Die Inschriften des Doms zu Halberstadt

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Geleitwort

Dom und Domschatz zu Halberstadt sind weltbekannt. Die Kathedrale ist einzigartig, weil die Bauherren an ihrer Planung vom Beginn im 13. Jahrhundert bis zur Vollendung am Ende des 15. unbeirrt festhielten, so daß die Architektur und der monumentale Raum als besonders einheitlich geformtes Ganzes wirken. Und der Halberstädter Domschatz ist nicht nur einer der größten in Europa, sondern auch der einzige, der sich noch weitgehend vollständig dort befindet, wo er zusammengetragen wurde. Die Sammlung, Bearbeitung und Veröffentlichung der Inschriften von Dom und Domschatz Halberstadt – der die Publikation mit den Inschriften der Stadt Halberstadt in Kürze folgen wird – war deshalb eine besonders anspruchsvolle und umfangreiche Aufgabe.

Der Bearbeiter dieses Bandes ist Historiker. Er konnte seine Kenntnisse bei der Vorbereitung der Publikation der Halberstädter Inschriften vor allem in der Kunstgeschichte und in der Kirchengeschichte schnell und sehr erfolgreich erweitern. Dieser interdisziplinäre Ansatz trägt, wie man erwarten konnte und wie der Band schnell erkennen läßt, reiche Früchte.

Unsere Veröffentlichung zeigt erneut, daß bei der Inschriften-Sammlung noch große Schätze zu heben sind – neue, bisher viel zu wenig beachtete und besonders zuverlässige Quellen für zahlreiche Wissenszweige. Man wundert sich im Nachhinein wieder, daß die Forschung auf die Berücksichtigung der epigraphischen Quellen weitgehend hat verzichten können und müssen.

Der vorliegende Band, auf den die Inschriftenkommission der Sächsischen Akademie der Wissenschaften stolz ist, erscheint im Anschluß an das Jahr der Domschätze, und er wird hoffentlich mit großer Freude auf- und angenommen.

Ernst Schubert

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Vorwort

Die Anfänge des Bandes „Die Inschriften des Doms zu Halberstadt“ liegen in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Schon im Jahr 1954 hatte die Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin im Rahmen des Gesamtunternehmens „Die Deutschen Inschriften“ mit der Erfassung und Veröffentlichung der Inschriften in ihrem Einzugsgebiet – der ehemaligen DDR – begonnen. Zwischen 1959 und 1968 waren vier Bände mit den Inschriften des mittleren Saalegebietes erschienen. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts hatte Karin Iffert mit der Erfassung und Aufnahme der Inschriften in der Stadt Halberstadt begonnen. Als gesamtdeutsches Unternehmen politisch unerwünscht waren jedoch die Arbeiten 1968 auf Regierungsbeschluß untersagt worden. Erst nach der Neugründung der Inschriftenkommission an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig anläßlich ihres 150jährigen Jubiläums war wieder an eine Fortführung der Arbeiten zu denken. Der Vorsitzende der Inschriftenkommission Ernst Schubert betraute den Bearbeiter mit dieser Aufgabe und übergab ihm die Arbeitsunterlagen von Frau Iffert. Wegen der dreißigjährigen Unterbrechung der Arbeiten war eine Neuaufnahme sämtlicher Inschriftenträger notwendig, die dann mit den vorliegenden Erfassungsunterlagen verglichen wurde. So konnte der sonst übliche Arbeitsgang der Überprüfung der neu aufgenommenen Inschriften entfallen. Mein erster Dank gilt deshalb Karin Iffert, Berlin, Dr. Peter Ramm, Merseburg, sowie dem Kommissionsvorsitzenden Prof. Dr. Dr. h. c. Ernst Schubert und dem Projektleiter Prof. Dr. Walter Zöllner, beide Halle.

