit etwas jüngerem Standfuß und Schalldeckel aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts steht am ersten nördlichen Pfeiler des Langhauses von Osten.512) Jünger sind wohl auch die gedrehten Ecksäulen mit korinthischen Kapitellen auf Säulenpostamenten mit Beschlagwerkornamentik und Diamantquadern. Die Brüstungsbretter des Kanzelkorbes zeigen Christus mit der Weltkugel und drei Evangelisten mit ihren Symbolen. Auf den Konsolen einzeilig aufgemalt schwarz auf Weiß in Kapitalis die Tituli:

  1. S(ANCTUS) ∙ MATHEUS // S(ANCTUS) MARCUS // S(ANCTUS) IOHANNIS [E]V(ANGELISTA)

Übersetzung:

Der heilige Matthäus, der heilige Marcus, der heilige Johannes Evangelist.

Darunter befinden sich Engelsflüchte, die von auf Volutenstützen ruhenden Pilastern flankiert werden. Oben werden sie von Aufsätzen mit gesprengten Giebeln abgeschlossen. Dazwischen sieht man in Rollwerkkartuschen erhaben ausgeführt das Bibelzitat nach Matthäus 17,5 ebenfalls in Kapitalis:

  1. IH(ESV)S // HIC EST FI//LIVS MEVS // DILECTV[S] / HVNC513) AVDITE

Übersetzung:

Dieser ist mein geliebter Sohn, den sollt ihr hören.

Das folgende Feld der Brüstung zeigt einen vermutlich ergänzten Feston, die Unterhänge sind mit von Girlanden umgebenen Puttenköpfen verziert. In der Zone darüber, direkt unter dem Handlauf einzeilig schwarz auf Weiß das Bibelzitat Johannes 5,39 in Fraktur nach der Lutherbibel:514)

  1. suchet in der schrifft den ir meinet Ir habt das ewige leben drinnen den sie ists die von mir zeuget C(apitel) V Johan(n)

Über dem jüngeren Schalldeckel, der ebenfalls mit Festons und geschweiften Volutenaufsätzen geschmückt ist, der ursprüngliche Deckel in Kapitalis mit dem einzeilig gold auf Blau aufgemalten umlaufenden Bibelzitat Johannes 10,27515)

  1. OVES MEA[E] // VOCEM MEAM AV//DIVNT ET EGO COGNOSCO EAS ET // SEQVVNTVR ME

Übersetzung:

Meine Schafe hören meine Stimmen, und ich erkenne sie, und sie folgen mir.

[Druckseite LXX]

Bekrönt wird der Schalldeckel von einer Weltkugel mit einem Kreuz darauf. Auf dem vorderen Giebelaufsatz ist eine jüngere Renovierungsinschrift angebracht:

  1. A(NN)O . / 1780 . / RE.NOV(AVIT) . / F / A . / N .

Was Ursprung und Bildprogramm der Kanzel betrifft, läßt sich wegen des ungewissen Schicksals des Klosters in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges nicht sagen, ob diese katholisch oder evangelisch war. Das Kloster, das sich am Ende des 16. Jahrhunderts in erbarmungswürdigem Zustand befunden hatte, war nach 1624 und jedenfalls 1628 im Besitz von Dominikanern, die es angeblich 1632 wieder verlassen mußten, nur um es nach dem Westfälischen Frieden wieder zu besiedeln, bis es 1804 endgültig aufgehoben wurde.516)

In derselben Kirche hat sich auch eine Kreuzigungsgruppe aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Die beiden Figuren von Maria und Johannes, die vielleicht zu dem Balken eines Triumphkreuzesgehört haben, wohl nicht zusammengehörig mit dem Kruzifixus.517) Das Kreuz modern, der aufgemalte Kreuztitulus auf einer imitierten, gegenläufig eingerollten Papyrusrolle

  1. IESVS / NAZAREN(VS) / REX / IVDAEORVM518)

wohl aus dem 18. Jahrhundert.

