Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 173 St. Marien M.14.–E.15.Jh., 3.D.16.Jh., 1613

Beschreibung

Grabplatte für Peter Engelbrecht (C). Kalkstein. Hochrechteckige Platte im dritten Joch des nördlichen Seitenschiffs.1) Die umlaufende Inschrift A ist bis auf wenige, inzwischen nicht mehr lesbare Reste an der linken Langseite abgetreten. In den oberen Ecken sind noch die Umrisse von Medaillons zu erkennen. In der Plattenmitte ein stark abgetretenes Vollwappen. Darüber Reste einer zugehörigen, querlaufenden Inschrift (B). Unterhalb des Wappens Inschrift C für Peter Engelbrecht, rechts der Helmzier die Nummerierung D. Die Inschriften A und B erhaben in vertiefter Zeile, C und D sind eingehauen.

Inschrift A nach Pyl.

Maße: H. 313 cm, Br. 167 cm. Bu. 7,5 cm (A), 5 cm (B), 5,5 cm (C).

Schriftart(en): Gotische Minuskel (A), Kapitalis (B), Mischschrift aus gotischer Minuskel und Fraktur (C).

DI 77, Nr. 173 - Greifswald, St. Marien - M.14.–E.15.Jh., 3.D.16.Jh., 1613

 Jürgen Herold [1/1]

  1. A†

    [ - - - ]d ante trinitatis [ - - - ] cuius anima req[ - - - ]a)

  2. B

    [ - - - ]R[ - - - ]

  3. C

    Peter Engelbrecht vnd sinen erven , 1613

  4. D

    4

Übersetzung:

(...) vor Trinitatis (...) dessen Seele in Frieden ruhe. (A)

Wappen:
Engelbrecht I

Kommentar

Die zeitliche Einordnung der Inschriften A und B erfolgt nach der Schriftform.

Wem die Platte ursprünglich gewidmet war, ist durch den überwiegenden Verlust von Inschrift A nicht mehr festzustellen. Da von Inschrift B nur noch ein unbedeutender Rest erhalten ist, fehlen auch sichere Hinweise auf das Mitglied der Familie Engelbrecht, das die Platte wahrscheinlich im 16. Jahrhundert erwarb und mit dem Familienwappen versehen ließ. Pyl vermutet, dass es sich um den Ratsherrn Joachim Engelbrecht († 1573) handelt, an dessen Sohn, den Kaufmann und Anwalt Peter Engelbrecht, die Platte 1613 kam (C). Peter Engelbrecht wurde 1539 geboren, heiratete Magdalena Voss und starb am 26. Oktober 1619.2) Er besaß noch eine weitere Grabstelle in St. Marien (Kat.-Nr. 110). Später war die Platte im Besitz der Marienkirche (D).

Textkritischer Apparat

  1. req[ - - - ]] Zu ergänzen im Sinne von ‚requiescat in (perpetua) pace (amen)‘.

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Marien, Nr. 122. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Marien, Nr. 164.
  2. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 427; Gesterding, Zweite Fortsetzung, S. 211–213; Lange, Vitae Pomeranorum, S. 88.

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 427 (C), 568 (A).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 173 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di077g014k0017308.