Inschriftenkatalog: Stadt Freising

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 69: Stadt Freising (2010)

Nr. 468 Dom Mariä Geburt und St. Korbinian 1650

Beschreibung

Wappenplatte für den Domherrn Johann Adolph von Gepeckh. Im äußeren südlichen Seitenschiff in der Elisabeth- bzw. Fürstenkapelle an der Südwand. Dies wohl auch der ursprüngliche Standort1). Heller Kalkstein. In den oberen zwei Dritteln der Platte die zentriert gesetzte Grabinschrift; im unteren Drittel ein querrechteckiges Feld, darin in einem hochovalen Medaillon das Vollwappen des Verstorbenen mit drei Helmen; das Medaillon flankiert von je einem horizontalen Balken mit halbkreisförmigen Ausschnitten oben und unten, in den vier Restfeldern Vanitassymbole: Links oben zwei überkreuzte Fackeln, links unten ein Totenschädel, rechts oben zwei überkreuzte Gebeine, rechts unten eine abgeknickte Kerze. Querbruch durch das obere Drittel der Platte, an den Rändern Feuchtigkeitsschäden.

Maße: H. 93,5 cm, B. 42,5 cm, Bu. 2,5 cm, 2,8 cm (Z. 1).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 69, Nr. 468 – Dom Mariä Geburt und St. Korbinian – 1650

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. CAVE VIATOR / NOBILEM SVB VICINO LAPID[E] / FLOREM CALCARE / [I]O(ANNEM) ADOLPHVM GEEPEKH / HVIVS ECCLESIAE CANONICVM / DE CVIVS ILLIBATO CANDORE / DVM COGNATVS PRINCEPS / FAMILIA, IMO OMNES / SVAVISSIMVM ODOREM / SPERAVERANT / IN IPSO FLORIDAE AETATIS / VERE, SVBITO EMARCVIT / BREVIS NAMQVE FLORVM / VITA EST. / OBIIT DIE 8. AVGVSTI A(NN)Oa) 1650 / AETATIS SVAE. ANNO. XXIV.

Übersetzung:

Nimm dich in acht, Wanderer, auf die edle Blume unter dem benachbarten Stein zu treten, den Johann Adolph Gepeckh, Kanoniker dieser Kirche, von dessen unbeflecktem Glanz der ihm verwandte Fürst, ja die ganze Familie den süßesten Duft erhofft hatten. Im Frühling des blühenden Lebens welkte er plötzlich dahin, denn kurz ist das Leben der Blumen. Er starb am achten Tag des August im Jahre 1650 im 24. Jahr seines Alters.

Wappen:
Gepeckh2).

Kommentar

Zu den Schriftformen s. Einleitung CXVI.

Johann Adolph von Gepeckh kam am 21. Juli 1626 als Sohn des Rudolf von Gepeckh zu Arnbach und seiner ersten Frau Eva, geb. Stöckl, zur Welt3). Der auch in der Inschrift erwähnte Bischof Veit Adam von Gepeckh (1618–1651, Nr. 470) war sein Onkel. Johann Adolph übernahm 1640 das Freisinger Kanonikat von seinem Bruder Johann Rudolf, der resigniert hatte, um sich mit Kunigunde Puecher, der Nichte des Domdekans, zu verheiraten4). 1646 immatrikulierte sich Johann Adolph von Gepeckh an der Universität Salzburg5). Er starb 24-jährig am 8. August 1650 in München6).

Textkritischer Apparat

  1. o hochgestellt.

Anmerkungen

  1. BSB Cgm 1716 Catalogus Canonicorum fol. 16v.
  2. Bay 35f. (Tafel 32, 33), dort unter dem Namen „Geböckh“. Helmzierden: Murher von Frabertsham, Gepeckh, Mässenbach.
  3. Die Angabe in Glaser, Grabsteinbuch 377 Nr. 211, der 1626 geborene Johann Adolph entstamme der zweiten Ehe des Rudolf von Gepeckh, ist unzutreffend: Seine erste Frau Eva, geb. Stöckl, starb am 25. Oktober 1638, die Hochzeit mit Maria Christine geb. Lösch fand am 22. November 1639 statt, s. BSB Cgm 2268 I p. 304; Schrenck-Notzing, Hochstift 231, 233.
  4. Striedinger, Hans Georg Puecher 97; Götz, Freisinger Domkapitel 144f.
  5. Matrikel Salzburg I 23 Z. 1105, 6. November 1646.
  6. Geiß, St. Peter 109.

Nachweise

  1. BSB Oefeleana 10 IV p. 12; BSB Cgm 1717 p. 310; AEM H 482a p. 312f.; BSB Cgm 1718 p. 129, 3 nach p. 129; AEM H 76 p. 326; HVO Ms. 318 fol. 87r; AEM H 477 p. 766f.; AEM H 465 fol. 81r, 81v, 82v; Schlecht, Inschriften II 44 Nr. 121; Glaser, Grabsteinbuch 377 Nr. 211.

Zitierhinweis:
DI 69, Stadt Freising, Nr. 468 (Ingo Seufert), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di069m012k0046804.