In der Katharinenkirche wird ein Jansenistenkreuz unbekannter Herkunft vermutlich vom Ende des 17. Jahrhunderts oder aus dem 18. Jahrhundert bewahrt. Dieser Kreuztypus zeigt Christus mit gerade emporgestreckten Armen an einem sehr kurzen Kreuzbalken hängend. Oben am Schaft des Kreuzes aufgemalt der Kreuztitulus in der üblichen Abkürzung in zwei Zeilen untereinander:

  1. I(ESUS) N(AZARENUS) / R(EX) I(UDAEORUM)519)

Am unteren Ende des Kreuzschaftes zwei gekreuzte Knochen und ein Totenschädel als Vanitassymbole. Der Kreuztypus war in der katholischen Kirche zeitweise verboten, wie Valentin Arnrich schreibt.520)

Eine Inschrift am steinernen Begrenzungstor der Johanneskirche zum Westendorf hin, das erst Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde,521)

  1. Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn.522)

die zuerst Scheffer überliefert, verbunden mit den erst 1898 angebrachten Jahreszahlen523)

  1. 1648 // 1848,

welche die Einweihung der Kirche und die Erneuerung des Eingangs bezeichnen, wurden ebenfalls nicht in den Katalog aufgenommen.

Die Dekanei des Liebfrauenstifts am Domplatz 3 mit der Inschrift

  1. Erasmus Friedrich Fr(ei)h(err) v(on) Redern / Decan(us): Cap(ituli) B(eatae) M(ariae) V(irginis),

die Arndt in den Jahren 1640 bis 1700 entstanden sieht, ist jünger. Erasmus Friedrich von Redern wurde am 22.IV.1728 in Schwante geboren und starb am 28.XI.1797.524) Er war auch Halberstädter Domherr.

[Druckseite LXXI]

An dem Haus Moritzplan 2 hat die Jahresangabe ANNO 1416 seitlich über dem Spitzbogen eines teilweise vermauerten Tores gestanden.525) Sie war in imitierten mittelalterlichen Lettern und arabischen Zahlzeichen dort angebracht worden und 1967 noch vorhanden, aber leider nicht echt. In einer Veröffentlichung von Oscar Doering aus dem Jahr 1903 ist eine Lichtbildaufnahme des Gebäudes, insbesondere des Toreingangs, aus der Zeit vor dem Erscheinungsjahr zu sehen, als die Inschrift dort noch nicht angebracht gewesen ist.526) Die Inschrift wird auch weder in einer der Publikationen zu Halberstädter Inschriften erwähnt noch ist ein entsprechendes Datum aus Urkunden zum Moritzplan bekannt. Was zur Ausführung der Inschrift geführt hat, konnte nicht ermittelt werden.

Ein Denkmal, das sich heute in Halberstadt am ehemaligen Jagdschloß Spiegelsberge befindet, gehörte ehemals zum Schloß Gröningen. Da es erst nach dem Ende der Bearbeitungszeit nach Halberstadt gekommen ist, kann es hier nur unter die nicht aufgenommenen Inschriften fallen. Heute fungiert das Portal als Kellereingang. Man sieht daran das Wappen des bischöflichen Adminstrators Henrich Julius von Braunschweig-Lüneburg, flankierend diejenigen seiner Gattinen Dorothea von Sachsen und Elisabeth von Dänemark. Unterhalb der Wappen527) waren in Kapitalis Wappenbeischriften angebracht. Der Text ist nach einer Lichtbildaufnahme wiedergegeben, die nach dem Druck von Plato ergänzt wurde. Die in heraldischer Reihenfolge wiedergegebenen Wappenbeischriften, lauten:

  1. VON GOTTES GNADEN HEINRICH IVLIVS BISCHOFF / DES STIFTS HALBERSTAD VND HERTZOG ZV / BRAVNSCHWEIG VND LVNE/BVRGK / 1606

    [VON GOT]TES GNADE[N DOROTHEA / ELEONORA CHVRF]VRSTIN ZV SACHSE[N HERZOGIN / ZV] BRAVNSCHWEIG VND LVNEBVRG

    VON GOT[TES GNADEN ELISABETH [AUS KÖNIGLICHEM STAMM] DENNENM[ARCK HERZOGIN ZV BRAVNSCHWEIG UND LVNEBURG]

Plato schreibt, es habe sich bei dem Denkmal um ein Epitaphium gehandelt „welches vormals in der grüningischen Schloßkirche gewesen und mit dem großen Weinfasse aus jenem Schloßkeller hierher gebracht worden“ sei.528) Die Portalanlage wie auch das Faß erwarb Ernst Ludwig Christoff Freiherr von Spiegel zum Desenberg (1711–1785), seit 1731 Halberstädter Domherr, erst im Laufe des 18. Jahrhunderts.529) Die Ergänzungen der Inschriften dürften zwar ihrem Inhalt nach, nicht jedoch unbedingt dem genauen Wortlaut nach wiedergegeben sein. Auch die Schreibweise der Ergänzungen kann nicht exakt bestimmt werden. Diese Ergänzungen wurden aber der Großschreibung und einzelnen Buchstabenformen der Originalinschrift angepaßt.

