Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 409 St. Nikolai vor 1638, 1688, 1769

Beschreibung

Grabplatte für Georg Maskow (A), Mevius Völschow und Katharina Backmann (B) sowie Jakob Christoph Päpke (C). Kalkstein. Hochrechteckige Platte im zweiten Joch des südlichen Seitenschiffs.1) Die linke obere Ecke ist beschädigt. Im oberen Drittel die stark abgetretene Inschrift A für Georg Maskow, darunter die durch zwei gekreuzte Meißelstriche getilgte Inschrift B für Mevius Völschow und Katharina Backmann. Auf der unteren Plattenhälfte Inschrift C für Jakob Christoph Päpke. An der oberen Schmalseite in der Mitte Nummerierung D. Alle Inschriften sind eingehauen.

Maße: H. 188 cm, Br. 97 cm. Bu. 4,5 cm (A), 7,5 cm (B), 6,5 cm (C).

Schriftart(en): Kapitalis (A), mit Versalien (B, C).

DI 77, Nr. 409 - Greifswald, St. Nikolai - vor 1638, 1688, 1769

 Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    Da) GEORG MASCHOV

  2. B

    DORMITORIUM / HAEREDITARIUMb) / MOEVII . VOLSCHOWE[N] / ET . CATHARINAE / BACKMANNEN / ANNO 1688 .

  3. C

    DIESER STEIN UND BE=/GRÄBNIS : VON 2 LEICHEN / BREIT GEHÖRET : JACOB / CHRISTOPHFFERc) PÄPCKE / UND SEINEN ERBEN : / ANNO 1769 :.

  4. D

    11

Übersetzung:

Erbliche Ruhestätte von Mevius Völschow und Katharina Backmann. Im Jahr 1688. (B)

Kommentar

Georg Maskow (A) wurde am 25. April 1584 als Sohn des herzoglichen Kammerrats Nikolaus (1532–1609) und der Magdalena Apenborg, Witwe des Ratsherrn Joachim Engelbrecht († 1566/67), geboren. Nach dem Besuch der Greifswalder Stadtschule und des Stralsunder Gymnasiums immatrikulierte er sich 1603 an der Universität Greifswald. Im selben Jahr wechselte er mit einem herzoglichen Stipendium nach Tübingen, wo er im Jahr darauf zum Lizentiaten und 1608 zum Doktor der Theologie promoviert wurde. Es folgte eine Bildungsreise durch Süddeutschland. Der Herzog verlieh ihm 1609 eine außerordentliche Professur in Greifswald. 1614 vermählte er sich mit Elisabeth Corswant (1594–1669), Tochter von Christoph Corswant und Magdalena Reich. 1627 wurde er Hofprediger, 1634 Pastor in Wolgast (Ldkr. Vorpommern-Greifswald). Er starb am 23. August 1638.2)

1688 wurde die Grabplatte durch das Ehepaar Mevius Völschow und Katharina Backmann (1652–1692) erworben (B). Mevius Völschow war der Sohn des gleichnamigen Generalsuperintendenten († 1650) und der Ilsabe Krakewitz. Die Vermählung mit Katharina Backmann, Tochter des Greifswalder Kaufmanns Georg Backmann und der Anna Justine Corswant, fand 1672 statt. Mevius Völschow war von 1667 bis 1669 Gerichtssekretär, heiratete 1696 in zweiter Ehe Anna Corswant, wurde 1697 in den städtischen Rat aufgenommen, war Prokurator (Schatzmeister) der Universität und starb am 14. April 1705.3) Die Platte kam 1769 an Jakob Christoph Päpke (C). Zwischenzeitlich war sie im Besitz der Nikolaikirche (D).

Textkritischer Apparat

  1. D] Kürzung für D(OMINO) oder D(OCTORI).
  2. HAEREDITARIUM] Fehlt Pyl.
  3. CHRISTOPHFFER] Sic.

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Nikolai, Nr. 277. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Nikolai, Nr. 289.
  2. Gesterding, Erste Fortsetzung, S. 212 (Nr. 4); Gesterding, Zweite Fortsetzung, S. 116 (Nr. 16), S. 117 (Nr. 23); Pyl, Genealogien 5, S, 363 (Nr. 404); Alvermann/Dahlenburg, Köpfe, S. 129.
  3. Gesterding, Erste Fortsetzung, S. 149 (Nr. 10); Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 431; Pyl, Genealogien 5, S. 186 (Nr. 534), S. 408f. (Nr. 476); Lange, Vitae Pomeranorum, S. 355; Schubert, Trauregister 9, S. 36 (Nr. 148).

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 431 (B), 461 (A), 473 (C).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 409 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di077g014k0040900.