Danken möchte ich auch allen, die mich bei der Inschriftenaufnahme im Dom und bei der Recherche in Archiven und Bibliotheken unterstützt haben. Im Halberstädter Dom gebührt mein Dank der ehemaligen Domkustodin Dr. Petra Janke und dem derzeitigen Domkustos Jörg Richter M. A. sowie ihren Mitarbeitern Claudia Becker, Manfred Danecke, Sonja Geisenhainer, Sabine Hoffmann, Angelika Keddy, Inge Latzel, Gudrun Oye und dem ehemaligen Domküster Thomas Lüdde. Bei ihnen fand ich freundliche Aufnahme, sie verschafften mir Zugang zu den Inschriftenträgern und Archivalien und leisteten tätige Hilfe. Gerne erinnere ich mich an manche gemeinsame Mittagspause, an der oft auch die anwesenden Restauratoren teilnahmen. Ihnen, von denen ich viel lernen durfte, schulde ich besonderen Dank. Ohne die Kenntnisse und Informationen, die mir Katharina Blühm, Karoline Danz, Erdmute Frank, Friederike Happach, Christine Machate, Evemarie Schaper, Ulrich Sieblist und seine Frau Barbara vermittelten und uneigennützig weitergaben, wären die ausführlichen und – wie ich hoffe – präzisen Objektbeschreibungen des Katalogs nicht möglich gewesen.

Unterstützung erfuhr ich auch von den Mitarbeitern des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle. Für ihre freundliche und unkomplizierte Hilfe sowie viele Gespräche danke ich Dr. Hans-Joachim Krause, Dr. Karl-Joachim Maercker †, Dipl. phil. Barbara Pregla, Anja Preiß M. A., Dr. Elisabeth Rüber-Schütte und Dipl. phil. Reinhard Schmitt sowie den beiden Photographen Gunar Preuß und Reinhard Ulbrich.

Ebenso versagte mir die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, die seit 1996 Eigentümer des Halberstädter Domes ist, ihre Hilfe nicht. An dieser Stelle danke ich dem Vorstand Boje E. Hans Schmuhl und der stellvertretenden Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der Stiftung Dr. Katrin Tille. Im Rahmen verschiedener Projekte, welche die Domstiftung in den vergangenen Jahren durchführte, gewährten mir Jakob Hinz und Katharina Hinz M. A., Dr. Volker Lind und Daniel Priese ihre Hilfe und ließen mich an ihrem Wissen teilhaben.

Für die umfassende Betreuung, die mir sowohl im Stadtarchiv Halberstadt als auch im Landeshauptarchiv in Magdeburg zuteil wurde, bedanke ich mich ganz herzlich bei Anette Bartl und der Leiterin des Stadtarchivs in Halberstadt Gabriele Bremer; stellvertretend für alle ihre Mitarbeiter spreche ich der Leiterin des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt Dr. Ulrike Höroldt meinen Dank aus. Im Kunstgewerbemuseum in Berlin ebnete mir Dr. Susanne Netzer die Wege, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg nahm sich Dr. Jutta Zander-Seidel meiner an. Auch ihnen gilt mein Dank.

Viele Kollegen und befreundete Wissenschaftler nahmen Anteil an meinen Forschungen und ließen mir – wo immer nötig – ihre Hilfe angedeihen. So hatte ich das Glück, mir Rat und Hilfe von etlichen Fachleuten einholen zu können. Hinweise auf Inschriften verdanke ich Matthias Zimmer, Potsdam, wertvolle Literaturhinweise Dr. Sven Holger Brunsch, Bonn, Prof. Dr. Franz Fuchs, Würzburg, PD Dr. habil. Christian Hecht, Erlangen, Prof. Dr. Andreas Odenthal, Tübingen, und Dr. Ulrich [Druckseite X] Schwarz, Wolfenbüttel. Dem Glockensachverständigen für Westfalen, Claus Peter, Hamm, der intensiv zu den Halberstädter Glocken geforscht hat, bin ich für guten Rat und viele Hinweise dankbar. Ohne die Hilfe von Prof. Dr. Klaus Hallof, Arbeitsstellenleiter der Inscriptiones Graecae an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, wäre eine Bearbeitung der byzantinischen Inschriften in der vorliegenden Form gar nicht möglich gewesen. Mittelbar danke ich auch Prof. Dr. Johann Diethard, Wien, und Prof. Dr. Günther Poethke, Berlin, die sich eines Spezialproblems annahmen. PD Dr. habil. Ulrike Koenen, Düsseldorf, gewährte mir ihren fachlichen Rat in allen Fragen der byzantinischen Kunstgeschichte. Dr. Gudrun Sporbeck, Köln, und Dr. Karen Stolleis, Kronberg, die noch im Sommer 2008 eigens nach Halberstadt gereist war, um mit mir noch einmal einige Probleme vor den Exponaten zu besprechen, danke ich für ihre Hilfe in textilgeschichtlichen Fragen.