Ein Text, der als Inschrift bezeichnet wird, aber vielleicht nie als Inschrift gedient hat, wurde im Hessischen Staatsarchiv in Marburg gefunden. Es handelt sich bei dem Blatt wohl um eine der Kanzleischriften des Landgrafen Moritz von Hessen.530) Dort werden zehn Versus numerales wiedergegeben, die „in quodam antiquo sepulchro“ in Halberstadt gefunden worden sein sollen.531) Die z. T. nur intendierten Hexameter sind nicht alle prosodisch rein und metrisch einwandfrei. Nach der Aufzeichnung des unbekannten Autors sollen sie am 3. März des Jahres 1627 entdeckt und danach aufgezeichnet worden sein.532) Sie befassen sich mit dem Schicksal des dänischen Königs Christian IV. (1588–1648). In einer [Druckseite LXXII] Spalte vor den Versen steht unter der Überschrift „Anno“ vor der jeweiligen Zeile die aufgelöste Jahreszahl in arabischen Ziffern. Diese Auflösungen gehörten wohl nicht zu dem angeblich gefundenen Text, da sich die Auflösung schon in den Chronostichen zeigt. Zwei weitere Chronostichen, die ebenfalls zum Schicksal des dänischen Königs Christian IV. gemacht worden sein sollen, sind darunter angefügt und sollen Weissagungen des dänschen Astronomen Tycho Brahe (1546–1601) enthalten.533) Unter den beiden letzten steht von anderer Hand eine Erläuterung und von dritter Hand ein Name.534) Die Versus numerales von einem unbekannten Verfasset, die in dem Halberstädter Grab gefunden worden sein sollen, lauten:

  1. QVos DIes VIDIt Danos VenIentes SVperbos aC Iratos ∙
    Hos Dies VidIt In SaXonia Danos fVgIentes aC prostratos ∙
    Ergo DanorVM ReX paenas Lvet stVltIcIae ∙
    HispanVs CronebVrgIVm LaetVs oCCVpat IncoLas peLLIt ∙
    Svrget terror Ingens Inter BataVos propter ea qVae ContIgerVnt DanarVm Regl ∙
    ChrIstIan Vs DanIae ReX priVatVr regno a FerDInanDo ∙
    Is postea peLLItVr eX oMnIbVs DitIonIbVs ∙
    Et sVbIbIt DanVs fatVM AbaVI sVI ChrIstIernI ∙
    HispanI Danos peLLVnt et BaVarVM sVbsItVVnt ∙
    ChrIstIanVs ReX DanVs VI MorietVr ∙

Die Übersetzung: [1625] In diesen Tagen sah man die Dänen kommen, hochmütig und erzürnt. [1626] In diesen Tagen sah man in Sachsen die Dänen flüchtend und niedergeworfen. [1627] Also zahlte der dänische König zur Strafe seiner Dummheit. [1628] Der frohlockende Spanier besetzte Cronenburg, die Einwohner vertrieb (besiegte) er. [1629] Es erhob sich ungeheurer Schrecken unter den Batavern (Holländern) wegen dieser [Dinge], die sie ergriffen für den König der Dänen. [1630] Christian, der König der Dänen, wird seines Königreiches von Ferdinand beraubt. [1631] Er wird hernach von aller Macht vertrieben. [1632] Und der Däne wird das Schicksal seines Ururgroßvaters Christian auf sich nehmen. [1633] Die Spanier besiegen die Dänen und setzen den Bayern an die Stelle. [1634] Christian der VI. dänische König stirbt.

