Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 434 St. Nikolai vor 1650?, 1727, 1745

Beschreibung

Grabplatte für Martin Wendt (A), Christoph Bartelau (B) und Johann Christian Schwabe (C). Kalkstein. Hochrechteckige Platte zwischen dem vierten und fünften Joch des nördlichen Seitenschiffs.1) In der unteren Hälfte ist der Stein in drei Teile zerbrochen. Im oberen Drittel die stark abgetretene Inschrift A für Martin Wendt. Darunter Inschrift B für Christoph Bartelau, die mit einem Kreuz durchgestrichen und ungültig gemacht wurde. In der unteren Plattenhälfte Inschrift C für Johann Christian Schwabe. In der Mitte der oberen Schmalseite Nummerierung D. Alle Inschriften sind eingehauen.

Maße: H. 205 cm, Br. 107 cm. Bu. 4,5 cm (A), 5–5,5 cm (B), 5 cm (C).

Schriftart(en): Kapitalis (B), mit Versalien (A, C).

DI 77, Nr. 434 - Greifswald, St. Nikolai - vor 1650?, 1727, 1745

 Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    DO[RMIT]ORIVM D(OMI)N(I) M(AGISTRI) MAR/TINI WENDTEN ET / [....]E[....]ḌỊS / [ - - - ]SEṆ ˑ P ˑ Na)

  2. B

    DIESER STEIN VND BEGRAEBNIS / VON 2 LEICHEN BREIT / GEHÖRET . NVNMEHRO / CHRISTOFFER BARTELAV / VOR SICH VND SEINE ERBEN/ ANNO 1727

  3. C

    DIESER STEIN VND BEGRAEBNI[S] / VON 2 LEICHEN BREIT GEHÖRET / NVNMEHRO IOHAN(N) CHRISTIAN / SCHWABE ˑ K ˑ S ˑb) VND SEINEN ˑ ERBẸ[N]/ AN(N)O 1745 ˑ

  4. D

    144

Übersetzung:

Ruhestätte des Herrn Magisters Martin Wendt und (...). (A)

Kommentar

Martin Wendt (A) wurde am 30. Oktober 1586 in Alt-Stettin geboren. Er studierte in Rostock, Wittenberg und Gießen und erwarb den Magistergrad. Nach Studienreisen durch Deutschland und die Niederlande wurde er 1618 zum Diakon an die Greifswalder Nikolaikirche berufen. Im selben Jahr fand seine Vermählung mit Emerentia Stechow statt. 1649 wurde er Archidiakon, trat aber zehn Jahre später aus Altersgründen von seinem Amt zurück. Er besaß vermutlich eine weitere Grabplatte in St. Nikolai (Kat.-Nr. 444). Martin Wendt starb am 23. April 1664.2) Seine Grabplatte kam 1727 an Christoph Bartelau (B), der im Jahr zuvor in das Bürgerschaftliche Kollegium eingetreten war,3) 1745 an Johann Christian Schwabe (C). Zwischenzeitlich war sie im Besitz der Nikolaikirche (D).

Textkritischer Apparat

  1. Eine Deutung der Buchstaben P ˑ N ist nicht möglich.
  2. Eine Deutung der Buchstaben K ˑ S ˑ ist nicht möglich.

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Nikolai, Nr. 50. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Nikolai, Nr. 156.
  2. Biederstedt, Beyträge 4, S. 82–86; Gesterding, Zweite Fortsetzung, S. 30 (Nr. 204); Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 454f.; Lange, Vitae Pomeranorum, S. 366.
  3. Gesterding, Erste Fortsetzung, S. 139 (Nr. 88).

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 455 (A), 474 (B), 475 (C).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 434 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di077g014k0043406.