Ganz besonderen Dank schulde ich Dr. Eva Fitz vom Corpus Vitrearum Medii Aevi an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Potsdam. Sie begleitete die Entstehung dieses Bandes – auch nach der Veröffentlichung ihres Werkes zu den mittelalterlichen Glasmalereien im Halberstädter Dom – in vielen gemeinsamen, sehr offenen Gesprächen mit fruchtbarer Kritik und mannigfaltigen Anregungen, die gar nicht hoch genug einzuschätzen sind. Dankbarer noch bin ich ihr für die Freundschaft, die uns seither verbindet.

Last not least danke ich meinen Kollegen in den Geschwister-Arbeitsstellen der Akademien der Wissenschaften in Deutschland und Österreich, die stets ein offenes Ohr für Probleme epigraphischer Natur hatten. Dr. Harald Drös, Heidelberg, Dr. Rüdiger Fuchs und Dr. Eberhard Nikitsch, beide Mainz, sowie mein Hallenser Kollege Dr. Franz Jäger nahmen die Mühen des Korrekturlesens und einer kritischen Durchsicht des Kataloges auf sich. Daraus ergaben sich etliche Klarstellungen und Verbesserungen. Meinen Kollegen Clemens M. M. Bayer M. A., Bonn, Dr. Ilas Bartusch, Heidelberg, Dr. Helga Giersiepen und Kristine Weber M. A., beide Bonn, sowie Dres. Sabine Wehking und Christine Wulf, beide Göttingen, bin ich für Gespräche und Rat zu Spezialproblemen sehr verpflichtet. In der Hallenser Arbeitsstelle lagen die abschließenden Korrekturarbeiten, die Herstellung der Anhänge und des Tafelteils in den bewährten Händen der Kollegen Marion Gronemann, die das Entstehen des Bandes von Anfang an mit großem Engagement begleitet hat, Dr. habil. Frank-Bernhard Müller und unserer Praktikantin Katja Pürschel M. A. Ihnen allen danke ich herzlich. Viele der Photographien im Abbildungsteil des Bandes wurden von Markus Scholz, Halle, aufgenommen und in unermüdlicher, teils nächtlicher Laborarbeit entwickelt. Dafür sei ihm gedankt. Die Zeichnungen der Steinmetzzeichen wurden von Frau Renate Brömme, Halle, gefertigt, wofür ihr ein herzlicher Dank gilt.

Bei den beiden Verlagsbeauftragten der Sächsischen Akademie, Dipl. Ing. Barbara Gomon und Dipl. Germ. Michael Hübner bedanke ich mich für ihre Unterstützung bei der Entstehung des Buches, die mir manchen Irrweg ersparte. Im Dr. Ludwig Reichert Verlag Wiesbaden lag die Herstellung des Bandes in bewährt zuverlässigen Händen. Dafür danke ich Frau Ursula Reichert und ihren Mitarbeitern sehr.

Halle a. d. Saale, Weihnachten 2008

Hans Fuhrmann

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1. Vorbemerkungen und Benutzungshinweise

Der vorliegende Band enthält die Inschriften des Doms zu Halberstadt einschließlich seines Domschatzes bis zum Jahr 1650. Aufgenommen wurden nach dem Provenienzprinzip die Inschriftenträger, die sich vor dem Jahr 1651 im oder am Halberstädter Dom oder seinen Nebengebäuden befunden haben. Berücksichtigt sind sowohl die original als auch die kopial überlieferten Inschriften. Vollständigkeit ist angestrebt, ohne angesichts des komplizierten Bestandes ausschließen zu können, daß nach Abschluß der Arbeiten noch die eine oder andere Inschrift – sei es im Original oder sei es abschriftlich – gefunden werden kann.

Aufnahme und Anordnung der Inschriften bzw. der Inschriftenartikel geschieht entsprechend den Richtlinien der Interakademischen Kommission für die Herausgabe der Deutschen Inschriften. Aufgenommen wurden alle Inschriften, soweit sie nicht Gegenstand der Forschungen anderer Disziplinen, wie sie z. B. die Sphragistik oder die Numismatik darstellen, oder Objekte wie Ofenplatten, Kacheln und Bucheinbände, die seriell hergestellt wurden. Auch auf Pergament oder auf Papier geschriebene Texte wie Reliquiencedulae usw., die nicht der Definition von Inschriften entsprechen, wurden beiseite gelassen. Meisterzeichen oder Hausmarken sind nur berücksichtigt und als Nachzeichnung wiedergegeben, wenn sie in Beziehung zu Inschriften stehen.