Eine Datierung des Textes, wenn er denn echt sein sollte, ergibt sich aus dem genannten angeblichen Funddatum. Das Schriftstück, auf dem sie sich befindet, muß danach, aber noch vor dem Tod des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel (1572–1632), entstanden sein, der die schriftliche Erläuterung unter den Vorhersagen angebracht haben soll.535) Der später darunter von dritter Hand wiederum angebrachte Name Wolff, der nur zur Identifizierung des Absenders der Prophezeiungen Brahes diente, ist ein Hinweis auf den in der Notiz von Landgraf Moritz genannten Leibmedicus des Landesherrn, Dr. Johannes Wolff (1537–1616), einen Medizin-Professor aus Marburg.536) Dieser hatte offensichtlich aber nur die Zeilen, die Tycho Brahe zugeschrieben wurden, dem Landgrafen zur Kenntnis gebracht. Diese beiden Prophezeiungen, wenn sie denn echt sein sollten, müßten dann noch vor dessen Tod 1601 entstanden sein. Anscheinend hatte Wolff diese noch vor seinem eigenen Tod dem Landgrafen in einem anderen Zusammenhang schon einmal nahe gebracht, und dieser sich, als ihm der Halberstädter Fund zur Kenntnis gebracht wurde, daran erinnert und die überlieferten Weissagungen ebenfalls in Form zweier Chronostichen und zusammen mit denjenigen aus dem angeblichen Grabfund aufschreiben lassen.

Die Prophezeiungen über das Schicksal des dänischen Königs Christian IV. (1588–1648) sind einigermaßen rätselhaft. Sie scheinen vor dem Hintergrund des Jahres 1627 angestellt worden zu sein. König [Druckseite LXXIII] Christian IV. von Dänemark hatte sich im Ringen um die Vormacht im nordischen Raum, nachdem er als Reichsfürst im Jahr 1625 auf eigenes Betreiben zum Obersten des niedersächsischen Kreises gewählt worden war, im niedersächsisch-dänischen Krieg an den Kriegshandlungen des Dreißgjährigen Krieges beteiligt.537) Die erste Zeile der Inschrift nennt für das Jahr 1625 die Aufstellung der Truppen des dänischen Königs und ihren Einmarsch in Norddeutschland. Die zweite Zeile bezieht sich auf die verlorenen Schlachten des Dänenkönigs bei Dessau (besser: von Roßlau) und Lutter am Barenberge im Jahr 1626.538) Die dritte zieht nur das Fazit aus der völligen Niederlage Christians IV. im Jahr 1627, die nach der Schlacht von Heiligenhafen im Vorstoß Heinrich von Schlicks (1580–1650) mit der Besetzung Jütlands endete, die kaiserlichen Truppen wegen fehlender Seestreitkräfte jedoch nicht bis nach Seeland gelangen ließen.539) Vermutlich beziehen sich die Vorhersagen für die folgenden Jahre auf die 1627 erwartete Entwicklung, die für Dänemark den Vormarsch der feindlichen Truppen bis nach Kopenhagen und die Generalstaaten Rache für ihre Unterstützung Dänemarks befürchten ließ. Weder die Vorhersage zur erwarteten Entthronung Christians IV. noch diejenige der Vertreibung desselben von jeglicher Macht haben sich bewahrheitet. Das für das Jahr 1632 Vorhergesagte gleicht fast im Wortlaut der Prophezeiung Tycho Brahes und scheint ebendort ihren Ursprung zu haben und wurde wohl schon auf der Folie von 1627 vermutet. Daß die Dänen vertrieben wurden und die Erhöhung Bayerns durch die Kurfürstenwürde, die seit 1623 mit dem Herzogtum verbunden war, war natürlich auch 1627 schon bekannt.540) Der Tod König Christians IV. von Dänemark im Jahr 1634 blieb ein Wunschtraum, der bis zur Erfüllung noch vierzehn Jahre warten mußte.

Mit Rücksicht auf die vorherigen Ereignisse in Hessen-Kassel im Jahr 1623 täuschen die angeblich an einem der frühen Kampfplätze541) gefundenen Chronostichen mit dem vorgeblichen Fundort „in antiquo sepulchro Halberstadii“ ein hohes Alter der Informationen und damit ihre Wahrhaftigkeit vor. Es stellt sich die Frage, ob die Verse Tycho Brahes nur benutzt wurden, um daran angelehnt bestimmte Entwicklungen prophezeien zu können. Daran schließt sich als zweite Frage an, zu welchem Zweck diese Vorhersagen dienen sollten. Hier könnte eine Hofpartei in Kassel im Vorfeld der Abdankung Landgraf Moritz’ zur Unterfütterung ihrer Stellung die Prophezeiungen wegen der Verquickung des Schicksals Moritz’ mit demjenigen König Christians IV. von Dänemark zur Erreichung ihrer Pläne genutzt haben, um so ihre Position zu stärken.

