Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 129 St. Marien M.14.–M.15.Jh., 1.H.16.Jh.

Beschreibung

Grabplatte für Hinrich Knecht (B). Kalkstein. Hochrechteckige Platte in der nördlichen Turmseitenhalle.1) Von der umlaufenden Inschrift A mit Eckmedaillons ist nur der Anfang an der oberen Schmalseite erhalten, im stark abgetretenen Innenfeld Spuren einer Darstellung des Verstorbenen. Entlang der rechten Plattenkante außerhalb der Umschrift die Inschrift B für Hinrich Knecht. Im oberen Drittel eine weitere, ausgemeißelte einzeilige Inschrift. Im unteren Drittel unter der nur noch undeutlich erkennbaren Ritzzeichnung einer Krone die Nummerierung C, darüber auf dem Kopf stehend Nummerierung D. Die Inschriften A und B erhaben in vertiefter Zeile, C und D sind eingehauen.

Maße: H. 205 cm, Br. 104 cm. Bu. 5,5 cm (A), 7 cm (B).

Schriftart(en): Gotische Minuskel (B), mit Versal (A).

DI 77, Nr. 129 - Greifswald, St. Marien - M.14.–M.15.Jh., 1.H.16.Jh.

 Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    anno ˑ d(omi)ni ˑ M [ - - - ]

  2. B

    hinrik knecht

  3. C

    94

  4. D

    K / 36

Kommentar

Durch den nahezu vollständigen Verlust der ältesten Inschrift A, deren Datierung nach der Schriftart erfolgt, ist nicht mehr nachweisbar, wem die Platte ursprünglich gewidmet war. Das gilt auch für den Nachbesitzer vermutlich um 1500, dessen Inschrift ausgemeißelt wurde. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts – diese zeitliche Einordnung legt Inschrift B als bloße Namensnennung in der späten Form der gotischen Minuskel nahe – war sie im Besitz von Hinrich Knecht. Später gehörte sie, wie die beiden Nummerierungen zeigen (C, D), der Marienkirche.2)

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Marien, Nr. 47. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Marien, Nr. 237.
  2. Eine Grabstelle unter der Platte mit der Nummerierung 94 (vgl. Inschrift C) wurde im Jahr 1651 an die Witwe des Schusters Eggesdorp verpachtet; StA Greifswald, Rep. 3 Nr. 146, 1620–1656, Bl. 671v.

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 570 (B).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 129 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di077g014k0012907.