Katalog

Alle Inschriften sind chronologisch angeordnet. Eine möglichst enge Eingrenzung undatierter Inschriften ist angestrebt. Sie sind jeweils an das Ende des ermittelten Zeitraums gesetzt. Wurde ein terminus ante oder post quem festgestellt, so ist der Katalogartikel vor oder nach dem entsprechenden Datum eingeordnet. Weisen mehrere Inschriften gleiche Datierung auf, so wurde – wenn es möglich war – eine relative Chronologie nach der Schrift der Inschriftenträger aufgestellt oder es wurden der besseren Vergleichbarkeit halber Materialgruppen gebildet. Darüber hinaus sind sie nach der alphabetischen Abfolge der Standorte oder der Inschriftenträger gestaffelt. Gleichartige Inschriftenträger unterschiedlicher Zeitstellung am gleichen Standort können in Sammelnummern gefaßt sein. Mehrere Inschriftendatierungen an einem Träger werden durch Kommata getrennt und nach der frühesten Inschrift in den Katalog eingeordnet; bei größerem zeitlichen Abstand verweist im Katalog gegebenenfalls eine Leernummer auf eine Inschrift.

Die K a t a l o g a r t i k e l sind in Kopfzeile, Beschreibung, Wiedergabe des Inschriftentextes, Kommentar und Apparat gegliedert.

In der K o p f z e i l e stehen die laufende Nummer der Inschrift(en), ihr Standort und ihre Datierung(en).

Ein Kreuz neben der laufenden Nummer zeigt Verlust des Originals an.
(†) Ein Kreuz in Klammern steht, wenn nur noch ein Teil der Inschrift(en) oder ihr Träger im Original erhalten sind.
A. 9. Jh.? Ein Fragezeichen deutet auf eine unsichere Datierung hin.

Die B e s c h r e i b u n g mit Ausführungen zu Inschriftenträger(n), Standort(en) und Inschrift(en) erfolgt – bis auf die Wappenbeschreibungen, wo entsprechend der Fachterminologie umgekehrt verfahren wird – vom Standpunkt des Betrachters aus. Mehrere Inschriften auf e i n e m Inschriftenträger werden alphabetisch fortlaufend mit Großbuchstaben A, B, C … bezeichnet. Mehrere Inschriftenträger in einem Artikel werden mit römischen Zahlen gezählt. Die maximalen Maße des Inschriftenträgers, die Buchstabenhöhe und die Schriftart werden bei original überlieferten Inschriften [Druckseite XII] angegeben, bei abschriftlichen, wenn sie bekannt sind. Die maßgebliche Quelle nur photographisch, zeichnerisch oder abschriftlich überlieferter Inschriften wird genannt. Eine außerhalb des Satzspiegels positionierte Abbildungsnummer weist auf die Abbildung einer Inschrift im Tafelteil hin.

Der I n s c h r i f t e n t e x t ist eingerückt. Sind mehrere Inschriften auf einem Träger, so werden sie entsprechend der Beschreibung alphabetisch mit A, B, C … bezeichnet. Zeilenumbrüche am Original werden in fortlaufendem Inschriftentext durch Schrägstriche angezeigt. Verse werden – auch bei fortlaufender Wiedergabe am Original – voneinander abgesetzt. Kopial überlieferte Inschriften werden einschließlich der vom Kopisten gewählten Wiedergabe, aber ohne Interpunktion übernommen. Fehlende Kürzungszeichen werden vermerkt.

Änderung in der Onlineversion

Nicht Bögen, sondern Striche unter der Zeile (Unterstreichungen) bezeichnen Buchstabenligaturen.