Für weitere Inschriften an Gebäuden, die nach dem Ende des Bearbeitungszeitraums 1650 entstanden, sei auf die immer noch maßgebliche Publikation von Georg Arndt von 1910 verwiesen.542)

  1. Kloos 1992, S. 2. »
  2. BKD, S. 412; Dehio Sachsen-Anhalt I, S. 339; Arnrich 1996, S. 15. »
  3. BKD Eckartsberga, S. 22. Der eigentliche Altaraufsatz der Moritzkirche wird heute im Chor der Andreaskirche genutzt (Nr. 35). »
  4. Dehio Sachsen-Anhalt I, S. 341; in Kölleda wurden Reliquien des Hl. Wipert aufbewahrt; siehe zum H1. Wipert auch LCI Bd. 8, Sp. 513–515 (K[onrad]Kunze/A[lois] Thomas), ebd. Sp. 601 f. (V[incent] Mayer). »
  5. Sic! Ein Schrägstrich am oberen Schaftende könnte auch die falsche Lesung CINEA nahelegen. »
  6. Zunächst hatte der Steimetz versucht ein V über das erste L von ILLVSTRISSIMORVM zu setzten, aber dann wieder zu tilgen. »
  7. Ein undefinierbares F im Wort MAGNIFICE wohl der Fraktur geschuldet. »
  8. Sic! Wohl veschlagen statt CHRISTINA. »
  9. Offensichtlich wollte der Steinmetz zunächst O und E verschränken. »
  10. Todenhöfer 2010, S. 78; Arnrich 2002 a, S. 276; Ulpts 1997, S. 217 f. »
  11. POSTRIDIE S(ANCTI) ANDREAE APOSTOLI; das Fest des Hl. Andreas wird am 30. November gefeiert; Grotefend 1991, S. 32. »
  12. Schmidt 1889, Nr. 48 S. 28 und Nr. 73b. S. 40. »
  13. Der lapis quadrus oder nur quadrus geht auf Vitruv, De architectura, lib. 3, cap. 4, par. 5 zurück. Siehe auch Habel/ Gröbel, Sp. 324. Zur Grundsteinlegung des Andreasklosters Todenhöfer 2010, S. 78; BKD, S. 418–421, allg. siehe Binding 1996, S. 271–336; Binding 2002, S. 157–178. »
  14. UB Stadt Halberstadt Bd. 1, Nr. 190, 231 S. 152 f., 182 f.; siehe auch Ulpts 1997, S. 218 f.; Todenhöfer 2010, S. 78; Arnrich 2002 a, S. 276 f. »
  15. Ludwig Rudolph als Braunschweiger und auch seine Gemahlin Christina Louise von Oettingen-Oettingen waren evangelisch, hingegen die Oettingen-Wallerstein, mit denen sich die Oettingen-Oettingen Stadt und Grafschaft teilten, katholischen Bekennntisses, was zu dem Kuriosum führte, daß die Stadt Oettingen nach Konfessionen und nach Straßenseiten geteilt war, was heute noch im Straßenbild der Stadt zu bemerken ist; www.historisches-lexikon-bayerns. de/artikel/artikel_45257 »
  16. MGH SS XXIII, S. 94 f; siehe zu Burchard auch Arnrich 2000, S. 27–30; Arnrich 2002 c, S. 71–76, die dort nach Winnigstedt erwähnte Grabinschrift: „nicht weit von dieser Statt S. Burchard sein Begräbniß hat, nicht offenbar, verborge(n) unter dem Altar. Inclitus a Naburg Dominus Burchardus habebat / Huius (et) exculti Sceptra Sacrata soli“ hat nie das Grab Burchards geschmückt, sonderen es sind Verse die Winnigstedt den Kapiteln über die einzelnen Bischöfe hinzufügte, auch wenn er diese als „alte Grabschrifft“ bezeichnete, verstand er „Grabschrift“ als eine Schrift zu einem Grab, ohne daß sie es tatsächlich schmücken mußte; Winnigstedt nach Abel 1732, S. 281 und passim. »
