Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 319 St. Marien 1616

Beschreibung

Zwei Fragmente der Grabplatte für Georg Schwarz. Kalkstein. Die beiden Bruchstücke liegen an verschiedenen Stellen in der mittleren Turmhalle.1) Sie stammen aus St. Jacobi und gelangten im Zuge von Restaurierungsarbeiten 1979 an ihren heutigen Standort. Die erhaben in vertieftem Feld ausgeführte Inschrift verläuft quer über beide Plattenteile. An den Bruchkanten Schriftverlust.

Inschrift ergänzt nach Pyl.

Maße: H. 50 cm, Br. 73 cm. Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Humanistische Minuskel und Kapitalis mit Versalien.

DI 77, Nr. 319 - Greifswald, St. Marien - 1616

 Jürgen Herold [1/2]

  1. Sepulchrum h[aere]ditarium / CHRISTIANI SCHWA[R][TZ]EN SENATORIS / cujus hic [r][eq]uiescit / [GEO]RGIUS natus [A](nn)o 1606 denat(us) / [A(nn)o 1]616

Übersetzung:

Erbbegräbnis des Ratsherrn Christian Schwarz, dessen (Sohn) Georg hier ruht, der im Jahr 1606 geboren wurde (und) im Jahr 1616 starb.

Kommentar

Diese Grabplatte ist die einzige, die sich im Greifswalder Bestand erhalten hat, mit einer Inschrift in humanistischer Minuskel. Der untere Bogen des doppelstöckigen a ist niedrig, Schaft und oberer Bogen bilden eine schräge, geschwungene Linie. Die kurzen Oberlängen des l sind nach links, von h und t nach rechts gebogen und spitz ausgezogen, die Oberlänge des d ist am Ende verbreitert und stumpf, ebenso die Schaftenden von i, m und n. Die für die Personenbezeichnungen verwendete Kapitalis ist in den Mittellängenbereich der humanistischen Minuskel gestellt.

Der Vater des im Kindesalter verstorbenen Georg Schwarz war Christian Schwarz (1581–1648), seine Mutter Regina Völschow (1582–1630).2) Das Epitaph für die Eltern befindet sich in der Nikolaikirche (Kat.-Nr. 426), wo die Familie Schwarz auch etliche Grabplatten besaß.

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Marien, Nr. 311. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Jacobi, Nr. 31.
  2. Lange, Vitae Pomeranorum, S. 310; Gesterding, Erste Fortsetzung, S. 188 (Nr. 65); Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 419, 655.

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 656.

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 319 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di077g014k0031901.