Sind mehrere mit A, B, C … bezeichnete Inschriften auf einem Inschriftenträger, so kennzeichnet ein Kreuz hinter einem Buchstaben eine nicht mehr erhaltene Inschrift.
[…] Eckige Klammern, die Punkte einschließen, zeigen Textverlust an, bei dem sich die Anzahl der verlorenen Buchstaben annähernd darstellen läßt. Dabei steht ein Punkt für einen Buchstaben. Ergänzter Text wird ebenfalls in eckige Klammern gesetzt.
[– – –] Drei Striche in eckigen Klammern stehen für nicht mehr genau bestimmbaren Textverlust.
( ) Kürzungen werden in runden Klammern aufgelöst. Die Auflösung einzelner Buchstaben wird dem Usus der Inschrift entsprechend vorgenommen, so bei AE- oder E-Schreibung und bei U- oder V-Schreibung. Gibt es keine Anhaltspunkte in der Inschrift selbst, wird nach klassischem Gebrauch verfahren. Abkürzungen der Angaben von Bibelstellen werden nicht aufgelöst.
⟨ ⟩ Freigebliebene Stellen am Inschriftenträger, die für Nachträge dienen sollten und die zum Zeitpunkt der Herstellung des Trägers noch nicht eingetretene Sterbedaten berücksichtigen sollen, werden – ob nachgetragen oder nicht – durch spitze Klammern markiert.
/ Ein Schrägstrich kennzeichnet das Zeilenende oder einen Knick in einem Schriftband.
// Zwei Schrägstriche zeigen den Wechsel des Inschriftenfeldes oder eine Unterbrechung der Inschrift durch eine Darstellung an.
AB Ein Strich unter zwei Buchstaben bezeichnet ihre Ligatur, Bogenverschmelzung oder Nexus Litterarum.
  Worttrennzeichen am Zeilenende oder -anfang werden durch Doppelstriche, auf die Zeilenmitte gesetzte Punkte oder Doppelpunkte gekennzeichnet.

W a p p e n b e i s c h r i f t e n werden anschließend an die übrigen Inschriften ediert. Die Anordnung von Ahnenproben wird dabei möglichst beibehalten. Blasonierung und Wappennachweise finden sich im Anmerkungsapparat.

L a t e i n i s c h e u n d g r i e c h i s c h e I n s c h r i f t e n werden übersetzt. Neben der Wiedergabe in Majuskelbuchstaben werden griechische Texte zum besseren Verständnis auch mit Akzenten und diakritischen Zeichen in Minuskelschrift aufgeführt. Eckige Klammern enthalten Ergänzungen, die dem Textverständnis dienen, runde Klammern Erläuterungen.

Das V e r s m a ß metrischer Inschriften wird bestimmt und die Reimform angegeben.

D a t i e r u n g e n nach dem römischen oder dem Festkalender werden aufgelöst. Noch unter katholischer Herrschaft war im November 1583 im Erzbistum Mainz der Gregorianische Kalender (n. St.) eingeführt worden.1) Lediglich vereinzelt fand in Halberstadt zur Zeit schwedischer Besatzung erneut der Julianische Kalender Beachtung. In Zweifelsfällen sind beide Datierungen angegeben. Die Einordnung der Inschriften erfolgt nach Neuem Stil.

Die W a p p e n z e i l e gibt die Wappen möglichst entsprechend ihrer Anordnung auf dem Inschriftenträger wieder. Ihr Nachweis und eine Blasonierung erfolgt im Anmerkungsapparat.

[Druckseite XIII]

Der K o m m e n t a r nimmt Stellung zu paläographischen oder inhaltlichen Besonderheiten der Inschrift, nennt biographische Daten und erläutert historische, hilfswissenschaftliche, kunsthistorische, sprachliche, theologische oder volkskundliche Zusammenhänge. Paläographische Beschreibungen richten sich nach der „Terminologie der Schriftbeschreibung“ der Deutschen Inschriften.2)

Der A p p a r a t besteht aus B u c h s t a b e n- u n d Z i f f e r n a n m e r k u n g e n . Der Buchstabenapparat enthält Textvarianten, nennt orthographische und paläographische Besonderheiten oder verweist auf Fehler im Text. Die Ziffernanmerkungen weisen Quellen und Literatur nach oder erläutern Besonderheiten in Beschreibung und Kommentar. Das abschließende L i t e r a t u r v e r z e i c h n i s nennt in chronologischer Reihenfolge die Publikationen, welche die Inschrift überliefern oder abbilden.

  1. Siehe Grotefend 1991, S. 24 ff. »
  2. Terminologie 1999. »