Inschriftenkatalog: Stadt Goslar

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 45: Stadt Goslar (1997)

Nr. 53 Kornstr. 8 1501, um 1630

Beschreibung

Haus, traufenständig, bestehend aus zwei Geschossen und 19 Gefachen. Auf das steinerne Erdgeschoß ist das leicht vorkragende schieferverkleidete Fachwerkobergeschoß aufgesetzt. Das Baudatum ist am steinernen, heute als Fenster dienenden spätgotischen Dielentor der Hausrückseite eingehauen. Die beiden Wappen mit den dazugehörigen eingehauenen Namen befinden sich am barocken Dielentor der Vorderseite oberhalb des Gesimses. Das Haus1) wurde 1501 gebaut und wohl um 1630 umgebaut.

Maße: Bu. ca. 8 cm, 4 cm (Wappenbeischriften).

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien, Kapitalis (Wappenbeischriften).

DI 45, Nr. 53 - Kornstr. 8 - 1501, um 1630

 Inschriftenkommission Göttingen [1/1]

  1. A(nno) · M · ccccc · i

  2. Wappen mit Beischriften:

    OTTO BRENDEKEN2)ELISABEHT CRVLS3)

Kommentar

Das Baudatum stellt die älteste datierte Inschrift Goslars an einem Wohnhaus dar (vgl. Nr. 54).

Otto Brendeke4) wurde am 17.2.1582 in Nendorf (Amt Stolzenau) geboren, war als Lehnsschreiber derer von Münchhausen und seit 1604 am Hof der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel tätig. Er stieg 1626 zum Oberverwalter der herzoglichen Bergwerke in Zellerfeld auf, nachdem er vorher die Bergwerke am Rammelsberg verwaltet hatte, und war in diesem Amt bis 16355) tätig. Seine zweite Frau Elisabeth war eine Tochter des fürstlichen Kammermeisters Veit Crull aus Wolfenbüttel6). Im Jahr 1630 wurde sie als Ehefrau des Otto Brendeke ins Bürgerbuch aufgenommen7).

Anmerkungen

  1. Erwähnt in Kdm. Stadt Goslar, S. 362, 371.
  2. Wappen Brendeke (Eiche mit zwei Blättern und zwei Eicheln; Bonhoff/Griep, Nr. 273).
  3. Wappen Crull (Männerbüste; vgl. ebd., Nr. 337, dort nicht ganz zutreffend wiedergegeben).
  4. Alle Angaben zur Person, soweit nicht anders angegeben, nach Samse, S. 202f.
  5. Griep, Hausinschriften, S. 62; auch Kurz, S. 43.
  6. Bonhoff/Griep, S. 37.
  7. Goslarer Bürgerbuch 1, 1630/16. Als Name wird dort Elisabeth Crullenhaw angegeben.

Nachweise

  1. Bonhoff, Hausinschriften, S. 25.
  2. Griep, Bürgerhaus, S. 158.
  3. Geyer, Abb. S. 86 (A), S. 114 (B).

Zitierhinweis:
DI 45, Stadt Goslar, Nr. 53 (Christine Magin), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di045g008k0005300.