  17. MGH SS XXIII, S. 95 f.; Arnrich 2000, S. 31–36. Doering in BKD, S. 428, nimmt an, daß Burchard zunächst im Kloster begraben wurde, dagegen steht aber der Eintrag in den Gesta Episcoporum Halberstadensium, wo es heißt: „Corpus autem eius in ecclesia Halberstadensi versus occidentem honore congruo est sepultum“; MGH SS XXIII, S. 96. Eine Verlegung der Grabstätte an einen anderen Ort im Jahr 1060 wird dort übrigens nicht erwähnt, seine Heiligkeit aber steht in den Gesta außer Frage, so daß er spätestens zu Anfang des 13. Jahrhunderts in Halberstadt als Heiliger verehrt worden sein dürfte. »
  18. Arnrich 2002 c, S. 67–71; Arnrich 2000, S. 15–27, Bogumil 1972, S. 187–191. Zu seiner Verwicklung in den Hersfelder Zehntstreit MGH SS rer. Germ. XXXVIII, S. 74–76. »
  19. Arnrich 2000, S. 33 f. »
  20. Ebd., S. 35–40. »
  21. Ebd., S. 35. »
  22. Quadriert, 1. und 4. Stift Halberstadt, 2. und 3. schräggeweckt, wohl mangels einer bekannten Wappenteilung oder -figur mit den Wittelsbacher Wecken für Bayern. »
  23. Wie der Textverlauf der Inschrift auf den Schmalseiten aufeinander folgt, ist nicht mehr exakt auszumachen. Hier wurde nach dem Sinn der erzählten Begebenheiten und der Schreibrichtung erst die rechte, dann die linke, danach die obere und schließlich die untere Seite transkribiert. Die beiden letzten Inschriften konnten nicht im Original eingesehen werden. Deren Edition stützt sich auf den Text bei Arnrich 2000, S. 39 f. Die dort verwendeten Bindestriche, die, wie zu erkennen, den Zeilenfall kennzeichnen, wurden jedoch durch Schrägstriche ersetzt. »
  24. Sic! Für SINISTRUM. »
  25. Sic! Für MIRACULA. »
  26. Sic! Bedeutung unklar! Vielleicht für IDEM. »
  27. Wenn Hildegrim, der nur als „rector ecclesiae“ bezeichnet wurde, als erster Halberstädter Bischof mitgezählt wird; siehe auch Arnrich 2002 c, S. 65. »
  28. Soll wohl heißen, daß der Körper bis zu diesem Zeitpunkt als corpus incorruptum unversehrt war. »
  29. Vgl. MGH SS XXIII, S. 95. »
  30. Nach der jüngeren Forschung wird auch „um 1640“ als Entstehungsdatum angegeben; Arnrich 2011, S. 20. Dagegen BKD, S. 425 „zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts.“ »
  31. Das Demonstrativpronomen HVNC, das mit den wie in der Lutherbibel zu übersetzen ist, während in der Vulgata ipsum gebraucht wird, das mit ihn selbst zu übersetzen wäre, könnte ein – allerdings schwacher – Hinweis auf eine Rückübersetzung aus der Lutherbibel sein; vgl. Luther Heilige Schrifft Deudsch Bd. 2, S. 2000; Biblia Sacra, S. 1552. »
  32. Luther Heilige Schrifft Deudsch Bd. 2, S. 2148. »
  33. Textliche Übereinstimmung in Vulgata und Lutherbibel. »
  34. Mülverstedt 1872, S. 47; BKD, S. 422; Todenhöfer 2010, S. 59 f.; Arnrich 2011, S. 9 f. »
  35. BKD, S. 426; Arnrich 2011, S. 20 mit Abb. S. 20. »
  36. Io 19, 19. »
  37. Io 19, 19. »
  38. Arnrich 2011, S. 20 f. mit Abb. S. 20. Zum Kreuztypus siehe die Abb. bei Demmin 1877–1878, S. 186 Figur 534. »
  39. BKD, S. 372. »
  40. Scheffer 1864, S. 30; Zschiesche 1895 mit dem Zusatz Ps 84,3. »
  41. Arndt 1910 a, S. 107 f. »
  42. Siehe zu den Redern auch Kneschke Bd. 7, S. 391 f. »
