Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 306 St. Nikolai 1612, 1660, 1733, 1745, 1766?

Beschreibung

Grabplatte für die Witwe des Jürgen Knepel (B, C), Peter Leverenz (D, E) und A. G. Maskow (F). Kalkstein. Hochrechteckige Platte im vierten Joch des nördlichen Seitenschiffs.1) Oberhalb der Plattenmitte die zum Teil getilgte Inschrift A. Darunter Inschrift B für Jürgen Knepels Witwe. B zuzuordnen sind zwei einander berührende Schilde in der oberen Plattenhälfte über A. Der linke zeigt Wecke und Brezel als Berufszeichen der Bäcker, der rechte die Initiale C. Links neben den Schilden die Nummerierung G. An der oberen Schmalseite Inschrift D für Peter Leverenz. In der unteren Plattenhälfte die auch zu Peter Leverenz gehörende Inschrift E. Darunter Inschrift F für A. G. Maskow. Inschrift C erhaben in vertieftem Feld, die übrigen eingehauen.

Maße: H. 197 cm, Br. 131 cm. Bu. 5,5 cm (A, B, F), 10,5 cm (C), 3,5–4,5 cm (D), 4,5 cm (E).

Schriftart(en): Kapitalis (A–C), mit Versalien (E, F), und Minuskel (D).

DI 77, Nr. 306 - Greifswald, St. Nikolai - 1612, 1660, 1733, 1745, 1766?

 Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    DEISERa) ˑ STEIN ˑ VND ˑ [BEGREBNVS] / GEHORET ˑ [.....] ˑ E[......] / VND ˑ SEINEN ˑ E[RBE]N // ANNO ˑ 161[2] ˑ

  2. B

    DIESER STEIN VNDT BEGREBNIS / GEHÖRET S(ELIGEN) IV̈RGEN KENEPELS WITW[E] / VNDT IHREN ERBENb) / ANNO 1660 ˑ

  3. C

    Kc)

  4. D

    DIESER STEIN VND BEGRAEBNIS 2 LEICHEN / BREIT GEHÖRET PETER LEVERENZEN VND / SEINEN ERBEN d(en) 27 MART(II) / A(NN)O 1733

  5. E

    DIESER STEIN VND BEGRÄBNIS SOL NACH / PETER LEVERENZEN TESTAMENT IN ˑ 30 ˑ JAHREN / NICHT GEÖFNET WERDEN 1745 ˑ

  6. F

    DIESES BEGRÄBNIS SOL / VOR DEM IUNGSTEN TAG / NICHT GEÖFFNET WERDEN / A G MASCOWd)

  7. G

    116

Wappen:
BäckerzunftKnepel

Kommentar

Da Inschrift A teilweise ausgemeißelt wurde, ist nicht mehr festzustellen, wer die Grabplatte 1612 erwarb. 1660 kam sie an die Witwe von Jürgen Knepel (B, C). Wahrscheinlich seinem gleichnamigen Sohn gehörte ein Haus in der Langefuhrstraße.2) 1733 ging die Platte an Peter Leverenz (D), seit 1717 Mitglied des Bürgerschaftlichen Kollegiums,3) über, nach dessen Testament 1745 eine Liegezeit von dreißig Jahren verfügt wurde (E). Peter Leverenz erwarb 1737 eine weitere Grabplatte in der Nikolaikirche (Kat.-Nr. 364). Der nächstfolgende Besitzer A. G. Mascow verfügte eine ewige Liegezeit (F). Zwischenzeitlich oder später war die Platte im Kirchenbesitz (G).

Textkritischer Apparat

  1. DEISER] Sic.
  2. Ein Blütenornament am Zeilenende.
  3. K] Für KNEPEL.
  4. Von dieser Inschrift bei Pyl nur A. G. Mascow 1766.

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Nikolai, Nr. 43. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Nikolai, Nr. 144.
  2. StA Greifswald, Grundstückschronik, Friedrich-Löffler-Str. (früher Langefuhrstr.) 54 (1665).
  3. Gesterding, Erste Fortsetzung, S. 138 (Nr. 69).

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 461 (F), 474 (B), 475 (E).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 306 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di077g014k0030607.