Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 439 St. Nikolai 2.V.17.Jh., 1795

Beschreibung

Grabplatte für Melchior Wolter (A) und Daniel Pust (B). Kalkstein. Hochrechteckige Platte im fünften Joch des südlichen Seitenschiffs vor der Kapellenwand.1) Die obere rechte Ecke fehlt. Auf der oberen Hälfte Inschrift A für Melchior Wolter. Die untere Hälfte wird von Inschrift B für Daniel Pust eingenommen. In der Plattenmitte ein Wappenschild, das Wappenbild nicht mehr erkennbar. An der oberen Schmalseite Nummerierung C. Alle Inschriften sind eingehauen.

Inschrift A ergänzt nach Pyl.

Maße: H. 200 cm, Br. 89 cm. Bu. 5 cm (A), 6,5 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis mit Versalien.

DI 77, Nr. 439 - Greifswald, St. Nikolai - 2.V.17.Jh., 1795

 Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    DIESER STEIN VND / BEGREBNVS GEHORE[T] / MELCHER WOLTER / VND SEINEN E[RBEN] / ANNO 16[..]a)

  2. B

    DANIEL PUST / UND / SEINE ERBEN / 1795

  3. C

    226

Kommentar

Der Bäckerknecht Melchior Wolter (A) erlangte 1629 das Bürgerrecht und verkaufte 1634 ein Haus in der Steinbeckerstraße an den Ratsherrn Georg Backmann.2) Die Inschrift gehört zur Krakewitz-Gruppe (siehe Einleitung, Kap. 8). Eine Grabplatte der Jacobikirche weist eine Inschrift mit denselben Schriftmerkmalen sowie der Jahreszahl 1645 auf (Kat.-Nr. 10C), sodass eine Entstehung von Inschrift A im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts anzunehmen ist. Die Platte kam 1795 an Daniel Pust (B), der fünf Jahre später als Achtmann in das Bürgerschaftliche Kollegium aufgenommen wurde.3) Zuvor war sie im Kirchenbesitz (C).

Textkritischer Apparat

  1. 16[..]] 1600 Pyl. Der Erhaltungszustand lässt jedoch daran zweifeln, dass die Jahreszahl seinerzeit noch vollständig lesbar war, sodass auch ein späteres Jahr infrage kommt.

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Nikolai, Nr. 228. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Nikolai, Nr. 281.
  2. StA Greifswald, Rep. 3 Nr. 28, Bl. 50v (nach 8. Oktober 1629); StA Greifswald, Grundstückschronik, Steinbeckerstr. 37 (1634).
  3. Gesterding, Erste Fortsetzung, S. 144 (Nr. 211).

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 473 (A), 475 (B).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 439 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di077g014k0043908.