  43. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle, Fotoarchiv, Bestand: Halberstadt Moritzplan; Braune/Bremer 1996, S. 58 Abb. 59. »
  44. Doering [1903], Abb. 37. »
  45. Der obere Teil des Wappens von Heinrich Julius auf der Lichtbildaufnahme war teilweise zerstört; weitgehend identisch mit Siebmacher Souv 1, S. 29 mit Taf. 52, jedoch mit einem Herzschild, der wohl mit dem Halberstädter Stiftswappen belegt war. Das Wappen von Dorothea Eleonora auf der Aufnahme nicht mehr vollständig erkennbar; ähnlich ebd., S. 20 f. mit Taf. 29. Dasjenige Elisabeths auch auf der Lichtbildaufnahme weitgehend zerstört, ähnlich ebd. Souv 2, Taf. 108. »
  46. Plato 1791, S. 455. »
  47. BKD, S. 504 f. »
  48. Marburg, Hessisches Staatsarchiv Bestand 4a, 39 Nr. 54. Ich danke Herrn Prof. Dr. Gerhard Aumüller, Marburg, für die Überlassung einer Ablichtung des Textes und Herrn Dr. Adolf Siebrecht, Halberstadt, für die Vermittlung. »
  49. Ebd., Z. 2 f. »
  50. Ebd., der Titel der ersten 10 Verse lautet: „Versus numerales de fato Daniae Regis Christianj IIII. In quodam antiquo sepulchro Halberstadij inventi 3. Martij Anno 1627“. »
  51. Der Titel zu diesen Versen wie folgt: „Tychonis Braij Equitis et Exulis Dani RVDOLPHI II. Imperatoris Mathematicj Nobilissimj de praesentj Regis Danorum conatu praedictio et observatio per litteras numerales. de Anno 1626. ReX DanIae ChrIstianVs potenter In arMIs pVgnabIt (Der König der Dänen Christian wird mächtig im Kampf stehen.) de Anno 1627. SeD sVbIbIt fatVM ProaVI sVI ChrIstIernI (Aber er wird das Schicksal seines Ahnherrn Christian auf sich nehmen.)“. Im Werk des Tycho Brahe konnten sie nicht ermittelt werden. »
  52. Dort heißt es: „dises ver schikt vnser leibmedicus als eine vngewisse prophezeihunge“. Der noch darunter geschriebene Name von dritter Hand lautet: „Wolff“; diese Hand könnte aber dem 19. Jahrhundert angehören. »
  53. Nach einer schriftlichen Mitteilung des Entdeckers des Schriftstückes, Herrn Professor Dr. Gerhard Aumüller, Marburg. »
  54. Auch diese Nachricht wird Herrn Professor Gerhard Aumüller verdankt. Siehe zu Wolff auch ADB Bd. 43, S. 758 f.; Zedler Bd. 58, Sp. 708 f. Wolff hatte eine balneologische Schrift zu Bad Wildungen verfaßt und ein Geheimmittel gegen „innere Hämorrhoiden“ gekannt, dessen Rezept ihm der Landgraf gegen eine jährliche Pension abkaufte. »
  55. Opel 1872–1894 Bd. 2, S. 160–294; Lockhart 1996, S. 106–130; Reumann 1998, S. 50–52; Kampmann 2008, S. 50–54. »
  56. Opel 1872–1894 Bd. 2, 398–616; Voges 1922; Lockhart 1996, S. 143–154; Reumann 1998, S. 52 f.; Kampmann 2008, S. 56–61. »
  57. Opel 1872–1894 Bd. 3, S. 330–337, 401–410, 512–516; Lockhart 1996, S. 155–191; Reumann 1998, S. 52 f.; Kampmann 2008, S. 56–69. »
  58. Opel 1872–1894 Bd. I, S. 373–384; Lockhart 1996, S. 100 f.; Kampmann 2008, S. 67–69. »
  59. Opel 1872–1894 Bd. 2, S. 9–12, 306–327, 418–424; Lockhart 1996, S. 94 f. »
  60. Arndt 1910 a, S. 108–125; hinzugezogen werden kann Scheffer 1864, passim oder auch Kunze 2001, passim. »