Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 309 St. Marien 1613

Beschreibung

Oblatendose. Silber, teilweise vergoldet. Die runde Dose steht auf einem schmalen Standring. Auf der Unterseite das Beschauzeichen der Greifswalder Goldschmiede (M3) und eine Meistermarke bestehend aus den ineinandergeschobenen Initialen A (M10). Auf der Wandung und dem Deckel gravierte Ornamente. Der Deckel ist leicht gewölbt, als Knauf dient eine Frucht. Inschrift B ist in ein vergoldetes, um den Deckelrand laufendes Schriftband graviert, an ihrem Ende ein größeres Rankenornament.

Maße: H. 11 cm, Dm. 13,1 cm (unten), 12,1 cm (Öffnung). Bu. 0,3 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 77, Nr. 309 - Greifswald, St. Marien - 1613

 Jürgen Herold [1/2]

  1. A

    B O

  2. B

    Ma) ˑ BARTOLT ˑ LOSER ˑ ENGEL ˑ VLENBARGESb) ˑc) ELISABET ˑ VND ˑ MARIA ˑ LÖSERS ˑ ANNO 1613 ˑ

Kommentar

Die Meistermarke wird dem Greifswalder Goldschmied Benedikt Otto, nachweisbar bis 1627, oder seinem wohl jüngeren Bruder Barthold, nachweisbar bis 1625, zugeordnet.1) Die Stifter Barthold, Elisabeth und Maria Loser (Löser) lassen sich in den Greifswalder Quellen nicht nachweisen; zu Engel Ulenberg vgl. auch Kat.-Nr. 316.

Textkritischer Apparat

  1. Mˑ] Kürzung für ‚Meister‘ oder ‚Magister‘.
  2. VLENBARGES] Auf V eine Wellenlinie.
  3. Worttrenner in Form eines kleinen Rankenornaments.

Anmerkungen

  1. Scheffler, Goldschmiede, S. 72 (Nr. 15). Mit dem ebenda (Nr. 16) als Bartholomäus Otto bezeichneten Bruder von Benedikt ist wohl Barthold gemeint. Beide Brüder erwarben am 2. Juni 1588 das Bürgerrecht (StA Greifswald, Rep. 3 Nr. 28, Bl. 16r) und werden in der Folgezeit als Hausbesitzer genannt (StA Greifswald, Grundstückschronik, Brüggstr. 27, Mühlenstr. 8 und 9). Bartholomäus Otto hingegen lässt sich nicht nachweisen.

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 523 (B).
  2. Oltmanns, Abendmahlsgerät, S. 77 (Nr. 118).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 309 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di077g014k0030905.